George Stubbs Euston, ein Grauschimmel Öl auf Holz, 86x100 cm, ca. 1775 versteigert bei Sotheby's am 30.11.2000
"Dieses Bild kommt nicht im Buch Pferde vor - vermutlich ist das Gemälde bei Drucklegung des Buches noch gar nicht bekannt gewesen."
George Stubbs, 1724-1806 Englischer Maler, der vor allem durch seine großartigen Pferdebilder berühmt wurde. Nachdem er einige Zeit in Lincolnshire mit dem Sezieren von Pferden verbracht hatte, siedelte er nach London über und veröffentlichte dort seine Anatomy of Horses (1766). Seine meisterliche Beobachtungsgabe lenkt jedoch nie von der gestalterischen Phantasie ab, die seine besten Werke prägt.
aus dem Buch Pferde mit freundlicher Genehmigung des » Taschen-Verlags siehe auch Bildschirmschoner Pferde und Rezension
Kommentar · 01.09.2001 Von Werner Stürenburg
Dieses Bild hat vor fast einem Jahr eine kleine Sensation hervorgerufen, und diese Sensation hat selbstverständlich mit Geld zu tun. Was bewegt unsere Welt denn mehr als Geld? Sex vielleicht? Vermutlich nicht.
Wir haben bereits gesehen, daß auch die Zucht von Pferden und insbesondere die Zucht von Vollblütern durch Geld angetrieben wird - nicht nur, aber ganz wesentlich.
In der heutigen Ausgabe geht es um Pferde und Kunst - und um Geld. Die Öffentlichkeit interessiert sich für Kunst in erster Linie ebenfalls im Zusammenhang mit Geld. Wenn ein neuer Rekord bei einer Auktion erreicht worden ist, ist das allemal eine Schlagzeile wert. Auch im Falle des Euston von George Stubbs.
Warum das so ist, interessiert niemanden. Es versteht auch keiner, warum der arme Vincent kein Bild verkaufen konnte und sich erschießen mußte und heute einer für ein blödes Bild mit Sonnenblumen über 50 Millionen US-Dollar hinlegt.
Leute, die nichts von Pferden verstehen und nichts von Kunst, verstehen auf jeden Fall etwas von Geld. Und wenn für eins von beiden viel Geld ausgegeben wird, dann muß diejenige, der das tut, wohl viel davon verstehen, oder?
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