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Bericht Zu den Themen  Gebisse,  Kommunikation,  Tierschutz · Gesamttext
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 490.08 der Pferdezeitung vom 17.08.08
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 Schmerz und Lust 
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Reitgerte, Wassertrense, Kandarre: alles da.  ColognePride 2006  CSD2006 · © 2008
 
Reitgerte, Wassertrense, Kandarre: alles da. » ColognePride 2006 » CSD2006
Wikipedia: Die Reitgerte wird häufig als eines der klassischen Symbole für Dominanz im Rahmen von BDSM angesehen. Ihr sicherer Einsatz erfordert motorisches Können und anatomisches Basiswissen. ( BDSM,  OwenX) · © 2008
 
Wikipedia: Die Reitgerte wird häufig als eines der klassischen Symbole für Dominanz im Rahmen von BDSM angesehen. Ihr sicherer Einsatz erfordert motorisches Können und anatomisches Basiswissen. (» BDSM, » OwenX)
Macht das Lust?  Spanking mit einem Paddles  David Shankbone · © 2008
 
Macht das Lust? » Spanking mit einem Paddles » David Shankbone
Wikipedia: Brustwarzenpiercing. Intimpiercings sind mittlerweile nicht mehr nur im BDSM-Bereich verbreitet.  Tim \
 
Wikipedia: Brustwarzenpiercing. Intimpiercings sind mittlerweile nicht mehr nur im BDSM-Bereich verbreitet. » Tim 'Avatar' Bartel

    Schmerz und Lust   
    Wie Hilfsmittel aus der Pferdeszene genutzt werden können   
von   Werner Popken

Teil 1:  Tu Gutes und rede darüber
Teil 2:  Wo und wie kann ich Gutes tun?
Teil 3:  Spenden sind Glücksbringer
Teil 4:  Heilung und Linderung
Teil 5:  Zwang und Gewalt
Teil 6:  Immer feste druff


Zu den Themen Gebisse, Kommunikation, Tierschutz


Pferde sind die Sklaven der heutigen Menschheit, so charakterisierte » Alexander Nevzorov unser Verhältnis zu den Pferden, und er hält das für untragbar. Lüge und Gewalt müsse der Freiheit und dem Wohlbefinden weichen. Die alltägliche Gewalt gegenüber Pferden, von der Gesellschaft akzeptiert und als normal angesehen, möchte er bewußt machen.

Pferde werden nicht nur mit der Peitsche traktiert, sondern auch regelmäßig mit Gebissen gequält. Das ist so normal, daß niemand darüber nachdenkt und keiner ein schlechtes Gewissen hat. "Gehst du zum Pferd? Vergiß das Gebiß nicht!" Keine Angst, das kommt nicht vor.

Er glaubt trotzdem daran, daß das Gute letzten Endes siegt, und daß diejenigen, die heute noch Pferde demütigen und quälen, das auch wissen und sich danach sehnen, daß sich dies endlich ändert (» Horse Revolution). Zu diesem Zweck müsse der Pferdesport, wie wir ihn heute kennen, vollständig abgeschafft werden, da dieser notwendigerweise die Pferde entwürdige, demütige und quäle. Dafür kämpft er, und gleichzeitig zeigt er, wie es auch anders geht.

Ich fürchte allerdings, er schätzt die Realität nicht ganz richtig ein. Genauer gesagt, idealisiert er den Menschen und sieht ihn nicht in seiner Verzweiflung und seinem Einfallsreichtum. Beispielsweise sind Bestrafung und Beherrschung, Schmerz und Leid, Unterwürfigkeit und Lust merkwürdigerweise beim Menschen - vielleicht nicht bei allen, aber doch bei einer lauten Minderheit - miteinander verbunden.

Solche Menschen bestehen darauf, ihr Leben auf vielfältige Weise "anzureichern" und "lebenswerter" zu gestalten. Interessanterweise bedienen sich diese Leute gerne in der Pferdewelt: Gerte, Peitsche, Trense, Kandarre, Geschirr. Die Bandbreite geht von ästhetischen Bildern bis hin zu Mord - zumindest in der Phantasie, ganz wie das hochgelobte Vorbild » de Sade es niedergeschrieben hat. In dem berühmten Buch » Die 120 Tage von Sodom überleben von 46 Personen gerade mal 16. Toll, nicht?

