Auch Leevke arbeitete viel mit Smoky. Meistens ritt sie auf dem Reitplatz. Dort machte sie ausdauerndes Dressurtraining, anfangs einige Male unter Anleitung des alten Bauern oder einer Frau, die eins der Pferde pflegte. Ihr Verhältnis mit Smoky verbesserte sich in dieser Zeit zusehens. Meiner Erinnerung nach nahmen die Auseinandersetzungen mit ihm durch das ausdauernde Training drastisch ab.
Schon in diesem Herbst kündigten sich einige tiefgreifende Veränderungen an. Das andere Mädchen, dessen Pferd bei den Bauern unterstand, kam immer seltener, so dass Leevke schon wieder mit niemandem gemeinsam ausreiten konnte. Das war schade, weil der Bauernhof unter anderem deshalb für Leevke so attraktiv gewesen war.
Dieses Mädchen kam nun in das Alter, in denen ihr Freunde, Freizeit und Schule wichtiger waren als die Zeit, die sie mit ihrem Pferd verbrachte. Sie suchte daher eine Reitbeteiligung für Ihr Pferd, und wurde auch schnell fündig.
Damit nahm eine neue Person ihren Einzug in den Stall. Besagte Frau, die eins der Pferde der Bauern geritten hatte, nahm ihren Abschied, die Gründe dafür weiß ich nicht mehr. Dem Seniorbauern ging es gesundheitlich immer schlechter. Er musste für lange Zeit ins Krankenhaus; sein Hausarzt hatte die Tumorwucherungen über lange Zeit hinweg nicht erkannt.
Im Winter 1998/99 hatten wir eine wahre Mauke-Epidemie. Jedes Pferd im Stall war befallen. Der Tierarzt verordnete, dass wir täglich die Fesseln waschen, die Mauke abknibbeln und daraufhin erneut die Fesseln waschen sollten. Für ihn war der Umstand, dass jedes unserer Pferde befallen war, nicht verwunderlich. Ich schnappte eine Bemerkung auf, dass es in allen Reitställen ähnlich sei.
Ich wunderte mich schon ein wenig. Wir hatten vorher noch nie mit dieser Krankheit zu tun gehabt, obwohl unsere Pferde im Winter auf ihrem Auslauf die meiste Zeit (freiwillig) knöcheltief im Matsch standen. Für Pit und mich war es allerdings eine gute Gelegenheit, das ausdauernde Stillstehen zu üben. Schon nach ein paar Tagen hatte er sich das Zappeln fast vollständig abgewöhnt, und das, obwohl die Prozedur sehr zeitaufwändig war.
Gegen Ende des Winters verstarb der Seniorbauer. Er hatte seine letzten Tage noch Zuhause verbringen dürften, war aber schon erschreckend ausgemergelt und schwach. Mit seinem Tod schien das Herz des Hofes gestorben zu sein. Sein Sohn und seine Frau litten sehr darunter. Niemanden von uns ließ das Ereignis unberührt.
Doch die Zeit verging und allmählich stellte sich wieder Normalität ein. Der Juniorbauer musste nun mit einer doppelten Belastung leben: nicht nur seine normale Arbeit, sondern auch noch der gesamte Hofbetrieb lastete jetzt auf seinen Schultern. Die Atmosphäre des Hofes veränderte sich immer weiter.
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