
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | 28.12.2008
Zwischen den Tagen
Das Weihnachtsfest ist vorbei, auf das alle hingefiebert haben, und der Klimax folgt die Antiklimax: Bis Silvester ist es eine ganze Woche, und diese Woche hat dadurch einen eigenartigen Charakter, etwas Vorläufiges, etwas Unwirkliches. Viele Firmen haben zwischen den Feiertagen geschlossen, andere bieten lediglich einen Notdienst; nur der Einzelhandel arbeitet wie üblich, wobei lediglich die Umtauschaktionen aus dem Rahmen fallen.
Das alte Jahr geht zu Ende, was irgendwie auch ein bißchen wehmütig stimmt, und das neue Jahr ist in Sicht, mit neuen Chancen, neuen Hoffnungen, neuen Möglichkeiten. Pferdefreunde nutzen die Chance, zu Silvester auch in Bezug auf ihr Verhältnis zum Pferd gute Vorsätze zu fassen - üblicherweise soll alles besser werden.
Die etwas unwirklichen Tage bis dahin bieten sich an, diese guten Vorsätze zu entwickeln und zu überdenken. Was hat mir im vergangenen Jahr nicht so recht gefallen, was habe ich nicht erreichen können, was möchte ich gerne anders machen, was möchte ich gerne neu in Angriff nehmen? Welche Ziele setze ich mir mit meinem Pferd, welche Hoffnungen habe ich, was möchte ich gerne erreichen?
Die Liebe zum Pferd
Pferdefreunde wissen genau, daß ihr Verhältnis zum Pferd ganz einzigartig ist; natürlich gibt es auch noch andere Haustiere, zu denen Menschen sehr intensive Gefühle entwickeln können, nicht nur im Kindesalter. Pferde aber sind unvergleichlich, und die Frage ist, warum das so ist. Was ist an den Pferden so besonders, was geben uns Pferde und nur die Pferde, welche Sehnsüchte können Pferde stillen?
Anscheinend werden Pferde von vielen Menschen als besonders angenehm, als attraktiv und schön empfunden, zumindest sind solche Gefühle Pferden gegenüber viel leichter zu entwickeln als etwa gegenüber Kamelen oder Elefanten, obwohl diese dem Menschen genauso dienen und entsprechend geschätzt werden. Der gute alte Karl May etwa tat sein Bestes, die Wertschätzung für Pferde, die bekanntlich bei ihm eine große Rolle spielt, auf Kamele zu übertragen, wenn dies aufgrund der Schauplätze geboten schien. So recht hat mich das nie überzeugt. Andererseits war ja auch sein Verhältnis zum Pferd eher ein gedachtes als erlebtes, also etwas abstrakt und nicht sehr überzeugend.
Glück der Erde
Aber Schönheit und Anmut alleine kann es nicht sein, was Pferde so einzigartig für den Menschen macht; es wurde spekuliert, daß Pferde auch deshalb so attraktiv sind, weil sie so stark sind und sich trotzdem vom Menschen leiten, lenken und benutzen lassen. Mag sein; dieser Grund würde für Kamele und Elefanten gleichermaßen gelten, kann es also eigentlich nicht sein.
Vermutlich ist es viel komplizierter, viel weniger leicht in Sprache zu fassen. Vielleicht erschließt sich der Mensch im Umgang mit dem Pferd Dimensionen, die beispielsweise mit Hunden oder Katzen nicht zugänglich sind, von Kamelen und Elefanten gar nicht zu reden. Auf Pferden kann man reiten, und zwar schnell und elegant - demgegenüber erscheint das Reiten auf Elefanten oder Kamelen doch recht unglücklich. Wenn man etwa davon spricht, daß das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde liege, so wird hier eine Gefühlsqualität angesprochen, die offenbar mit anderen Tieren nicht zu haben ist. Man könnte vielleicht auch sagen, daß der Mensch durch das Pferd sein Heil erfahren kann.
Haiku
| Gute Vorsätze, ja! Jedes Jahr; aber diesmal! Alles wird besser. | | |

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