Der Paso Fino ist ein sehr ausdrucksvoller, eleganter und temperamentvoller Naturtölter. Er bietet seinem Reiter einen äußerst bequemen Tölt, enorme Trittsicherheit und besondere Wendigkeit.
Nicht ohne Grund werden Paso Finos oftmals auch als der "Cadillac unter den Gangpferden" bezeichnet. Paso Finos sind zugleich edel, sanft, impulsiv und strahlen eine unwahrscheinliche Präsenz aus – eine Kombination von Energie, Arbeitswillen, Menschenbezogenheit und Temperament, die von den Südamerikanern mit dem spanischen Begriff "Brío" bezeichnet wird.
Dieses vielgepriesene Brio ist hervorstechendes Merkmal aller Pasopferde, wird in hohem Maße bei der Zucht berücksichtigt und macht diese Pferde im Gegensatz zu den meisten anderen Rassen einzigartig.
Trotz ihres zuweilen überschäumenden Temperamentes sind die Paso Finos einfach zu regulieren, was zu der Leichtigkeit beiträgt, durch die sich die Rasse neben den extrem weich zu sitzenden Gängen einen Namen gemacht hat.
Wo kommt er her – wo geht er hin?
Anno 1493 brachte Christoph Columbus auf seiner zweiten Reise in die "Neue Welt" und den darauf folgenden Eroberungszügen etliche Pferde aus Spanien mit nach Südamerika. An Bord seiner Schiffe entpuppte sich so manch reinrassiger Spanier dann als Pony oder Kreuzung.
Columbus selbst war ein ziemlich miserabler Pferdekenner und zog als persönliches Fortbewegungsmittel meist ein Maultier vor. Dass die zu allererst mitgebrachten Pferde die feurigen und berühmten Vorfahren der südamerikanischen Pferde waren, darf getrost bezweifelt werden.
Jedoch kamen während der darauf folgenden Jahre noch viele wertvolle Zuchtpferde aus Spanien. Auf den Nachkommen dieser zumeist von Andalusiern und Berbern abstammenden Pferden eroberten die Spanier Südamerika. Die Veranlagung zum Tölt wurde nach Meinung von Rasseexperten durch die heutzutage ausgestorbene spanische Genette in die Rasse gebracht.
Die Zuchtziele für die "neue Rasse" waren schnell gesteckt: man brauchte ein bequemes, gehfreudiges, trittsicheres und wendiges (da es auch für die Rinderarbeit eingesetzt werden sollte) Reitpferd, das problemlos lange Distanzen zurücklegen konnte.
Da der südamerikanische Haciendero damals wie heute auch sehr großen Wert auf ein repräsentatives Reittier legt, züchtete man die Pferde sehr elegant und ausdrucksvoll. Die Pferde sollten "viel hermachen", dabei aber mit dem kleinen Finger zu regulieren sein. So entstand in dieser neuen südamerikanischen Kultur der heutige Paso Fino.
Die Ursprungsländer des Paso Fino sind neben Kolumbien und Puerto Rico der gesamte karibische und lateinamerikanische Raum. Die USA sind inzwischen mit über 38.000 registrierten Paso Finos das größte Nachzuchtgebiet.
Die meisten europäischen Paso Finos leben in Deutschland, es gibt aber auch Paso Finos in der Schweiz und in Österreich, in Großbritannien, Belgien, Schweden, Tschechien und Spanien.
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