Die ländlichen Pferdschauen in Kolumbien, Vorläufer der heutigen großen Shows, waren populär und stets gut besucht; alle Bauern der Gegend kamen dort zusammen, um Vieh, Pferde oder Mulis, ohne die die tägliche Arbeit nicht bewältigt werden konnte, zu kaufen oder zu verkaufen.
Auf diesen Schauen und Ausstellungen gab es keine Ställe oder Reitplätze. Alles spielte sich auf dem zentralen Marktplatz ab und jeder kam dorthin. Die Richter wurden vom Bürgermeister des Ortes und den Veranstaltern benannt.
Als Richter fungierten namhafte Grundbesitzer aus der Gegend, die sich in der Pferdezucht auskannten. Die Richtkritierien waren eher subjektiv und basierten auf den Kenntnissen, der Erfahrung und den Vorstellungen darüber, wie ein gutes Pferd sein sollte.
Es wurde jeweils der "beste Hengst" und die "beste Stute" gekürt, ganz gleich ob das Pferd Tölt oder Trocha ging. In den großen Städten wurden die Schauveranstaltungen später dann in großem Stil organisiert.
Heutzutage werden Schauveranstaltungen in Kolumbien unter der Oberhoheit des Zentralverbandes "Fedequinas" abgehalten, in dem wiederum die zahlreichen Regionalverbände organisiert sind.
Die Klassen werden entsprechend dem Typ der Pferde in Fino, Trocha, Trocha y Galope und Trote y Galope ausgeschrieben und nach Geschlecht sowie Alter unterteilt. Pferde, die auf allen wichtigen Turnieren in ihrer Klasse gesiegt haben, werden als "Fuera de Concurso" bezeichnet, was soviel wie "ausgesiegt" bedeutet. Sie dürfen nur noch außer Konkurrenz starten.
Ein guter Trochador ist fast genauso weich zu sitzen wie ein Paso Fino, strahlt durch seine spezielle Art der Fortbewegung jedoch eine ganz eigene Faszination aus. Trochadores zeigen wesentlich mehr Aktion als Paso Finos und der Rhythmus, der beim Überreiten des Fino Strip zu hören ist, geht sofort ins Blut.
Der Trote ist ein reiner Zweitakt ohne Schwebephase. Dabei springen die Pferde von einem diagonalen Beinpaar auf das andere. Galope ist ein taktklarer und gut durchgesprungener Galopp mit viel Aufrichtung.
Die Pferde werden entsprechend ihrem Naturell im Trote und Galope genauso wie im Trocha in relativ hoher Versammlung geritten. Pferde im taktklaren Trote sind aufgrund des fehlenden Wurfes im Trab sehr weich zu sitzen und bieten sich vor allem für dressurmäßiges Reiten geradezu an. Sie erinnern im Typ und in ihrer Art der Bewegung ein wenig an die mittelalterlichen Pferde auf alten Kupferstichen, wie sie z.B. bei de la Gueriniére zu sehen sind.
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