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Unbekannt, Deutschland/USA?
Plakatwerbung, Ausschnitt
Offsetdruck, ca. 2x3 m
An einer Bushaltestelle in Tübingen, Foto 16.8.03

In der letzten Woche habe ich mich mit Plakatwerbung beschäftigt ( Hatz oder Hetze). Beim Thema "Plakatwerbung mit Pferden" darf Marlboro natürlich nicht fehlen.

Marlboro - Cowboys - Pferde, das ist eine Assoziationskette, die die Marke über zig Jahre hinweg sorgfältig aufgebaut hat. Bei Marlboro ist man sich ziemlich sicher, was man von Seiten der Werbung zu erwarten hat.

Diese kommt bewußt harmlos daher. Sie vermeidet es, ganz im Gegensatz zum Plakat der letzten Woche, Anstoß zu erregen. Sie bedient sich immer derselben Muster und Werte, um ihre eigenen Ziele und Zwecke durchzusetzen.

Auch diese sind an sich nicht ungewöhnlich. Eine Firma will und muß Umsätze machen, Geld verdienen, im Falle einer Aktiengesellschaft die Kapitaleigner zufriedenstellen. Leider verdient diese Firma ihr Geld überwiegend mit Drogen. Genauer: Mit Drogen, die abhängig machen.

Das ist ein klares, einfaches und sicheres Geschäft. Wer abhängig ist, muß kaufen. Die Aufgabe besteht also lediglich darin, die nicht abhängigen Verbraucher dahingehend zu verführen, daß sie sich in die Abhängigkeit begeben. Dazu dient die Plakatwerbung. Cowboys und Pferde werden also benutzt, um die Menschen zu verführen.




Kommentar · 07.09.2003
Von   Werner Popken

Gesamtansicht · © 2008  
Gesamtansicht
Wie meistens bei Drogen, sind diese nicht nur für die Psyche, sondern auch für die Gesundheit des Abhängigen abträglich. Schon im 19. Jahrhundert erkannte man diese Zusammenhänge. Zigaretten wurden bereits 1898 in Tennessee gerichtlich verboten (» History of Cigarette Advertising).

Die Begründung des Obersten Gerichts in Tennessee war klar genug: Zigaretten seien "kein legitimer Handelsartikel, durch und durch schädlich und gesundheitsschädigend. Ihr Gebrauch ist immer von Übel ".
(...not legitimate articles of commerce, being wholly noxious and deleterious to health. Their use is always harmful.)

Zwei Jahre später haben Washington, Iowa, Tennessee und North Dakota den Verkauf von Zigaretten verboten. Im Jahre 1901 gab es in 43 der damals 45 Staaten der USA eine starke Anti-Zigaretten-Bewegung. 1902 gründete die britische Firma Philip Morris in New York eine Niederlassung, um ihre Marken in den vereinigten Staaten zu vertreiben.

Dazu gehörten Philip Morris, Blues, Cambridge, Derby, und eine Zigarette, die nach der Marlborough Street in London benannt war, in der sich die Fabrik befand. Marlboro war eine der ersten Marken für Frauen und zeichnete sich durch ein rotes Mundstück aus, um die Verfärbung durch den Lippenstift weniger auffallen zu lassen. Diese Marke hatte keinen Erfolg.





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