|  | | Schwarzwälder Fuchshengste |  |  |  |
| |  | | Tordurchfahrt, Stalleingang, Wohnungseingang |  |  |  |
| |  | | Brunnen vor ehemaliger Schänke |  |  |  |
| | Gleich neben dem Eingang gibt es einen kleinen Stall mit mehreren vergitterten Einzelboxen. Darin hielt ein ziemlich großer Hund undefinierbarer Rasse Wache - ein Schild warnt vor dem Hund - und kläffte drohend ob des ungebetenen Besuchs.
Zwei Schwarzwälder Fuchshengste waren bei diesem schönen Wetter eingesperrt. "Die kommen heute abend auch raus. Die sind schon so alt, die vertragen die Hitze nicht mehr so gut."
Die beiden waren im Deckeinsatz auf der Station Aach-Linz in Pfullendorf, Lkr. Sigmaringen. Der vordere der beiden hat erkennbar einen mächtigen Kamm.
Ich wunderte mich darüber, daß das Landgestüt 18 Hengste der Rasse Schwarzwälder Fuchs anbietet. "Die Füchse gehen gut, bei den Haflingern geht die Nachfrage zurück."
Wir plauderten ein bißchen über die Renaissance des Kaltbluts, die bekanntlich in meiner Gegend durch die Schriftleitung der Fachzeitschrift "Starke Pferde" (siehe Der Bestand) und durch die alle zwei Jahre stattfindende PferdeStark auf dem Gelände des Freilichtmuseums Detmold gefördert wird ( PferdeStark).
Da erfahre ich, daß in Pliezhausen bei Reutlingen jährlich die "Fuhrmannstage" mit Wettbewerben im Pflügen, Ziehen, Holzrücken usw. stattfinden. Es sieht so aus, als müßte man sich um die Kaltblüter auch keine Sorgen mehr machen.
Der Bedarf von Güterstein wird durch den Gestütshof St. Johann gedeckt, der auf der Alb liegt und 50 Hektar umfaßt. Ein Teil der Wiesen von Güterstein wird von Pensionsrindern genutzt.
Früher hatte Marbach selber 200 Stück Milchvieh. Damals wurden die Weiden von Rindern und Pferden gleichermaßen genutzt. Der Staat Baden-Württemberg hat dann unter Ausnutzung der Schlachtviehprämie die Kühe abgeschafft.
Ich wollte wissen, ob sich Marbach selbst trägt, denn selbstverständlich kosten alle Leistungen gutes Geld. Ein Decksprung zum Beispiel kostet 410 EUR. Das ist doch eine Menge Geld, insbesondere vor dem Hintergrund der heutigen Marktpreise.
Das Haupt- und Landgestüt ist aber ein Subventionsbetrieb und war es wohl immer. Werner Tautermann gibt zu, daß die Situation schwierig ist.
"Aus Polen und Rußland drängen die billigen Pferde auf den deutschen Markt. Ein Freizeitreiter wird sich dort für ein paar tausend Euro bedienen, die Württemberger sind dem zu teuer."
Auf den Gütern wird zusätzlich zur Eigenversorgung noch Saatgutvermehrung betrieben. Und neben den Pferden besitzt man noch eine große Schafherde. Alles in allem also ein ziemlich großer Betrieb. Güterstein erscheint in diesem Licht als kleines Anhängsel.
Ich fragte nach dem Wohnhaus am Ende des Hofes. "Das kaufe ich, wenn ich im Lotto gewinne." Es steht schon seit vielen Jahren leer. Früher war dort auch einmal eine kleine Schänke untergebracht.
Das springende Pferd an der Tränke bedarf keiner weiteren Erklärung. Darüber jedoch befindet sich eine zweite Plakette, die ein merkwürdiges Mischwesen zeigt, wie ich es in einem Galeriebeitrag beschrieben habe: vorne Pferd, hinten Fisch, mit merkwürdig gestalteten gespaltenen Hufen ( Rothkreuz).
Vor dem Dom in Salzburg gibt es einen Brunnen, der ebenfalls von vier dieser Mischwesen gebildet wird. Noch weiß ich nicht, was diese Figuren bedeuten, aber angesichts der Häufung gehe ich davon aus, daß es eine klare Bedeutung gibt und daß diese Bedeutung zur Entstehungszeit der Kunstwerke allgemein bekannt war.
Leider konnte mir Werner Tautermann in diesem Fall auch nicht weiterhelfen. Dieses Relief stellt ihn ebenfalls vor Rätsel. Besonders merkwürdig ist das eigenartige "Horn", in das der Knabe bläst. Dieser führt sein Reittier offensichtlich mit einem Zügel, den er in der Art eines Halsringes verwendet. Auch diese Einzelheit bedarf der Klärung.
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