Eine Entsprechung im Tierreich ist mir unbekannt - es handelt sich hier also um ein genuin menschliches Verhalten. Sollen wir darauf stolz sein? Früher spielte sich so etwas im Verborgenen ab, heute muß man sich zernagelte Gesichter anschauen, sobald man sich unter Leute begibt - was sich unter der Kleidung verbirgt, bleibt glücklicherweise unbekannt, wenn nicht die Terroristenkontrolle im Flughafen anspringt (» Frau musste am Flughafen Brustwarzen-Piercings abnehmen).

Vor Jahren speiste ich geschäftlich mit Kunden zu Mittag und saß einer reifen Schönheit gegenüber, die sich eine Applikation an der Nasenwurzel hatte anbringen lassen. Diese machte zumindest optisch den Eindruck, als sei eine Metallstange mitten durch den Nasenknochen gebohrt worden, auch wenn die technische Durchführung vielleicht anders realisiert worden ist. Wenn man ihr beim Gespräch in die Augen schaute, konnte man nicht umhin, die Schmerzen zu spüren, die diese Operation - so oder so - hinterlassen haben mußte.

Mir war diese Konfrontation sehr unangenehm und umso unverständlicher, als diese Dame ohne die Applikation sehr reizvoll gewesen wäre. Wer sich genauer informieren will, welche körperlichen Leiden, medizinische und gesundheitliche Risiken, die diese Verstümmelungen notwendigerweise mit sich bringen, Menschen auf sich nehmen um des vermeintlichen Lustgewinns Willen, kann Stunden damit im Internet zubringen. Die Wikipedia ist ein guter Start.

Nun kann man sich nicht vorstellen, daß die erwähnte Dame durch ihre körperliche Beschädigung permanent Lustgefühle empfinden wird. Allenfalls dürfte ihr Selbstwertgefühl in dem Bewußtsein, daß ihr Gegenüber angesichts der "Verzierung" nicht kalt bleiben kann, gekitzelt werden. Bei anderen Wünschen, die "weitab vom Alltäglichen" angesiedelt sind, wie abartige Vorstellungen durch die einschlägige Sprachschöpfung verbrämt werden, kann man sich schon leichter zusammenreimen, wie Schmerzen mit Lust verknüpft werden können:

"Möchte am liebsten von einer reiferen Sie eine Tracht Prügel bekommen."
Gesendet von hafnar am 1 April um 20:16

Aber nur ! mit der Hand. Du kannst mir schon auf den Nackten draufhauen oder zu Strafe ins Bett schicken, wo ich erst frech werde und Du mich dann ordentlich im Schlafanzug durchklatscht. Auch wenns blaue Fleccken gibt.

du hast in deinem profil stehen das du 47 bist!!
JA DU:WIE ALT IS DENN DANN DIE REIFERE FRAU DIE DU HIER FINDEN WILLST?????
isch glaub net das du hier ne oma findest .

Habt dafür Verständnis ! Warum ich das gerne möchte, bestimmt fragen sich das einige, ich möchte gerne mal das erleben, was früher Bengel oft bekamen, ich zwar nicht. Es darf wirklich fest sein. die Frau sollte auch große und kräftige Hände haben. Bin aber nichtsdestoweniger gegen das Schlagen in der Erziehung bei Kindern und Jugendlichen.

Forum Go Feminin: » Möchte am liebsten von einer reiferen Sie eine Tracht Prügel bekommen.

Na ja. Ich würde sagen: Selbstredend kann der gute Mann sich an die Prügel, die er sich so lustvoll zurückwünscht, nicht mehr erinnern, wenn diese nur lang genug zurückliegen. Wer Zuwendung nur auf diese Art und Weise erfährt, muß sie trotzdem schätzen, weil ein Kind ohne Zuwendung nicht überleben kann. Und wenn es später noch nicht einmal mehr diese Art von Zuwendung bekommt, wächst die Sehnsucht. Man kann Menschen bekanntlich durch Nichtbeachtung sehr quälen.




