Du kennst bei Dir selbst sicher auch den Muskelkater, Muskelschmerzen, die nach anstrengender Bewegung entstehen. Die muskuläre Energie entsteht unter anderem durch Umwandlung von Muskelzucker in Milchsäure. Je mehr die Muskulatur arbeitet, desto mehr steigert sich die Glucose-Umwandlung und reichert die Muskulatur mit Milchsäure an. Dass ein Zuviel an Milchsäure die Muskulatur, das Muskeleiweiß schädigt, spürt man an den Muskelschmerzen, am Muskelkater. Leider verfallen Reiter häufig dem Irrtum, die Anstrengungen anschließend durch Ruhetage ausgleichen zu können, bei gleichem oder sogar zum vermeintlichen Ausgleich und zur Wiederherstellung des vorherigen Kräfteverhältnisses besonders stärkendem Futter. In vielen Fällen entsteht dann durch Glucoseumwandlung ein solcher Überschuss an Milchsäure, dass das Muskeleiweiß geschädigt wird und sogar zu dauernden Muskelveränderungen führen kann. Wenn dieser Zustand erreicht ist, erkennt man das an dem dunkel gefärbten Urin, der 'schwarzen Harnwinde', auch Nierenverschlag, Kreuzschlag oder Feiertagskrankheit genannt. Bei erneuter Arbeit nach der Ruhe erkennt man in so einem Fall bereits kurz nach Beginn der Arbeit eine Veränderung des Gangs, das Pferd zittert, die Bewegung wird steif und die Möglichkeit, dass das Pferd niederstürzt und nicht mehr zum Aufstehen kommt, ist dann groß und bedeutet manchmal das Ende. Also: besonders das Pferd in der Ausbildung, das Muskeln aufbauen soll, braucht gleichmäßige Belastung seiner Körperkräfte. Solltest Du mal für ein paar Tage Dein Pferd auf der Koppel stehen lassen müssen, dann reduziere in den Vortagen die Arbeit und auch das Kraftfutter, dass Dein Pferd nicht von 100 auf Null gebracht wird und später direkt wieder auf 100 weitermachen soll. Jede Dunkelfärbung des Urins nach starkem Gefälle zwischen Arbeit und Ruhe sollte Dich dann warnen, einen Tierarzt zu Rate zu ziehen. Gott Sei Dank ist heute die 'Feiertagskrankheit' seltener geworden, weil viele Reitpferde auf relativ großen Koppeln doch etwas Bewegung haben, wenn mal ein oder zwei Tage nach intensiver Arbeit nichts von ihnen verlangt wird. Da, wo allerdings dem Pferd nur ein kleiner Paddock im Freien vor der Box zur Verfügung steht oder gar nur die Box, sollte man auf Regelmäßigkeit bei der körperlichen Beanspruchung seines Pferdes achten. Verschaffe Dir viel Wissen und sei mit all Deinem Wissen immer wachsam, nicht nur bei Deinem eigenen Pferd, sondern gib Dein Wissen weiter, wenn's wirklich Not tut, auch wenn Du dann angeschnöselt wirst. Denk dran, dass Der, der nichts weiß, ja nicht weiß, dass er nichts weiß, der arme Kerl. - 28. Mai 2009 Ich habe mir nochmal die DVD angesehen und dabei beobachtet, dass Dich KORALLE beim Galoppieren manchmal ganz schön austrickst! Ich hatte Dir ja den Rat gegeben, durch häufiges Angaloppieren aus dem Schritt ihren Galoppsprung allmählich erhabener, runder, mehr 'bergauf' zu verändern, weil es immer noch so ein kratze-kratze-flacher Galoppsprung war, der sich auch kaum elegant zum Schritt parieren lässt, sondern dazu viel Hand fordert, weil KORALLES Hinterhand nur so irgendwie hinterher gezogen wird. Der Rat war sicher richtig, aber wie ich jetzt sehe, nicht vollständig genug. Jetzt lässt sie sich bereits nach wenigen Sprüngen wieder mit einem gekonnten Sidestep eines Hinterbeines in den Trab zurücktrudeln und ich muss fast lachen, wie hilflos Du ihr ausgeliefert bist, so schlitzohrig macht sie das. Ich hatte Dir zwar gesagt, dass Du die Zahl der Galoppsprünge variieren musst, hätte Dich aber noch besser aufmerksam machen müssen, was Pferde so alles lernen und können, wenn's um ihre Bequemlichkeit geht. Wenn Du den Tricks von KORALLE im Galopp nicht weiter ausgeliefert sein willst, dann musst Du jetzt energisch werden! Galoppiere gelegentlich mal wirklich flott die lange Seite runter, vielleicht sogar um die ganze Bahn. Mach' sie ein bisschen heiß! Es liegt zum Teil auch an KORALLES offensichtlichem gewissen Phlegma, ihre Arbeit Kräfte schonend einzusetzen. Und nimm Dir vor allem vor, bis zu welchem Punkt Du galoppieren willst und erreiche diesen Punkt ganz präzise mit all Deiner Energie (= jeden Galoppsprung so fordern, als wolltest Du neu angaloppieren). Im Moment diktiert sie das Geschehen bezüglich der Dauer des Galopps! Dass sie die Macht dazu hat, dessen darf sie sich nicht allzu bewusst werden. - Etwas Nachhilfeunterricht für den Galopp kann auch an der Longe nicht schaden.
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