 |  | | Siesta - ein seltener Anblick |  |  |  | Einmal beim Spaziergang durch den Ort wünschte eine OMA Näheres über dieses Tier mit den zotteligen Beinen zu erfahren. War es nun, weil die alte Frau meine Aufmerksamkeit von Eddy abzog oder weil sie eine etwas seltsame Stimme hatte, jedenfalls drehte sich Eddy um und setzte ihr demonstrativ einen kleinen Haufen direkt vor die Füße.
Mißfallen oder Antipathie auf diese Art zum Ausdruck zu bringen, kenne ich eigentlich nur von unserer stubenreinen Katze. In unserer Wohnung zeigte sie einem Besucher durch das gezielte Fallenlassen einiger Kotbällchen vor seinen Füßen, daß sie ihn nicht mag.
Irgendwie kommen mir da Redewendungen wie "ich scheiß dir was" in den Sinn, die aber aufgrund von Erziehung und Anstand nicht (mehr) explizit ausgeführt werden. Sollten diese "unanständigen" Aussagen über ein Gefühl letztlich gar einen natürlich Ursprung haben? Ich würde an einen Zufall glauben, es für ein ganz natürliches Bedürfnis halten, wenn es nicht diese "besonders" kleinen Häufchen wären, die Eddy so gezielt fallen läßt.
Normalerweise überfordert seine Darmausscheidung nämlich hinsichtlich Kompaktheit und wie auch Größe sowohl Tragkraft als auch Fassungsvermögen einer Plastikgabel - bereits drei Stück sind beim Abmisten zerbrochen, haben der Belastung nicht Stand gehalten
Einzelne Äpfel sind es auch, mit denen Eddy - ähnlich wie Hänsl und Gretl im Märchen - einen für ihn unbekannten Weg markiert. Innerhalb der ersten Hundert Meter auf einem fremden Weg setzt Eddy sein Zeichen.
Der Markierungsrekord liegt bei sieben Darmentleerungen bei einem einstündigen Ausritt. Dabei tut sich Eddy zunehmend schwerer, "sein" Revier zu kennzeichnen, am Schluß sind es nur noch ein paar Pferdeäpfel, die nach etlicher Anstrengung auf den Weg fallen.
In dem eben geschilderten Fall ist die Notdurft also eine Ausdrucksform von Eddy, die sich am treffendsten wohl als Hengstverhalten bezeichnen läßt - eine Art Revierdenken.
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