Motivation


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ColognePride: Wassertrense, Scheuklappen · © 2008
 
» ColognePride: Wassertrense, Scheuklappen
SirJeff
 
» SirJeff's Ponygirls
SirJeff
 
» SirJeff's Anleitung
Reitgerte und Peitsche, klassische Hilfsmittel aus der Reiterszene, gelten in der BDSM-Szene als ausgezeichnete Hilfsmittel zur Erzeugung der entsprechenden Dominanz-Situation und von Schmerzen, wobei interessanterweise sicherheitsrelevante Informationen beigebracht werden:

Das sehr breite Spektrum unterschiedlichster BDSM-"Spielzeuge" sowie angewandter physischer Manipulations- und Kontrolltechniken macht häufig ein umfangreiches, zur jeweiligen Session passendes Detailwissen aus so unterschiedlichen Gebieten wie Anatomie, Physik oder auch Psychologie notwendig. [...] Beim Einsatz von Gerten oder Peitschen kann das motorische Können und das anatomische Wissen den Unterschied zwischen einer befriedigenden Session, äußerst unangenehmen Erfahrungen und schweren körperlichen Schäden ausmachen.

Um einen psychologischen Absturz des Bottoms frühzeitig zu erkennen und nach Möglichkeit zu vermeiden bzw. um ihn nach einem solchen Absturz "aufzufangen", ist es wichtig, dessen Reaktionen einfühlsam zu verfolgen und entsprechend zu reagieren.

Wikipedia: » BDSM, Literaturhinweise dort

Immerhin! Der Schläger soll sich um den "Bottom" kümmern und sich in diesen einfühlen - es geht nämlich darum, daß beide zu ihrer Lust kommen - anscheinend funktioniert Lust bei diesen Leuten aber nicht anders als mit einer etwas aufwendigen und merkwürdigen Inszenierung mit dem ausdrücklichen Risiko einer äußerst unangenehmen Erfahrung und schweren körperlichen Schäden. Um Gottes willen! So was soll schön sein?

Die in diesem Zusammenhang praktizierten "Spiele" werden in anderem Zusammenhang als schwere Folter und menschenverachtende Demütigung gewertet, dann nämlich, wenn nicht beide Parteien zustimmen. Unter diesen Umständen soll plötzlich der "Bottom" für sein Leben geschädigt sein. Wie kann man es sich erklären, daß jemand so etwas freiwillig mit sich machen läßt? Übrigens gilt dasselbe ja auch für den "Top". Der Folterknecht bleibt in seiner Seele nicht unberührt, sondern trägt seinerseits einen schweren Schaden davon. Die Selbstmordrate der ehemaligen Soldaten in den USA spricht eine deutliche Sprache.

Folterungen werden - so die allgemeine Meinung - als unmenschlich grundsätzlich abgelehnt, wobei in erster Linie das Opfer und so gut wie gar nicht der Täter betrachtet werden; vermutlich nimmt man an, daß der Täter bei seinem Tun noch Lust empfindet und sich in seiner "etwas anderen" Sexualität ausleben kann und andernfalls seine Mitwirkung versagen könnte, was im militärischen Kontext allerdings vermutlich selten zutreffen dürfte.

Möglicherweise ist aber der Täter genauso Opfer, nämlich Opfer des Systems, das die Folterung von ihm verlangt. Die Folterknechte werden angeklagt, alle zeigen mit dem Finger auf sie, aber vielleicht sind sie ebenso zu bedauern und für das Leben gebrochen wie die eigentlichen Opfer. Bei diesem Sachverhalt glaubt man jedenfalls, objektiv urteilen zu können und ist sich sicher, daß die ganze Angelegenheit eine fürchterliche und schlimme Sache ist, die eigentlich gar nicht vorkommen dürfte.

Bei den sexuellen Spielarten hingegen spricht man der Öffentlichkeit dieses objektive Urteil ab. Was für den außenstehenden Betrachter eine fatale Ähnlichkeit mit Demütigungen und Folterungen hat, wird als persönliche Freiheit verteidigt und Toleranz eingefordert. Pornofilme werden inzwischen als "Informationsangebote" bezeichnet. Ob diese Umetikettierung wohl etwas bezwecken soll?

