| Auszug aus dem aktuellen Hauptartikel › Schach und Schreiben mit Zivilist: | | | Schachspielen mit Zivilist | | | | |
| Hinweis der Redaktion: Dies ist ein weiterer Teil der Auszüge aus dem ersten Band über das Pferd Zivilist. Beide Bände liegen zwar in mehreren Sprachen vor, sind aber sämtlich vergriffen. Eine Neuauflage wird derzeit vorbereitet. Links zur Suche in antiquarischen Datenbanken finden Sie unter Quellen am Ende des Artikels. | Im August 1990 stand plötzlich Richard Bär, der Tierarzt, mit zwei gepackten Koffern vor meiner, Heinz’ und Martinas Wohnung. Herbert hätte ihm gesagt, wenn der Streß bei ihm zuhause zu groß würde, könnte er bei seinem Bruder Heinz und mir wohnen. Uns fiel die Kinnlade herunter. Glück für Herbert, daß er nicht dabei war, aber was sollten wir nun tun? "Komm erst mal rein, wir finden schon eine Lösung", bot Martina an. So wohnten nun ab sofort vier Leute in der 54qm-Wohnung. Die neue Situation brachte ungeahnte Folgen mit sich. So sah nämlich die verlassene Ehefrau samt ihrer Freundesschar in mir die Schuldige, die ihrem Mann den Kopf verdreht hätte. Das war vollkommen aus der Luft gegriffen. Nachts erhielten wir lange Zeit Anrufe: "Hexe...", "Du Nutte...", "Du Schlampe..." und noch so einiges. Später fiel ihnen ein zu behaupten, wir seien Sektenmitglieder und hätten Richard einer Gehirnwäsche unterzogen. Vor allem seine Schwester, die eine enge Freundin seiner Ehefrau war, und seine Eltern steigerten sich in diese Theorie hinein. Die fanden dann auch einen Namen dafür: Scientologen. Als mir aber zu Ohren kam, daß einige meiner Freunde bei ihren Arbeitgebern angeschwärzt wurden, platzte mir der Kragen und ich stellte einige dieser selbsternannten Sektenbeauftragten zur Rede. Walter, dem ich von der Sektensache erzählte, nahm es gelassen und scherzte: "Laß’ uns lieber eine Sektmarke ins Leben rufen, zum Beispiel: ‘Zivilist, der spritzige Schwarze’." Ich konnte nicht so recht lachen. "Hör mal, Crizzie, solche Leute interessiert die Wahrheit überhaupt nicht; was sie brauchen ist einen Schuldigen." Er griff in seine Jackentasche und sagte: "Da, gib ihnen am besten meine Visitenkarte"; da mußte ich doch lauthals lachen, und mir ging ein Licht auf. Und Veronika meinte zu Richard gewandt: "Wirklich nicht beneidenswert, deine Position. Ich hätte auch alles fallen-und liegengelassen bei so einer Frau und Familie und hätte mich aus dem Staub gemacht. Jedenfalls, wenn noch mal einer mit dem Quatsch ‘Gehirnwäsche’ kommt, dann schick’ ihn mir zu einer Kopfwäsche!" Richard war das Ganze sehr peinlich, besonders als uns jetzt noch ein Detektiv auf den Hals gehetzt wurde. Ich hatte überhaupt keinen Intimbereich mehr, in dem ich mich hätte ungestört bewegen und freuen können. Selbst zu Zivilist verfolgte er mich, der jedoch machte mich immer mit seinem "da-ist-jemand-Gesicht" aufmerksam auf den Detektiv, egal ob er sich im Wald oder hinter Büschen versteckte. › mehr ...
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