
| | | Heidi Keppel | | | | | Hufe Teil 25 Von › Heidi Keppel
In den letzten Wochen habe ich viele wichtige Hufkrankheiten und ihre homöopathischen Behandlungsmöglichkeiten beschrieben und auch deutlich gemacht, wie sich bestimmte Haltungs- und Ernährungsbedingungen auf die Hufqualität auswirken können. Zum Thema Hufe gibt es nun noch zwei wichtige Bereiche, die ich ansprechen möchte, weil sie ebenfalls sehr oft für diverse Hufprobleme verantwortlich gemacht werden können, nämlich die Pflege und die Belastung der Hufe.
Ich habe dieses Themengebiet zwar schon am Rande gestreift, aber nun möchte ich noch ein bisschen ins Detail gehen, da ich immer wieder feststellen muss, dass vielen Menschen das Gespür für die berühmte "Goldene Mitte" fehlt und sie deshalb häufig in der einen oder anderen Richtung zu Übertreibungen neigen. Ganz besonders macht sich dies bei der Hufpflege bemerkbar, die von manchen Pferdebesitzern gänzlich vernachlässigt wird, während andere einen täglichen Kult daraus machen, wobei beide Extreme nicht selten zu einem ähnlichen negativen Ergebnis führen.
Es ist auch nicht immer leicht, eine Empfehlung zur optimalen Hufpflege abzugeben, denn Pferde verschiedener Rassen, die bezüglich ihrer Haltung, Fütterung und reiterlichen Beanspruchung auch noch unter sehr unterschiedlichen Bedingungen leben müssen, haben nun mal auch nicht die gleichen Bedürfnisse in Bezug auf die Hufpflege. Eine individuelle Berücksichtigung aller angeführten Punkte ist für die Wahl der richtigen Pflegemaßnahmen unbedingt erforderlich, wenn man damit seinem Pferd nicht womöglich noch größeren Schaden zufügen will.
Vielfach werden für einen Vergleich Wildpferde herangezogen, die ganz ohne menschliche Pflege und Unterstützung auskommen müssen und trotzdem − oder gerade deswegen − in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle gesunde und belastbare Hufe besitzen, welche auch in unwegsamstem Gelände hervorragende Dienste leisten. Deshalb werden immer öfter Stimmen laut, die jegliche Pflegeprodukte verdammen und eine natürliche Haltung möglichst ohne menschliche Einmischung fordern. Dabei wird aber gerne vergessen, dass domestizierte Pferde eben ein Produkt menschlicher Einmischung sind und durch Menschen ständig auf irgendeine Weise belastet oder in ihrer Lebensweise eingeschränkt werden, was sich letztendlich natürlich auch auf die Hufqualität und die damit verbundene notwendige Hufpflege auswirkt.
Ich will damit keineswegs bestreiten, dass man auch mit wenig Pflegemaßnahmen gesunde Hufe erhalten kann, denn auch ich bin kein Befürworter des andauernden Einölens und Aufpolierens, aber ich habe in unseren Breitengraden noch kein Pferd getroffen, das bei stärkerer reiterlicher Belastung ohne jegliche Hufpflege ausgekommen wäre. Theoretisch wäre das nur möglich, wenn die Pferde unter naturnahen Verhältnissen aufwachsen und dann auch als Reitpferde so weiterleben dürften.
Aber wer hat schon zig Hektar Grund zur Verfügung, um seinen Pferden tagtäglich unterschiedlichste Böden bieten zu können, wo die Hufe einerseits einen natürlichen Abrieb erfahren und andererseits durch regelmäßige Befeuchtung geschmeidig erhalten werden? Und wer kann seine Pferde so halten, dass ihre Hufe fast nie mit dem eigenen Kot oder Urin in Berührung kommen bzw. dass sie nie anderen schädigenden Einflüssen, wie diversen Umweltgiften, ausgesetzt sind?
Ich denke, es gibt hier in Mitteleuropa nicht sehr viele Menschen, die ihren Pferden eine derartige rundherum natürliche und damit gesundheitsfördernde Lebensweise ermöglichen können, und aus diesem Grund sind bei den meisten Pferden sehr wohl mehr oder weniger regelmäßig gewisse Pflegemaßnahmen erforderlich. Unter welchen Umständen das eine oder andere Pflegemittel am besten eingesetzt werden sollte, um die Hufe gesund und leistungsfähig zu erhalten, erfahren Sie dann in meinem nächsten Tipp.
Siehe auch › Autoren-Messeseite
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