Interessanterweise dürften die meisten Szenen, die man in der Porno- und Sexindustrie geboten bekommt, nicht ganz freiwillig zustandegekommen sein. Zum einen gibt es gerade dort das moderne Phänomen der wirklichen und echten Sklaverei inklusive Verschleppung und Menschenhandel, zum anderen kann man auch dann von Versklavung sprechen, wenn das Opfer aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen ist, sich zu erniedrigen und mißbrauchen zu lassen, wobei man davon ausgehen kann, daß sich auch die "Täter" im Porno prostituieren und im Grunde genauso erniedrigt und mißbraucht werden, für das Geschäft nämlich, das der Produzent oder der Zuhälter macht.

So ist man sich allgemein einig, daß beispielsweise der Sextourismus nach Asien diese Strukturen fördert und vielleicht erst ermöglicht. Die Nachfrage bestimmt also das Angebot, wie immer. Der Ausbeuter ist also auf jeden Fall verantwortlich. Sobald aber derjenige, der ausgebeutet und mißbraucht wird, sich "freiwillig" ausbeuten und mißbrauchen läßt, soll plötzlich alles sauber und in Ordnung sein - nicht nur das, sondern es soll sich um ein Menschenrecht handeln, um die Freiheit der Selbstverwirklichung, die durch öffentliche Paraden lautstark und deutlich eingefordert wird.



Peitsche


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Lou von Salomé, Paul Rée und Nietzsche; von Nietzsche arrangierte Fotografie, 1882 · © 2008
 
» Lou von Salomé, Paul Rée und Nietzsche; von Nietzsche arrangierte Fotografie, 1882
Petplay: Ponymädchen zieht einen Sulky · © 2008
 
» Petplay: Ponymädchen zieht einen Sulky
Ponyspiel,  Rama · © 2008
 
Ponyspiel, » Rama
Manchmal bekommt man durch diese Darstellungen und Selbstdarstellungen den Eindruck, daß man als Mensch nicht voll genommen werden kann, wenn man nicht selbst solchen Zirkeln angehört oder zumindest solche Phantasien pflegt. Sollte man es wagen, sich kritisch zu äußern, läuft man Gefahr, als intolerant angesehen zu werden, und sogleich wird die Nähe zu den Nazis hergestellt, die bekanntlich Homosexuelle verfolgt haben, was natürlich nicht in Ordnung war.

Bei den Tieren gehen Beobachter wie Nevzorov ganz selbstverständlich davon aus, daß menschliche Begriffe wie Würde, Demütigung, Schmerz auf Pferde anwendbar sind, obwohl wir objektiv gar nicht wissen können, wie die Tiere sich fühlen. Solche Leute fordern einen gewissermaßen "menschlichen" Umgang mit Pferden. Wie würden die den Umgang von Leuten aus der BDSM-Szene miteinander beurteilen? Wie würden die über Menschen denken, die sich quälen, verletzen und demütigen lassen wollen oder dazu gezwungen werden?

Die mitfühlende Vorsicht kann nicht darüber hinwegtäuschen: Der Mechanismus nach einem "Absturz" dürfte derselbe wie bei Eltern und Kindern sein: Trost in der Einsicht, zu weit gegangen zu sein - ein schwacher Trost. Bei beiden Parteien dürfte ein ungutes Gefühl zurückbleiben, wenn man nicht ohnehin schon so fühllos und verhärtet ist, daß man sich solcherlei abverlangen muß, um überhaupt etwas zu fühlen: "Was mich nicht umbringt, macht mich stärker." Das hat nicht etwa ein Nazi gesagt, sondern der (meines Erachtens durchaus kranke) Philosoph » Friedrich Nietzsche, auf den diese sich berufen konnten, der sich aus einer Position der Schwäche zum "Übermenschen" aufschwingen mußte und die Fühllosigkeit als Ideal propagierte.

Sinnigerweise ließ er sich als Pferd mit seinem Freund vor einem Karren ablichten, auf dem die von beiden Angebetete mit einer Knotenpeitsche sitzt, die man als Kutscher nicht einsetzen könnte, sehr wohl aber zur erotischen Stimulation. "Das Foto wurde von Nietzsche in allen Einzelheiten arrangiert, nachdem Salomé Heiratsanträge beider Männer abgelehnt hatte." (» Lou von Salomé spannt Paul Rée und Friedrich Nietzsche vor ihren Karren.) Na so was, der Herr Philosoph!

