Auszug aus meinem Tagebuch: Mein Leserbrief an die Zeitschrift XX Juni/Juli 2008 Hallo XX-Redaktion! Seit vielen Jahren bin ich interessierter Leser Ihrer informativen, gut gestalteten Pferdezeitung. Mit wachsender Besorgnis lese ich in letzter Zeit jedoch Texte in Ihrer Zeitung, die ich so gar nicht "Pro-Pferd" -wie Sie gerne für Ihre Zeitung werben- finde. An erster Stelle der nicht pferdegerechten Texte gehört für mich die Rubrik "Tipps von YY ZZ". Herr ZZ rät im Umgang mit dem Pferd in Ihrer Tipprubrik sowie in seinen Büchern in nahezu allen Fällen zu mechanischen Techniken. Es wird nicht hinterfragt, warum das Pferd in einer bestimmten Weise reagiert. Es werden keine Ursachen für das Verhalten des Pferdes hinterfragt, auch der Mensch wird nicht angeregt, sein eigenes Verhalten dem Pferd gegenüber zu reflektieren. Herrn YY´s Tipps bringen die Pferde zu einem mechanischen Funktionieren, zu einem Knopfdruckgehorsam mit Hilfe von Kommandosprache. Das hat nichts mit Kommunikation zu tun, sondern ist nur eingleisig. Der Mensch bestimmt, das Pferd hat ohne Widerstand Folge zu leisten. In vielen der Tipps Ihrer letzten Zeitungen könnte zum Beispiel Schmerz oder Unwohlsein die Ursache für das Verhalten des Pferdes sein (z.B. unpassender Sattel, Verspannungen, etc.). Oder aber Unterforderung und Bewegungsmangel. Oder/und Unsicherheit bzw. für das Pferd missverständliches Verhalten des Menschen. Wäre es nicht sinnvoller und vor allem "Pro-Pferd" hier die Ursache zu ergründen und abzuschaffen, und an der Beziehung zum Pferd zu arbeiten und sich selbst zu reflektieren und sich weiter zu bilden in Sachen Pferdeverhalten und Umgang, anstatt "Tipps und Tricks" anzuwenden, die das Pferd zum Funktionieren bringen sollen. Nebenbei bemerkt kann das ganz schön schief gehen, manche Pferde reagieren aggressiv oder panisch auf diese latente Aggression seitens des Menschen - andere Pferde verkriechen sich in sich selbst und machen sich gar nicht mehr bemerkbar (wobei ich bei so machen "Tipps und Tricks" leider das Gefühl habe, genau das wird angestrebt). Ich hoffe, dass Ihre sonst weitgehend pferdefreundliche, kritische Zeitung diese "Tipps und Tricks" besser hinterfragt und nicht einfach druckt und weiterempfiehlt. Derartige Tipps tragen nicht dazu bei, dass Menschen mehr über die Beziehung zu ihren Pferden nachdenken! Herrn YY möchte ich gerne das Buch "Die Psyche des Pferdes" von Dr. U. Thiel ans Herz legen. Mit freundlichen Grüßen Karin Kelly Rupprecht - volle Adresse, E-Mail-Adresse und Internetpräsenz -
| |