| | | Mischung aus Schaf, Esel und Waschlappen |  |  |  |
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Ein Beistellpferd für Janosch Ein kleiner, häßlicher Dülmener wird zum Star von › Werner Popken Zu den Themen Beistellpferd, Dülmener, Körung |
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In dieser Woche möchte ich Ihnen die Geschichte einer Familie erzählen, deren Leben durch einen kleinen » Dülmener Hengst ganz ohne Absicht eine völlig neue Farbe und Richtung bekam. "Ich habe mit Pferden eigentlich nichts zu tun, meine Frau ist die Pferdenärrin", setzte mich Henning Papendorf gleich am Telefon ins Bild. Und doch steht er eigentlich im Mittelpunkt aller Geschichten rund um Rossini, den Dülmener Hengst, der zum Botschafter der bedrohten Pferderasse geworden ist.
Seine Frau, Dr.med. Sabine Sellig, arbeitet als Ärztin in einem Krankenhaus. Und wie das so ist mit den jungen Ärzten, kam sie im Laufe ihrer Berufstätigkeit ein bißchen herum. Zum Beispiel nach Düsseldorf/Neuss, und dort hat sie sich 1996 ein Pferd gekauft, den Janosch. Janosch ist ein ziemlich großer Schimmelwallach aus Sachsen-Anhaltinischer Zucht, 1990 geboren, der überwiegend freizeitmäßig eingesetzt wird, schon aus Zeitgründen. "Wir sind hier im ländlichen Raum auch auf Turniere gegangen, aber das kostet einfach zu viel Zeit", kommentierte Sabine Sellig ohne viel Bedauern. Es reicht ihr, wenn sie Freude an ihrem Pferd hat. "Ich bin groß, für mich fängt ein Pferd erst ab 1,70 an."
Nun kann man so ein Pferd ja nicht in der Garage abstellen. Also verbrachte Janosch seine Tage, wie üblich, in einem Reitstall, Typ FN. Zunächst in Neuss-Grimlinghausen, dann mußte die Besitzerin aus beruflichen Gründen umziehen und damit kam ihr Pferd nach Porta-Westfalica. "Janosch war in dieser Hinsicht ein sehr schwieriges Pferd. Er hat die Boxen eingeschlagen, die Wände eingetreten, sich festgelegt, schließlich hat er sich sogar ein Holzstück in den Rücken gerammt - es war grausam", rekapitulierte die Besitzerin.
Schließlich stand ein Umzug nach Bayern an. Und dort kam Janosch in einen Offenstall, Typ Westernreiter. Das war die Erlösung. "Zum ersten Mal hatte Janosch keinen Schnupfen." Diese Erfahrung war nur sehr kurz, ein paar Monate, aber sie genügte. Die Eheleute wußten jetzt: Der Offenstall war ihre oder vielmehr seine Rettung. Und die Realisierung im Grunde kein großes Problem, als sie wieder nach Norddeutschland zurückgekehrt waren, in das Haus ihrer Eltern. Denn hinter dem Haus und neben dem Haus gibt es genug Land, um dort einen Offenstall und Weiden für die Pferdehaltung einzurichten.
"Meine Großeltern haben dort Erdbeeren angebaut und ganz gut davon gelebt, aber diese Zeiten sind vorbei." Schwierigkeiten hat es nicht gegeben - die Nachbarn sind tolerant und die Behörden müssen nicht gefragt werden, denn Henning Papendorf hat die Konstruktion ohne Fundament errichtet und könnte alles sofort abbauen und woanders wieder aufbauen. "Geld weniger, Arbeit desto mehr", antwortete er auf meine Vermutung, daß die Einrichtung doch einiges gekostet haben wird. Aber so weit sind wir in der Geschichte ja noch nicht. Denn beiden war klar, daß ein Offenstall für ein Pferd allein nicht die Lösung sein kann. Ein Beistellpferd wurde daher dringend gebraucht.
Da sie sich einmal den Fang der Junghengste in Dülmen angeschaut hatten, fanden sie die Idee, sich dort ein billiges Pferdchen zu holen, naheliegend. Solch ein Jährling von der Wildbahn war 1997 schon für 350 oder 400 Mark zu haben. Im Jahr darauf fuhren sie also wieder am letzten Wochenende im Mai nach Dülmen, diesmal mit einem Pferdeanhänger, und hofften, mit ein wenig Glück günstig an ein Beistellpferd zu kommen.
800 Mark hatten sie eingesteckt, mehr sollte das Hengstchen inklusive Auktionsgebühren nicht kosten. "Leider" war der Winter in diesem Jahr recht mild gewesen und die Ausbeute entsprechend gut. Daher stiegen die Preise und Henning Papendorf mußte ein ums andere Mal zusehen, wie sein Limit überboten wurde. Die Gesichter wurden länger und länger. "Jedes Jahr werden 40 bis 50 Hengste versteigert, und die Preise gehen bis 1200 EUR", gaben sie zu bedenken. "Die Leute bieten auf das Aussehen. Je kräftiger und dominanter, desto höher die Gebote."
Tja, und dann war die Auktion eigentlich schon vorbei. Aus der Traum! Aber dann gab es noch einen Nachschlag. Vier Fohlen werden nämlich jedes Jahr unter den Besuchern verlost. Natürlich hatten die beiden selbst auch reichlich Lose gekauft - schließlich kann man billiger an ein Fohlen nicht kommen. Aber leider hatten sie kein Glück gehabt. Für vier andere Besucher sah es aber anders aus. Sie waren nun im Besitz eines Dülmener Hengstfohlens.
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