Von ihm stammt übrigens auch die Erfindung: "Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!" Das legt er ausgerechnet einem "alten Weiblein" in den Mund. Wohlwollende Interpreten wollen herausgefunden haben, daß er damit ausdrücken wollte, daß der Mann mit der Peitsche bei sich die sinnlichen Impulse im Zaum zu halten habe, da die Frau nicht Lustobjekt sei, sondern ausschließlich Gebärmaschine und nur darin ihre Erfüllung finde. Wie dumm, daß niemand diesen Spruch so verstehen kann. Wie konnte nur jemand diesen Mann jemals ernstnehmen?

Die Empfänglichkeit der Welt für die Thesen des verkrachten Schriftstellers ist allerdings Symptom. Er hat Gedanken ausgesprochen, die andere sich zu eigen machen konnten und wollten, und zwar bis heute. Dahinter steht nämlich eigentlich eine Fühllosigkeit, die für die moderne Welt durchaus symptomatisch ist. Nur wenn man nichts mehr fühlt, kann man die schrecklichsten Dinge tun und aushalten, mehr noch, man muß wohl so etwas tun oder aushalten, damit man überhaupt etwas fühlt.

So ist es möglicherweise auch zu erklären, daß die Menschen in Kriegszeiten intensiver leben und in Friedenszeiten immer schlimmere Dummheiten machen müssen, um sich zu spüren - wir haben jetzt schon über 60 Jahre lang Frieden. Da muß man sich wohl was einfallen lassen, damit man noch merkt, daß man lebt. Besser die Hölle auf Erden als gleich tot, scheint die Devise zu sein. Das alles sind Probleme, die Tiere überhaupt nicht haben - jedenfalls dann nicht, wenn sie so leben können, wie es ihnen angemessen ist. Sperrt man zu viele Tiere auf zu engen Raum, kann man freilich die schlimmsten Dinge erleben. Vielleicht ist es auch das, was die Menschen krank macht. Die modernen Lebensbedingungen sind einfach nicht mehr angemessen und führen zu mörderischen und selbstmörderischen Verhaltensweisen.

Die Tierspiele, die von Kindern legitimer- und unschuldigerweise als Rollenspiele gespielt werden, indem diese sich als Pferd gebärden und fühlen, wo sie doch eigentlich ein Pferd haben wollen und sich so wenigstens in diese Situation hineinversetzen können, gehören anscheinend als » Petplay zum festen Repertoire der "Erwachsenenspiele", wo dann die typischen Utensilien aus der Pferdewelt, die mit Zwang und Gewalt Dominanz erzwingen sollen und Schmerz zufügen können und die überall wohlfeil zu haben sind, zum Zwecke der Lustgewinnung und -steigerung eingesetzt werden können.



Siegeswille


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Ritt (beachten Sie die Sporen),  Noble Vulchur · © 2008
 
Ritt (beachten Sie die Sporen), » Noble Vulchur
Galopprennen in Kentucky,  Jeff Kubina · © 2008
 
Galopprennen in Kentucky, » Jeff Kubina
Soll man sich angesichts dieser Sachlage darüber aufregen, wenn Tiere, speziell Pferde, mit Bestrafung, Schmerz und Zwang zu Verhaltensweisen gebracht werden, die dem Menschen auf irgendeine Art und Weise Lust bereiten oder zumindest wichtig sind?

Diese Frage wird im allgemeinen eindeutig bejaht, und zwar wird das mit der abhängigen Situation des Tieres begründet. Die » BDSM-Szene betont, daß alle Beteiligten freiwillig mitmachen und jegliche Aktion unterbrochen wird, falls irgend jemand nicht mehr mitmachen möchte.

Davon kann ja nun bei den Tieren in der Regel nicht die Rede sein - diese können ihr Mitwirken zwar theoretisch und auch praktisch verweigern, aber dieses Verhalten wird von ihrem menschlichen "Partner" bestraft, und von Freiwilligkeit kann vermutlich ohnehin keine Rede sein, obwohl von Sportsfreunden immer wieder betont wird, daß auch Tiere Lust am Sport zeigen. Lust am Sport?

