Ein ganz anderes Thema: DIE HUFE DEINES PFERDES Die Hufe der Hinterbeine von KORALLE machen Sorgen, hast Du mir geschrieben. Allgemein ist es natürlich von Vorteil, wenn man sein Pferd ohne Beschlag reiten kann, einmal des Geldbeutels wegen, aber auch deshalb, weil das barfuss laufen für den Pferdehuf gesünder ist, soweit der Huf nicht bereits geschädigt ist und eine gewisse orthopädische Hilfe nötig hat. Häufig wird während der Aufzucht des Fohlens und Jährlings am Schmied gespart. Fehlformungen der Hufe und Fehlstellungen der Gliedmaßen sind deshalb die Folgen, die sich später oft nur unzureichend korrigieren lassen und wenn, dann nur durch einen Schmied, der auch zugleich ein erfahrener Pferde-Orthopäde ist. Deine KORALLE schiebt ihre Zehen, auch die der Hinterhufe, zu flach und spitzgewinkelt vor. Vorne muss sie deshalb leider schon mit Eisen gehen, aber auch die unbeschlagenen Hinterhufe brauchen Hilfe. Sie hat so wenig Substanz ihrer Trachten, dass sie fast auf den Ballen läuft. Begünstigt wird das Ablaufen der Trachten durch den nur flach belegten, also relativ harten Sandplatz bei euch, der wie Schmirgelpapier auf weiche oder zu flache Hufe wirkt. Und selbst der Beschlag vorne kann nicht ganz die Schmirgel-Wirkung verhindern. Das Eisen wird ja nur bis etwa zur Mitte der seitlichen Hufwand genagelt. Einem guten Schmied müssen an jeder Seite vier Nägel genügen, ein Künstler schafft es bei einem gesunden Huf manchmal sogar mit drei Nägeln. Das bedeutet, dass das Eisen dem hinteren Teil der Hufe mit den Trachten die Möglichkeit lässt, bei der Bewegung, beim Ab- und Auffußen zu 'atmen', sich beim Auffußen zu dehnen. Da aber die Schenkel der Eisen bis hinter die Trachten reichen, kann sich zwischen Eisen und Huf eben auch Sand schieben und die Trachten bei dieser Bewegung zwischen Huf und Eisen abschmirgeln. Ein Eisen bewahrt also nicht unbedingt auch vor Abnutzung der Trachten. Es hilft aber immerhin, dass der empfindliche Ballen nicht so direkt von Steinchen und anderen harten Dingen am Boden schmerzhaft gedrückt wird. Vor Jahren habe ich mal einen Schmied bei der Arbeit beobachtet, wie er die Hufe einer Stute 'ausschneiden', also den Überschuss an Wuchs wieder auf Normalmaß zurückschneiden sollte, was, je nach Beschaffenheit der Hufsubstanz, alle sechs bis acht Wochen nötig ist. Weil mir sein Gestöhne und die offensichtlichen Schwierigkeiten bei seiner Arbeit auffielen, habe ich mir die Hufe der Stute angesehen, als der Schmied fort war. Das Ergebnis seiner fast als kriminell zu bezeichnenden'Arbeit' habe ich fotografiert, hier kannst Du es sehen: Ich habe danach nicht in Erfahrung bringen können, ob der Mann betrunken war oder ob das seine ersten Versuche an Pferdehufen waren. Ich habe ihn dort nie wieder gesehen, dafür werden die Besitzer der Stute gesorgt haben. Was kannst Du tun, dass Deine KORALLE nicht auch noch hinten beschlagen werden muss? Du solltest Dich für einige Zeit vom sandigen Reitplatz verabschieden und versuchen, KORALLE, so weit es möglich ist, im Gelände auszubilden. Dort wirst Du Wege im Wald kennen, die Humusboden haben oder Wege in den Feldern mit breiteren Grasstreifen rechts und links. Ab und zu und bei schlechtem Wetter solltest Du aber auch die Halle nutzen, die ja nicht weit ist.
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