So gesehen, wundert es mich, daß Eligius nicht unter Pferdeleuten wesentlich bekannter ist, wenn er denn der Patron der Pferdehändler, Kutscher, Tierärzte und Pferde ist und hilfreich gegen Pferdekrankheiten.
Vielleicht sollten wir weniger auf die herkömmliche Medizin, auf Akupunktur, Homöopathie und Telepathie setzen und stattdessen mehr zum guten Eligius beten.
Aus der Biographie des Eligius (588-660, Fordham University, New York, Jesuiten Universität, verfaßt von seinem Kollegen und Freund, Bischof Dado, 669-742) dazu folgende Geschichte, die vermutlich seinen Ruf als Pferdeheiler begründete:
Bischof Eligius hat bei seinem Tode sein besonders frommes Pferd (wahrscheinlich lammfromm) einem Abt vermacht. Der gierige Bischof dieses Abtes trachtete jedoch nach diesem Pferd und riß es sich unter den Nagel.
Der Abt traute sich natürlich nicht, sich dem Bischof zu widersetzen, und nahm Zuflucht zum verstorbenen Eligius. Der Bischof konnte sich des Pferdes leider nicht erfreuen, weil es alsogleich an allen vier Beinen lahmte, zitterte und verfiel.
Er holte daraufhin einen Pferdedoktor, der sich auch redlich bemühte, aber nichts erreichte. Im Gegenteil, sobald dieser sich dem Pferd näherte, wurde es richtig wild. Nach einigen Tagen hatte der Bischof ein Einsehen. Bevor er das Pferd ganz verlor, schenkte er den Gaul einer Matrone als Liebeslohn ("So he offered him as a gift of thanks to a certain matron whom he loved").
Diese wiederum nahm sich des Pferdes liebevoll an und versuchte es zu heilen. Eines Tages unternahm sie mit dem Pferd einen Ausritt. Offensichtlich war das Pferd zu dem Zeitpunkt schon wieder ziemlich hergestellt. Dann aber hat es gebuckelt und die Frau abgeworfen, und zwar so schwer, daß die Frau für ein Jahr fiebrig war ("for a year she shook with fever ... violently sick").
Da hat sich die Frau schwer bedankt für so ein Geschenk und Genugtuung gefordert ("reproaching him that he sent her exacerbation for a gift and thank you"). So hatte der Bischof beide Probleme wieder am Hals. Er holte das Pferd zurück und es ging diesem wieder zunehmend schlechter. Dann soll ein gewisser "religiöser Priester" gesehen haben, wie die Dinge stehen, und dem Bischof geraten haben, das Pferd dem Abt zurückzugeben.
Das hat der dann getan, nach ein paar Tagen ging es dem Pferd wieder gut und es hat sich beim Abt in jeder Hinsicht gut benommen. Und wenn es nicht gestorben ist, lebt es noch heute.
Soweit die Geschichte. Für den Gläubigen ist damit bewiesen, daß der tote Eligius seine Hände im Spiel hatte und die gesamte Sache von außen gesteuert hat. Eligius macht Pferde krank und gesund. Also muß Eligius wohl heilig sein.
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