Oder meinen die etwas ganz anderes, etwa Lust an der Bewegung? Selbstverständlich laufen Pferde gerne, wie auch Menschen zuweilen Lust an der Bewegung verspüren. Diese Lust am Erleben des eigenen Körpers ist aber etwas ganz anderes und hat mit der Lust am Gewinnen, mit dem unbedingten Willen, die eigenen Grenzen zu überschreiten und mehr zu leisten als lustvoll ist, ohne die es den Begriff Sport, insbesondere den Leistungssport überhaupt nicht gäbe, gar nichts zu tun. Wenn dem so wäre, gäbe es auch etwas wie Weltmeisterschaften und Olympische Spiele im Tierreich und vielleicht auch eine entsprechende Kommerzialisierung. Davon kann aber keine Rede sein.

Zwar gibt es gewissermaßen "Wettkämpfe" unter Tieren, vornehmlich zwischen männlichen, aber diese dienen einem ganz bestimmten Zweck, nämlich der Fortpflanzung bzw. der natürlichen Zuchtauswahl, und haben mit Sport im eigentlichen Sinne überhaupt nichts zu tun. Indirekt könnte man den Sport auf die gleichen Wurzeln zurückführen. Bei Menschen munkelt man, daß der Gewinner in sportlichen Wettkämpfen inoffiziell zuweilen auch eine sexuelle Trophäe erringt - warum auch nicht?

Allgemein geht es aber um Prestige und Macht und Geld, wobei mal das eine, mal das andere eine größere Rolle spielt, und alle drei Komponenten erweisen sich gegenüber dem anderen Geschlecht als höchst attraktiv, das ist bekannt. Da beim Menschen alles viel vertrackter sein kann als beim Tier, könnte man behaupten, daß es eben auch beim Menschen letzten Endes nur der sexuelle Erfolg sei, der als Kraft hinter dem Sport steht.

Diese Hypothese scheint mir aber auf schwachen Füßen zu stehen. Wer es einfach nur darauf anlegt, auf schnellstmöglichem Wege den gewünschten Sexualpartner zu begatten, wird dazu kaum den Weg des Sportlers wählen - dann müßten wesentlich mehr Menschen und vor allem Männer Sportler sein. "Man müßte Klavier spielen können" ist der Titel eines Schlagers, der denselben Zusammenhang in Bezug auf die Musik herzustellen versucht. Man kann offensichtlich viele Umwege gehen, um zum selben Ziel zu gelangen. Der direkte Weg wäre der, sich zum perfekten Liebhaber und gegebenenfalls Eroberer auszubilden, wenn es nur darum geht.

Aber auch im Tierreich kann man die entsprechende Parallele nicht ziehen, denn der durch das Sexualverhalten zeitlich begrenzte und mehr oder minder festgelegte Wettbewerb der männlichen Tiere zielt nicht auf irgendwelche Rekorde ab. Entweder geht es darum, wer vitaler ist, oder es handelt sich um Rituale, die das Weibchen beeindrucken sollen, welches anschließend souverän nach nicht weiter bekannten Kriterien die Wahl trifft. Ein sportlicher Wettkampf dürfte also ein Konzept sein, das Tieren prinzipiell verschlossen ist.

Die von den Menschen mit Pferden entwickelten sportlichen Wettbewerbe haben nur sehr entfernt, etwa in der Dressur, etwas mit sexuell motivierten Wettbewerben unter Pferden zu tun. Insbesondere der Springsport und das die Rennveranstaltungen können sich nicht darauf berufen, daß Pferde unter sich natürlicherweise so etwas veranstalten würden und dabei ihren Siegeswillen erproben und unter Beweis stellen würden, weshalb der Siegeswille kein natürlicher Bestandteil der Psyche des Pferdes sein kann.



Bereitschaft


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Die Muttertiere schonte er. Den Widerstand der Hengste brach er mit Gewalt. Nach 1000 Jahren Zuckerbrot und Peitsche ist Kamerad Pferd geboren. Die Geschichte kann losgehen.<br>Aus Stern, Horst: Bemerkungen über Pferde · © 2008
 
Die Muttertiere schonte er. Den Widerstand der Hengste brach er mit Gewalt. Nach 1000 Jahren Zuckerbrot und Peitsche ist Kamerad Pferd geboren. Die Geschichte kann losgehen.
Aus Stern, Horst: Bemerkungen über Pferde
Rien Poortvliet: Selbstportrait, Selbstversuch mit Ledertrense · © 2008
 
