Zusätzlich zu den wichtigsten Hufschlagfiguren, die zum üblichen Trainingsprogramm gehören, kann man die Reitbahn noch in vielfältiger Weise mit geometrischen Figuren beleben, die zum Teil schon häufig von Ausbildern und Reitern genutzt werden, bei deren Linienführung aber der Fantasie des Reiters kaum Grenzen gesetzt sind, soweit eine Linienführung dabei klar erkennbar ist und dem Zweck der Gymnastizierung dient. KORREKT GERITTENE HUFSCHLAGFIGUREN BIETEN ABWECHSLUNG UND HALTEN PFERD UND REITER WACH UND AUFMERKSAM. Denke aber daran, dass Du Dich nur an die bekannten Hufschlagfiguren hältst, wenn außer Dir noch andere Reiter auf der Reitbahn oder in der Halle sind. Sie erkennen dann jederzeit, wohin Dich die nächste Etappe Deiner Reise führen soll und Zusammenstöße werden vermieden. Bei den Hufschlagfiguren, die aus geraden Linien bestehen, hast Du als Hilfe immer den Punkt vor Dir, den Du erreichen willst und den Du im Auge behältst. Schwieriger wird es dann bei den gebogenen Linien, da gibt es einiges zu beachten: Beim Zirkelreiten hast Du ja schon die Erfahrung gemacht, dass das Ziehen am inneren Zügel bis auf das Herstellen einer leichten Innenstellung eher kontraproduktiv ist, weil Dein Pferd dann ganz gegen Deine Absicht nach außen drängt, dass aber äußerer Schenkel und äußerer Zügel sozusagen eine Barriere bilden können, die das verhindert. Natürlich sollst Du deshalb nicht den inneren Zügel ganz wegschmeißen in der Annahme, dass damit die Gefahr gebannt sei, dass Dir Deine KORALLE aus dem Zirkel läuft. Es ist auch hier wieder die diagonale Einwirkung von innerem Schenkel und äußerem Zügel, die Dein Pferd exakt auf der Zirkellinie halten. Dem inneren Zügel bleibt dabei aber die Aufgabe, die der Zirkellinie angepasste leichte Innenstellung und -biegung zu erhalten, während der äußere Zügel die Wirkung des inneren Zügels gegen ein Zuviel begrenzt und der äußere Schenkel eine Hand breit hinter dem Gurt wie ein Schießhund aufpasst, dass Deine Stute nicht mit der Hinterhand nach außen ausweicht. Du hast mich unlängst mal am Telefon gefragt, wie Du denn erkennen kannst, ob Dein Pferd mit Vor- oder Hinterhand in den oder aus dem Zirkel drängt. Das ist für einen ‚jungen' Reiter, zudem noch auf wenig geschultem Pferd tatsächlich nicht einfach, zumal sich für den Reiter dadurch nicht unbedingt eine unbequeme Sitzsituation ergeben muss. Ein Spiegel bei B oder E, den beiden Bahnpunkten, die an den Längsseiten deren Mitte anzeigen, kann helfen. Aber besser ist es, wenn Du, so oft es möglich ist, einen Hiwi, einen ‚BT' hast, der das Pferd auf der offenen Zirkelseite frontal auf sich zukommen lässt und dann recht genau erkennen kann, ob das Pferd mit Vor- oder Hinterhand nach innen oder außen ausweicht oder ob Dein Pferd gar den Zirkel verkleinert oder vergrößert, also in seiner ganzen Länge von der Linie abweicht. Wenn Du aber niemand hast, der Dir als ‚BT' zur Verfügung steht (= Bahntrottel; hochgeschätzte Persönlichkeit im Reiterwesen; wird neben anderen qualifizierten Tätigkeiten, wie z. B. Äppel auflesen, benötigt zum Aufstellen und Verschieben von Bodenricks oder Hindernissen) dann ziehe mal den Boden auf einer halben Bahn glatt, reite dort den Zirkel und schau Dir das Gebilde danach an, das die Hufe Deiner Stute geschaffen haben. Die gleiche Kontrolle zeigt Dir auch Euer beider Kunst bei anderen Wendungen, zum Beispiel bei den Volten. Die Wendungen sind einerseits Prüfsteine für das ‚Konzert Deiner Hilfen' und das erreichte Maß der seitlichen Beweglichkeit und Durchlässigkeit Deines Pferdes, andererseits helfen sie Dir bei der Förderung der jetzt allmählich beginnenden Versammlung: IN EINER KORREKT GERITTENEN WENDUNG TRITT DAS JEWEILIGE INNERE HINTERBEIN DEINES PFERDES VERMEHRT VOR IN RICHTUNG UNTER DIE LAST, DEN GEMEINSAMEN SCHWERPUNKT VON REITER UND PFERD.
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