| Auszug aus dem aktuellen Hauptartikel › Sir Henry und das krebskranke Mädchen: | | | Der Autor und Zivilist auf der Wiese | | | | |
| Hinweis der Redaktion: Dies ist ein weiterer Teil der Auszüge aus dem zweiten Band über das Pferd Zivilist. Beide Bände liegen zwar in mehreren Sprachen vor, sind aber sämtlich vergriffen. Eine Neuauflage wird derzeit vorbereitet. Links zur Suche in antiquarischen Datenbanken finden Sie unter Quellen am Ende des Artikels. | POPPERS Richard war erstaunt und sehr erfreut über den Heilungserfolg von Zivilists Hufen durch die Bergkur. Er hatte mir verschwiegen, dass er befürchtete, die Hufe behielten einen chronischen Schaden zurück. Nun fragte Richard mir Löcher in den Bauch, was ich alles gemacht hatte. "Ich kann dir nicht weiterhelfen, Richard, ich habe nur gemacht, was Zivilist mir zeigte, und ihm ermöglicht, dass er an die Dinge rankam, die er haben wollte. Wir gingen zum Beispiel so lange in den Wald, wie er Fichtentriebe fressen und Baumflechten abschlecken wollte." "Hast du dir nicht merken können, was er alles zu sich nahm?" "Ein paar Pflanzen könnte ich dir im Buch zeigen, auch giftige, die darunter waren." "Giftpflanzen? Hochgiftige?" "Laut Buch schon!" Richard schüttelte den Kopf: "Der Zivilist wieder. Ihr seid mir so ein Gespann. Dem Rätsel komm ich noch auf die Spur." Als ich Zivilist auf die Koppel führte, begrüßte er seine alten Freunde, musterte und beroch sein Double, die Stute Samanda, genannt Sam, und übernahm wie selbstverständlich wieder die Führung − sehr zum Leidwesen von Pedro, der natürlich inzwischen der Anführer geworden war. Es gab ein paar kurze, eindrucksvolle Hengstkämpfe, und die Rangfolge war geregelt, Pedro reihte sich wieder hinter Zivilist ein. Man konnte sehen, dass Zivilist wieder der Alte war. Im Gegensatz zu Zivilist baute Stinkerbär mit ihren 17 Jahren immer mehr ab, sehen und hören waren bereits ganz ausgefallen, nur die Nase funktionierte noch gut. Als sie nicht mehr selbst aufstehen, nur noch schwer laufen und das Wasser nicht mehr halten konnte, was ihr sichtlich unangenehm war, überlegte ich mir, ob es nicht humaner wäre, sie einschläfern zu lassen. Oft fragte ich Richard: "Hat Poppers Schmerzen, ist es eine Qual für sie...", obwohl ich eigentlich selbst sah, dass sie keine Schmerzen hatte. Ich fand auch keinen Grund, warum ich das Recht hätte zu entscheiden, dass ihr Leben jetzt zu Ende sein sollte. Oft saß ich bei ihr, streichelte sie und fragte: "Was würdest du wollen, Poppers? Findest du dein Leben noch lebenswert?" Und jedes Mal hatte ich den Eindruck, sie hörte mir zu, obwohl sie taub war. Ich beschloss, abzuwarten. Und wenn es ihr wieder besser ging, war ich froh, mich so entschieden zu haben. › mehr ...
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