 |  | | Pause 'im Stall des Herrchens' |  |  |  | 1994 begann es aber leider auch, daß unser größter Feind immer mächtiger wurde: Das Alter.
Man merkte meiner Pferdedame immer mehr an, dass sie langsam in die Jahre kam. Ihre Beine wurden immer steifer und es zwickte mal hier und mal da.
Es gab in den ganzen Jahren davor nur zweimal eine Pause wegen Beinproblemen: Einmal eine Lederhautentzündung, weil wir ein Eisen verloren hatten und noch heim mussten und eine mehrwöchige Regenerationsphase zur Hufkorrektur.
Sie hatte sehr feste, harte Hufe, die leider nur langsam wuchsen und stand vorne ziemlich flach, was ihr irgendwann Probleme machte. Korrekturbeschläge mit Keil halfen nichts, sondern nur barfuß gehen, und das so oft wie möglich.
Im Winter bekam sie deshalb schon seit 1992 keine Eisen mehr, was ich jedem nur empfehlen kann. Das in der Zeit gewachsene Horn war bei Bella wie Hartgummi.
Es war auch nicht mehr möglich, Bella in der Box zu halten, weil sie von der ewigen Herumsteherei nur steif wurde. Gott sei Dank fand ich einen schönen Offenstallplatz, und wenn Bella nicht so problematisch mit anderen Pferden gewesen wäre, hätte ich sie schon viel früher umgestellt.
Mir ging die Käfighaltung schon lange auf die Nerven, aber Bella war für eine Herde nicht zu brauchen. In der ersten Zeit, in der ich sie hatte, konnte man sie überhaupt nicht zu anderen lassen, sie musste immer krankhaft Leitstute spielen und drangsalierte jeden Artgenossen.
Dann, als sie einigermaßen normal im Umgang wurde, hatte ich keine Gelegenheit für ein Herdentraining. Schließlich bekam sie eine Augenentzündung, nach der ihr rechtes Auge blind wurde.
Beim Umgang und Reiten war das kein Problem, aber wenn man sie zu anderen Pferden ließ, gab es immer den gleichen Ablauf: Erst wurden alle intensiv zurechtgewiesen, sie war schließlich Leitstute.
Dann aber kamen die Kollegen darauf, dass sie rechts nichts sieht und ab dem Zeitpunkt hatte sie Stress pur. Ende vom Lied war immer, dass sie zitternd in einer Koppelecke stand, vor Panik rosste und die Rache ihrer Artgenossen erdulden musste.
Es war ihr nie möglich, sich in eine Pferdegruppe einzuordnen - entweder ganz oben oder am Boden zerstört.
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