| | | Ganz schön wagemutig: Die "Ungarische Post" auf blankem Ponyrücken ohne jegliche Hilfsmittel. |  |  |  |
Ungarische Post Als Ungarische Post wird eine Schaunummer bezeichnet, bei der ein Reiter auf zwei galoppierenden Pferden steht. Das ist ein rasantes Schaubild, das die Zuschauer den Atem anhalten läßt. Ungarische Post verlangt Geschick und Körperbeherrschung. Balance und schnelles Reaktionsvermögen gehören ebenso dazu wie eine gehörige Portion Mut. Voraussetzung Pferde: Erfahrene, gut ausgebildete Kutschpferde sind ideal, weil sie es bereits gelernt haben, auch ohne Schenkel- und Kreuzhilfen Kopf an Kopf zu laufen und auf Stimm- und Leinenhilfen zu reagieren. Aber auch Fahrpferde müssen Sie sorgfältig vorbereiten; denn nicht jedes Pferd duldet ohne Reaktion einen so starken punktuellen Druck auf dem Rücken, wie ihn die beiden Menschenfüße auf kleinster Fläche ausüben. Aber auch Reitpferde, die nie vor einer Kutsche liefen, können durchaus für die Ungarische Post geeignet sein. Empfehlenswert sind zwei möglichst gleich große Pferde mit weicher, gleichmäßiger Galoppade. Eine hohe Knieaktion kann ebenso hinderlich sein wie kurze, steife und stampfende Bewegungen, die der Steher über seine Beine und seinen Rücken ausbalancieren muß. Die Pferde müssen sehr verträglich sein und dürfen auch bei ständiger Körperberührung nicht gegeneinander ausschlagen, beißen oder sich ansteigen. Sie sollten scheufrei sein auch bei lautem, klatschendem Publikum, gute Nerven haben und nicht allzu stürmisch laufen. Wenn das Größenverhältnis zwischen Reiter und Pferd stimmt, dann spielt die Rasse keine Rolle. Problematisch werden kann es für den kleinen Reiter auf großen Pferden ( Warmblüter, Vollblüter, Shirehorse etc.) den zierlichen, kurzbeinigen Reiter auf kalibrigen oder besonders schweren Rössern (Kaltblüter, Friesen, Pferde im Cob-Typ etc.) und den großen Postreiter auf kleinen Pferden oder Ponys.(zierliche Araber, Reitponys, Islandpferde, Shetlandponys etc.). Die Postpferde dürfen nicht allzu empfindlich im Kopfbereich, dem Rücken und vor allem der Nierenpartie reagieren und sollten vorzüglich auf die Reiterstimme geschult sein, weil die beim Reiten übliche Hilfengebung bei diesem Schaubild nicht möglich ist. Ausrüstung Pferde und Reiter: Für das Postreiten gibt es keinerlei Vorschriften. Jeder Postreiter wählt die Ausrüstung, von der er glaubt, daß sie die größtmögliche Sicherheit bietet. Üblich ist die Ausrüstung der beiden Pferde mit Trensenzäumung, Schabracke und Longier- oder Voltigiergurt. Dazu eine Sicherheitsweste (wie bei der Vielseitigkeitsreiterei) und wenigstens im Training ein Reithelm. | Warnung: Völlig ungeeignet sind mechanische Hackamore oder scharfe Zäumungen; denn beim Stehen auf dem Pferd ist eine normale, schonende Zügeleinwirkung nicht möglich. Auch wenn die meisten Pferde für die Ungarische Post mit Ausbindern ausgerüstet werden, damit sie geregelt und gleichmäßig laufen, ist das gefährlich. Denn wenn der Reiter das Gleichgewicht verliert und stürzt, kann er in den Hilfszügeln hängen bleiben. | | |
| |