 Rien Poortvliet: Selbstportrait, Selbstversuch mit Ledertrense
Wenn Pferde nun aus anderen Gründen unabhängig von sexuell motivierten Rangkämpfen so gewinngeil wären, etwa weil sie vom Fluchtinstinkt ergriffen ihr Äußerstes gäben, wäre nicht einzusehen, daß diese etwa im Galoppsport regelmäßig mit der Gerte bearbeitet werden, denn dann bedürften sie dieser schmerzhaften Stimulation nicht. Diese Praxis muß besonders verwundern, weil Untersuchungen vorliegen, die beweisen, daß durch die Prügelei die Leistung nicht verbessert, sondern verschlechtert wird. Die Aufklärung ist einfach: Der Jockey kann nämlich auf diese Weise und nur so den Besitzern und Wettern gegenüber nachweisen, daß er sein Äußerstes getan hat und sein schlechtes Abschneiden also ausschließlich dem Pferd zu verdanken ist. Das Pferd kriegt es also ab, obwohl es nichts dazu kann und nichts davon hat.

In diesem Sinne hat » Horst Stern in seinem Buch » Bemerkungen über Pferde dem Galoppsport ebenfalls einige Bemerkungen gewidmet. Im besonderen wettert er gegen die Vermenschlichung, die man den Gewinnern unterschiebt, indem ihnen ein Siegeswille attestiert wird. Demgegenüber stellt Stern fest, daß die Ohren der Pferde im Galopprennen immer nach hinten gerichtet sind und deshalb als Ausdruck der Panik auf der Flucht gewertet werden müssen - alles andere ist Unfug. Die Wertvorstellungen der Menschen sind Tieren völlig fremd und müssen es auch immer bleiben. Der Mißbrauch der Pferde durch den Menschen ist nur durch diese zu verantworten und kann nicht entschuldigt werden. Das galt vor 40 Jahren genauso wie heute - getan hat sich wenig.

Wenn auch die Jockeys sich damit herausreden mögen, daß die Prügelei als Argument gegenüber den Menschen notwendig sei, so sind sie es doch, die das tun. Genauso wie in der Folterszene bei den Militärs oder in der Pornoindustrie oder in jeder beliebigen Diktatur und bekanntermaßen auch in Demokratien braucht man immer Menschen, die bereit sind, so etwas zu tun. Auch in unserem Lande gab es bekanntlich in der Vergangenheit eine überwältigende Bereitschaft, aktiv an Greueltaten teilzunehmen, und auch in der Gegenwart flammt immer wieder einmal die Diskussion auf, ob man nicht unter gewissen Umständen zum Mittel der Folterung nicht nur greifen dürfe, sondern müsse - selbstverständlich im Namen höherer Ziele. Wieder einmal stellt sich die Frage, ob der Zweck das Mittel heiligen darf.

Aber zunächst muß man sich den Motivationen des Menschen zuwenden - warum tun die Menschen alle diese schrecklichen Sachen, Tiere quälen, selbst wenn sie es nicht wollen, warum empfinden sie Lust und Vergnügen beim Quälen von Tieren und Menschen? Damit diese Frage nicht so abgehoben und fremd im Raum steht: Warum setzen die Reiter weltweit ganz selbstverständlich Gebisse, Sporen, Gerte und Peitsche ein und fügen damit bewußt den von ihnen geliebten Pferden Schmerzen zu?

Aber es sind ja nicht nur Tiere, die gequält werden, und es werden nicht nur solche Menschen gequält, die sich quälen lassen wollen. Wenn überhaupt keine Bereitschaft zu einem quälerischen Handeln bestehen würde, erübrigte sich die ganze Diskussion. Von den politisch oder strafrechtlich motivierten Folterungen wollen wir gar nicht reden - die zur persönlichen Lustgewinnung der Quälgeister vollbrachten Untaten reichen völlig aus. Ich habe im Editorial  Planung schon unter dem Stichwort "Prügelstrafe" den als Philosophen gehandelten Erzvater der Sadisten erwähnt, der als Verfechter und Prophet der absoluten persönlichen Freiheit ernstgenommen wird, diese jedoch nur dazu mißbrauchen konnte, andere für sich leiden und sterben zu lassen.

