 |  | | Springprüfung, Kleines Reitabzeichen, Merle |  |  |  | Von dem zweiten Reiterhof, auf dem meine Schwester und ich gemeinsam mit Nina und Jana ein verlängertes Wochenende verbrachten, blieb für mich vor allem eine Erinnerung haften.
Ich hatte von meiner Oma edle Lederreitstiefel geschenkt bekommen (natürlich verbesserte das mein Ansehen im Reitverein). Sie waren mir zwar noch ein bißchen zu groß, aber dadurch konnte ich sie auch länger tragen.
Die Reitlehrerin auf diesem Hof lobte ständig meine ausgesprochen vorbildliche Fußhaltung. Nach ein paar Tagen kam sie jedoch dahinter, daß bloß die Hacken meines Stiefels so weit unten saßen. Da habe ich mich doch ein wenig geschämt.
Mit Mara und ihrer Familie verbrachten wir im Laufe der Jahre einige Urlaube auf einem Bauernhof in der Nähe von Kiel an der Ostsee. Auch dort fanden wir einen Reiterhof.
Um den Pferden etwas Gutes zu tun, standen wir morgens früh auf und pflückten ganze Tüten voll Gras. Man darf den Pferden nämlich keinen Schnitt vom Rasenmäher geben. Die chemischen Prozesse, die durch die Hitze der Maschine in Gang gebracht werden, können leicht zu einer Kolik führen. Daher rupften wir die einzelnen Grasbüschel mit den Händen ab und freuten uns über den Genuß, mit dem die Pferde sich darüber her machten.
Mit etwa 11 Jahren wechselten meine Schwester, meine Freundin und ich den Reitstall. Ich glaube, es gab dafür keinen spezifischen Grund. Vielleicht hatten wir aber auch einfach das Gefühl, auf diesem Hof nichts mehr lernen zu können.
Nun begann unsere Ausbildung in einem "richtigen" Reitverein. Zur Anlage gehörte eine große Reithalle mit integrierten Boxen, eine kleinere, eigentlich ausrangierte Halle und ein Sandplatz. Weiden gab es nicht.
Im Reitverein lebten meiner Erinnerung nach nur Großpferde. Der Hof war sehr gepflegt und machte einen guten Eindruck. Es herrschte immer reger Betrieb. Nicht nur Reitschüler tummelten sich dort, sondern auch Privatpferde-Besitzer und etliche Menschen, die wohl auch irgend etwas mit Pferden zu tun hatten. Diese beobachteten oft von einem angrenzenden Café aus das Geschehen in der Halle.
Wir kamen uns anfangs ein wenig ausgeschlossen vor. Die Reiter waren eine eingeschworene Gesellschaft. Um sich diese Gemeinschaft vorstellen zu können, muß ich eine Kategorisierung vornehmen.
|