Hier zeigt sich das Internet wieder einmal von seiner besten Seite. Die erste Beitrag ist sehr lang, 60 KByte reiner Text, das sind etwa 30 Schreibmaschinenseiten.
Das will ich natürlich nicht alles lesen, also das Suchfenster ( Strg+F) aufgemacht und ' Prasina' eingegeben: da haben wir die Stelle, die Google gefunden hatte, etwa in der Mitte.
Im Gegensatz zu anderen Robotern, die lediglich den Titel, die Adresse oder allenfalls noch Meta Tags auswerten, durchforstet Google nämlich den gesamten Text, nicht nur das, Google legt sogar auf seiner eigenen Platte eine Kopie an. Man kann deshalb bei Google manchmal Sachen finden, die an der ursprünglichen Fundstelle schon nicht mehr zu haben sind.
Der erste Abschnitt beleuchtet die Gladiatorenspiele. Dort ist auch das Colosseum abgebildet, das - ganz aktuell - vor etwa einer Woche nach mehr als 1500 Jahren erstmals wieder in Betrieb genommen wurde!
Der zweite Abschnitt behandelt die Wagenrennen, die im Circus Maximus abgehalten wurden. Die Informationen sind sehr ausführlich und außerordentlich interessant.
Sie sind zu finden auf der privaten Homepage eines Studenten der Kepler-Universität in Linz, Österreich, Thomas J. Lang. Der Text entstand im Rahmen der Latein-Matura, Spezialgebiet "Theater- und Zirkusspiele". "Matura" ist das deutsche Abitur.
Für uns ist der Abschnitt 2.3 wichtig:
2.3 Die Renngesellschaften
Für die Rennen war ein so großes Aufgebot an Leuten, Pferden und Wagen notwendig, daß ein Festgeber nicht mehr in der Lage war, dies alles selbst zu bestreiten. In republikanischer Zeit bildeten sich zu diesem Zweck Gesellschaften, die über eine Unmenge an Sklaven und Gestüten verfügten. Wollte ein Beamter Wagenrennen veranstalten, setzte er sich mit diesen Gesellschaften in Verbindung. Die Gesellschaften wurden als Parteien (factiones) bezeichnet, deren Leiter in der Regel dem Ritterstand angehörten.
Jedes Gespann vertrat eine der Parteien. Gewöhnlich traten vier factiones in Konkurrenz:
- die "Weißen" (factio albata),
- die "Roten" (f. russata),
- die "Grünen" (f. prasina) und
- die "Blauen" (f. veneta).
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Jede dieser factiones unterhielt außer den Wagenlenkern (aurigae, agitatores) ein zahlreiches Personal von Trainern, Tierärzten, Schneidern, Sattlern, Stallmeistern, Stallknechten, Wärtern und Tränkern. Jetzt wissen wir also, daß Prasina einfach nur eine Farbe bedeutet (grün) und deshalb in Fauna und Flora Verwendung findet (grüne Bohnen, grüne Nattern, grüne Käfer). So erklärt sich die erste Fundliste.
Außerdem klärt sich auch die Formulierung
gehören zu einem vierteiligen römischen Mosaik |
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auf: die anderen Teile werden einfach den übrigen 3 Mannschaften zugeordnet gewesen sein.
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