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Editorial zu Ausgabe 665

   
W. Popken im Fenster
Selbstportrait 08/2004
   
   
25.12.2011

Why

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr lädt ein, zur Ruhe zu kommen, sich zu besinnen, Bilanz zu ziehen und neue Pläne zu schmieden. Was war gut im letzten Jahr, was weniger, was wollte man erreichen, was ist daraus geworden? Und welche Schlüsse ziehen wir daraus für das nächste Jahr?

Angeblich soll es » Willy Brandt gewesen sein, der einmal sinngemäß sagte, dass man gar nicht so kompliziert denken könne, wie es im Leben dann kommt. Und » John Lennon soll gesagt haben, dass Leben das ist, was passiert, während man eifrig Pläne geschmiedet. Die Bilanz zeigt denn auch häufig, dass es doch ganz anders gekommen ist, als man gedacht hat, aber trotzdem ist es nicht sinnlos, neue Pläne zu schmieden.

Ich wundere mich immer wieder, was mir so über den Weg läuft und zu denken gibt - so etwas kann man gar nicht planen. Vor ein paar Tagen habe ich wieder einmal ein Video auf » TED angeschaut, und dann noch einmal und noch einmal. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf dieses Video gekommen bin.. Es war nicht das erste Video auf dieser Seite, ab und zu einmal habe ich das eine oder andere gesehen, hatte mich aber noch nie damit beschäftigt, was » TED eigentlich ist. Dieses Video machte mir offenbar mehr Eindruck als die anderen, die auch schon nicht schlecht gewesen waren, so dass ich tiefer einstieg. Das liegt sicher an mehreren Qualitäten, aber der Kern ist die Frage nach dem »Warum«, englisch „Why“ - dieses Wort steht im Zentrum der Zielscheibe, die » Simon Sinek auf das Flipchart malt. Sein Vortrag trägt den Titel: » How great leaders inspire action, mit deutscher Übersetzung: » Wie große Führungspersönlichkeiten zum Handeln inspirieren



Erweckung

In kurzer Zeit ist Sinek sehr bekannt geworden und wird auch von großen Organisationen, sogar vom Militär eingeladen, um seine Entdeckungen zu verbreiten. Anscheinend hat der Mann etwas zu sagen. Auslöser war ein Buch, das seine eigenen Erfahrungen beschreibt. Wie jeder von uns, kam er nackt und bloß auf diese Welt und wuchs heran. Irgendwie hatte es ihn in die Werbung verschlagen und dort machte er eine beachtliche Karriere, konnte sogar seine eigene Werbeagentur gründen. Aber dann wurde das Leben für ihn schwer. Er verlor die Lust. Er wusste morgens nicht mehr, warum er aufstehen sollte. Er wusste nicht mehr, warum er lebt. Er bekam die große Sinnkrise.

Neulich saß ich mit anderen zusammen in einem Gesprächskreis und jemand berichtete von genau so einer Sinnkrise, als er auf die 30 zuging. Er war eigentlich reif für den Selbstmord, aber noch nicht einmal das bekam er hin. In dieser Situation hatte er ein Erlebnis, das er als Erweckung empfand. Er wurde dem Leben wieder zurückgegeben und konnte für den Rest seines Lebens davon zehren. Ein anderer Teilnehmer, schon lange im Rentenalter, konnte sich überhaupt nicht vorstellen, dass jemand Selbstmordgedanken hat, schon gar nicht in diesem Alter. Ja, die Menschen sind verschieden, und es sind nicht die schlechtesten, die die Sinnkrise bekommen.

Sinek hat seine Sinnkrise ernst genommen und sich gefragt, warum er aufstehen soll, warum er den Tag beginnen und durchhalten soll, warum er lebt. Und diese Fragestellung führte zu erstaunlichen Einsichten. Schließlich kam der Mann aus der Werbung; seine Aufgabe war es, Produkte und Dienstleistungen anderer Leute anzupreisen. Und auch dort stellt sich eine ähnliche Frage: Warum soll ich dies oder das kaufen, dies oder das in Anspruch nehmen? Werbeleute haben es manchmal sehr schwer, darauf Antworten zu finden. Er stellte sich die Frage nun anders, abstrakter: Warum haben manche Werbekunden mehr Erfolg als andere? Warum haben manche Menschen mehr Erfolg als andere? Seine Antwort ist: Weil diese Leute wissen, warum sie das tun, was sie tun. Es kommt auf das warum an, nicht auf das was oder wie. Das war seine Erweckung, das rettete sein Leben, er fragte sich, warum er lebt und stellte fest, dass ihm diese Fragestellung hilft. Dann kamen seine Freunde, schließlich zahlende Gäste, und schließlich schrieb er sein Buch, was wiederum dazu führte, dass er auch Firmen und Institutionen beraten sollte.



Geschäftslogik

Der Ausgangspunkt war seine persönliche Sinnkrise, die man ja gut verallgemeinern kann, denn schließlich muss jeder von uns morgens aufstehen und durch den Tag kommen, und wenn man weiß, warum man das tut, fällt das leichter. Die Übertragung dieser persönlichen Erfahrung auf alle möglichen Verhältnisse mag überraschen, hängt aber sicher auch mit seiner professionellen Ausrichtung zusammen. Ein solcher Vortrag bei TED darf höchstens 18 Minuten dauern (manche Leute überziehen ein paar Minuten), man muss sich also kurz fassen. Beispiele sind immer hilfreich, und Sinek benutzt drei: » Apple, die bekannte Lifestyle-Firma, für die manche Menschen wohl in den Tod gehen würden, zu denen Sinek möglicherweise gehört, denn er argumentiert geradezu penetrant mit der angeblich schlafwandlerischen Sicherheit, mit der Apple alles richtig macht, und mit der fanatischen Entschlossenheit aller Menschen, deren Produkte unbedingt besitzen zu wollen.

Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich kann zwar die Argumente würdigen, aber ich gehöre nicht zu den Leuten, die Apple für etwas Besonderes halten, und ich möchte keine Produkte von denen besitzen. Ich habe Produkte von denen besessen, so ist das nicht, und zwar als Profi, der damit nicht nur arbeiten musste, sondern diese Geräte und Arbeitsmittel auch seinen Kunden anzupreisen hatte, und ich war kein Anfänger, sondern wusste, was ein ganz normaler PC kann und leistet. Ich habe mich nicht blenden lassen, sondern sofort gesehen, welche Probleme man sich mit dieser sektenähnlichen Organisation einhandelt - die haben noch nicht einmal ihre eigenen Ansprüche erfüllen können, was ich unglaublich fand und denen nie unterstellt hätte. Aber als Argument kann ich das durchaus gelten lassen.

Das zweite Beispiel ist » Martin Luther King, das dritte die » Brüder Wright. Bei King reitet Sinek darauf herum, dass dieser Prediger Hunderttausende zu einer Kundgebung locken konnte, als es noch kein Internet und kein Mobilfunk gab. Und auch da fragte er sich wieder, was diesen Mann vor allen anderen auszeichnete, die sich mit dem Problem der Bürgerrechte in den USA auseinandersetzten und möglicherweise bessere Redner waren. Die Brüder Wright schließlich hatten sehr schlechte Chancen; das Thema Motorflug lag in der Luft, viele beschäftigten sich damit, einflussreiche Leute hatten sehr viel bessere Möglichkeiten, weil sie über sehr große Mittel verfügten und die besten Leute einkaufen konnten. Dennoch haben diese Amateure es geschafft. Die Antwort in allen drei Fällen ist, dass derjenige Erfolg haben wird, der aus innerem Interesse bei der Sache ist, der genau weiß, warum er das tut, und dass derjenige letzten Endes scheitern wird, der es nur des Geldes wegen oder sonstiger nebensächlicher Gründe betreibt, was in seiner Sicht niemals der wahre Grund sein kann, sondern nur das Resultat.



Interesse

   
» Simon Sinek bei TED: Why, How, What
   
   
Sinek bringt noch ein paar mehr Beispiele aus dem zeitgenössischen Geschäftsleben - als Werbefachmann muss er wohl ständig von kaufen reden. Die älteren Beispiele (King, Wright) zeigen aber, dass die Frage nach dem »Warum« mit Wirtschaft und Konsum gar nichts zu tun hat. Wer nicht weiß, warum er morgens aufstehen soll, ist innerlich leer und letzten Endes verzweifelt; da helfen auch Millionen oder Milliarden nichts.

In diesem Zusammenhang fallen einem natürlich viele Prominente ein, die so lange ein (halbwegs) befriedigendes Leben führen konnten, bis sie ganz oben angelangt waren. Und dann kam die große Leere, die Sinnkrise, an der viele zerbrochen sind. Schreckliche Schicksale sind das, die man niemandem wünschen möchte.

Soll man daraus nun den Schluss ziehen, dass es fatal ist, wenn Wünsche erfüllt werden? All die großen Pläne, die man für sein Leben schmiedet, insgesamt oder für das nächste Jahr - sollten sie besser nicht erfüllt werden, damit man nicht ein solches Schicksal erleidet? Dieser Schluss ist sicherlich falsch. Im Gegenteil möchte man jedem doch wünschen, alle seine Ziele zu erreichen. Sollten diese Ziele aber nicht wirkliche Ziele sein, sondern nur aufgesetzte, entstehen daraus Probleme, die gelöst werden müssen.

So wie bei Sinek, der ja schließlich auch als erfolgreicher Werbefachmann mit eigener Firma mitten in New York da war, wo viele gern sein möchten. Er hat seine Krise produktiv bewältigen können, er hat sich weiterentwickelt und gibt diese Botschaft jetzt anderen weiter. So empfiehlt er beispielsweise den Militärs, darüber zu reflektieren, warum man das tut, was man tut. Das ist sicher nicht schlecht. Vielleicht nützt er dadurch den Friedensbemühungen auf der Welt mehr als Diplomaten und Politiker, Bürgerrechtler und Aktivisten (siehe » Simon Sinek talks about 'Start with WHY' with B1G1 Chairman, Paul Dunn.). Vielleicht wäre es auch nicht schlecht, das neue Jahr damit zu beginnen, sich zu fragen, warum man die nächsten 365 Tage leben möchte. Was ist das grundlegende Interesse, das alles andere nach sich zieht? Warum will ich leben? Was ist mir wichtig? Und erst dann zu fragen, was ich erreichen will.

Sinek behauptet, dass es genau diese Flussrichtung ist, die Erfolg verspricht: Why => How => What. Firmen und Personen arbeiten in der Regel genau andersherum: Sie wissen genau, was sie tun, einigermaßen genau, wie sie es tun, aber so gut wie nie, warum sie es tun. Umgekehrt wird ein Schuh daraus.



Spam

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Haiku

  1. Warum steh' ich auf?
    Was bringt mich durch die Tage?
    Wofür lebe ich?


  2. E-Mail-Adressen.
    Sind drei besser als eine?
    Wo ist die Firma?



   
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