 |  | | Reiter im Beduinenlager, Ausschnitt |  |  |  | Als ruchbar wurde, dass Mehmed Ali schwer krank war, setzte die türkische Regierung den bewährten Haudegen Ibrahim Pascha als Vizekönig ein.
Daraufhin musste Abbas Pascha zu seinen Freunden in der arabischen Wüste fliehen, denn er konnte seinem Onkel wohl nicht über den Weg trauen. Das Exil dauerte aber nicht lange, nach dem Tod des Onkels 1848 kehrte er zurück und wurde selbst Vizekönig.
Nun konnte er natürlich seiner Leidenschaft für arabische Pferde erst recht frönen. Man sagt ihm nach, für die Regierungsgeschäfte wenig Interesse gehabt zu haben und vornehmlich am eigenen Vorteil interessiert gewesen zu sein. Sowas soll es geben.
Die Zeit im Exil hatte er genutzt, noch mehr über arabische Pferde zu lernen und weitere Einkäufe zu tätigen. Seine Leidenschaft für die arabischen Pferde soll jedes Maß überstiegen haben. Das zeigte sich unter anderem daran, dass er unerhörte Preise gezahlt und fast alle Saqlawiyah Jidraniyah Stuten des Stammes Anazeh aufgekauft hat. Lady Blunt berichtet in ihren Aufzeichnungen 1882, dass Ibn Sudan die letzte Stute an Abbas Pascha kurz vor dessen Tode verkauft hat.
Er zahlte tausend Pfund, was wohl viel Geld war, vor allem angesichts der Tatsache, dass sie schon fünfzehn Jahre alt war. Es ging ihr zudem so schlecht, dass sie in einem Wagen transportiert werden musste. Immerhin hat der neue Besitzer noch einige Fohlen von ihr bekommen. Geld, das haben wir begriffen, spielte für ihn keine Rolle.
Sein luxuriöses Gestüt wurde um eine Bibliothek erweitert, die die Aufzeichnungen des Mamelucken El-Lallah aufnahm. Abbas Pascha beschäftigte ausgesuchte Beduinen von verschiedenen Stämmen (Nejd, Anazeh, Ateybe, Muteyr) in seinem Gestüt, die zusätzlich die Geschichten über die Pferde im Hinblick auf Korrektheit zu untersuchen hatten.
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