Was das mit dem seit Wochen behandelten Thema zu tun hat? Sie werden es gleich sehen. Im Laufe der letzten Woche konnte ich es nicht vermeiden, immer wieder einmal den aktuellen Hauptartikel 490 und die darin enthaltenen Illustrationen zu sehen. Normalerweise überprüfe ich dann meine Absicht und bin erfreut, wenn mir die Bilder und der Artikel immer noch gefallen, aber dieses Mal war es anders. Trotz Gewöhnung und bester Illustrationsabsicht konnte ich diesen Bildern nichts abgewinnen, im Gegenteil, sie waren mir zuwider und diese Abneigung nahm sogar noch zu. Es wurde mir nicht gerade schlecht, aber der Anblick war mir doch sehr unangenehm.
Nachdem ich den Artikel › Schmerz und Lust letzte Woche fertiggestellt hatte, recherchierte ich noch ein bißchen weiter und fand heraus, daß es sich hierbei um eine etablierte Szene, einen richtigen Markt handelt. Es gibt sogar eine spezialisierte Zeitschrift mit dem Namen » Equus Eroticus, "vorrätig in vielen gut sortierten Buchhandlungen". Ein typisches Szenario sei, so wird der Leser auf einer dieser Seiten aufgeklärt, daß ein Ponymädchen von seinem Meister ausgebildet werde.
Das leuchtet ein: Wenn man ein Rollenspiel inszeniert, möchte man sich möglichst eng an die nachzuspielende Wirklichkeit anlehnen - so funktionieren Rollenspiele, ob es nun "Mutter und Kind" oder "Eisenbahn" heißt. Daraus ergibt sich, daß es umgekehrt interessant sein kann, welches Bild oder Zerrbild der Wirklichkeit das Rollenspiel verwirklicht. Im Falle von "Mutter und Kind" wird sich darin der Erfahrung des Kindes in Bezug auf seine eigene Situation widerspiegeln und zum Ausdruck gebracht werden, selbst wenn es nicht bewußt darüber reflektieren kann. Das nutzen Erzieher und Kinderpsychologen.
Wie sieht also das Bild oder Zerrbild der Pferdewelt im Spiegel der Ponyspiele aus? Was kann die Pferdewelt daraus lernen? Selbst wenn Parallelen zur Wirklichkeit weit hergeholt erscheinen, darf man bei einer solchen Projektion nicht allzu empört tun, denn selbstverständlich sucht man sich ausschließlich solche Wirklichkeiten aus, die es erlauben, die angestrebten Phantasien bestmöglich umzusetzen. Wenn keinerlei Anklänge in der Wirklichkeit vorhanden wären, wäre diese Wirklichkeit als Vorlage für ein Rollenspiel uninteressant, unergiebig, unbrauchbar. Wir dürfen also durchaus auf Einsichten in Bezug auf die reale Welt hoffen.
Aber zunächst: Welche Phantasien sollen hier ausgelebt werden? Eine Seite preist ihre Waren wie folgt an:
| All original images and videos of these beautiful girls chained, tied, whipped, beaten, abused and humiliated.
Schöne Mädchen, angekettet, gefesselt, ausgepeitscht, geschlagen, mißbraucht und erniedrigt, alles Originalfotos und -videos.
» Pony Girls .US | | |
So etwas ist offenbar interessant. Man bietet die entsprechenden Szenen zum ausdrücklichen "Vergnügen" des Betrachters an, der offenbar bereit ist, dafür zu zahlen. Früher glaubte man mal, daß diese Betrachter ausschließlich männlich seien, aber inzwischen weiß man, daß das nicht stimmt. Irgendwo habe ich sogar einmal von einer wissenschaftlichen Untersuchung gelesen, wo die These aufgestellt wurde, daß Pornos, die von Frauen für Frauen inszeniert werden, noch härter und brutaler seien als die des anderen Geschlechts.
Eine auf Ponyspiele spezialisierte Seite formulierte den Aufreißer so:
| See poor Justine fitted out as a PonyGirl. She's trotted around and then led around in circles on a rope by her cruel master. When she doesn't step high enough the rope is yanked pulling her off balance, making her stumble in her fragile high heels. Tight nipple clamps add to her misery.
Die arme Justine als Ponymädchen! Sie wird von ihrem grausamen Meister herumgeführt und muß dann an der Longe im Kreis herumlaufen. Wenn sie ihre Füße nicht genug anhebt, zieht er an der Leine und bringt sie aus dem Gleichgewicht, so daß sie mit ihren zerbrechlichen Stöckelschuhen stolpert. Zwickende Warzenklammern vergrößern ihr Elend.
» Justine's Pony Girl Movie | | |
Das ist der Werbetext für ein 13 minütiges Video, das man für 15 US-Dollar sofort herunterladen kann. Es gibt noch vier weitere, und wenn man alle auf einmal kauft, bekommt man Rabatt.
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