Ob das der eingeschränkten Lustfähigkeit des Marquis » de Sade überhaupt auf die Füße geholfen hat, ist mir bisher noch nicht klar geworden, aber seine Phantasien haben ihrerseits wiederum viele andere, die unsere Kultur nachdrücklich beeinflußt haben und beeinflussen, begeistert und angeregt, entsprechende Bilder und Handlungen als Buch, im Film oder als Videospiel zu inszenieren, und diese Produkte werden bekanntlich vom Markt sehr nachgefragt. Krimis, Horrorfilme, Splatter etc. - alles das steht hoch im Kurs, ein Ende der Eskalation ist gar nicht abzusehen. Womit wir wieder bei der Nachfrage sind, die die Produktion ankurbelt. Es gibt offenbar unglaublich viele Menschen, die auf solche Sachen wahnsinnig heiß sind. Hier werden also elementare Bedürfnisse ausgelebt und befriedigt. Wer seinem Pferd im Maul reißt, ihm die Sporen in die Rippen haut oder ihm mit der Gerte eins überbrät, tut solches nicht, weil es ihm geboten ist, weil er nach sorgfältiger Überlegung zu dem Schluß gekommen ist, daß dies für das Pferd das Beste und deshalb notwendig ist, sondern er macht das, weil ihm danach ist. Er fühlt sich gut dabei und hat gar keinen Anlaß, an sich selbst zu zweifeln.

Deshalb bin ich im Gegensatz zu Nevzorov sehr skeptisch, ob sich an den bestehenden Verhältnissen sehr schnell etwas ändern wird. Aufklärung ist sicher notwendig, kann aber bestimmt nur ganz wenig bewirken. Nichtsdestotrotz stimme ich ihm im Prinzip zu. Die Menschheit hat sich tatsächlich, wenn auch entsetzlich langsam und mit fürchterlichen Rückschlägen, in Richtung auf mehr Humanität, Menschlichkeit, Mitfühlen mit der belebten und sogar der unbelebten Natur, insbesondere den doch noch relativ verwandten Säugetieren entwickelt. Hoffnung besteht also.

Gleichzeitig aber ist auch die Instrumentalisierung fortgeschritten. Schweine, Rinder, Geflügel, Fische werden weithin lediglich als Rohprodukte unserer Nahrung angesehen. Noch in meiner Jugend hatten die Kühe des Bauern individuelle Namen und wurden auch damit angesprochen. Für die Schweine und das Geflügel galt das nicht, nur für die Pferde gilt es heute immer noch. Die Produktionsbedingungen in fleischproduzierenden Betrieben sind bekanntermaßen fürchterlich grausam. Die wünschenswerte wirtschaftliche Entwicklung der Entwicklungsländer und die bereits galoppierende Entwicklung bevölkerungsreicher Länder wie Indien und China verstärken die Nachfrage nach Fleisch ganz ungemein. Die Folgen für die Tiere und für die Erde insgesamt sind unabsehbar. Bekanntlich braucht man ein Vielfaches an pflanzlicher Nahrung für Tiere, um daraus Fleisch herzustellen. Die angemessene Behandlung der Pferde ist in diesem Zusammenhang wahrlich zu vernachlässigen.

In der nächsten Ausgabe möchte ich einerseits untersuchen, wie sich ein solcher Bewußtseinswandel in einem Individuum vollziehen kann, und mich andererseits der Frage widmen, was eigentlich wirklich hinter den sportlichen Ambitionen steht.



Quellen / Verweise


  1. » Alexander Nevzorov
  2. » Horse Revolution
  3. » de Sade
  4. » Die 120 Tage von Sodom
  5. » Frau musste am Flughafen Brustwarzen-Piercings abnehmen
  6. » Möchte am liebsten von einer reiferen Sie eine Tracht Prügel bekommen.
  7. » BDSM
  8. » Friedrich Nietzsche
  9. » Lou von Salomé spannt Paul Rée und Friedrich Nietzsche vor ihren Karren.
  10. » Petplay
  11. » Horst Stern
  12. » Bemerkungen über Pferde
  13.  Planung
  14.  Tu Gutes und rede darüber, Spenden für den guten Zweck - Bexter Hof Open freut sich auf Ihren Besuch
      Ausgabe 479 · Teil 1
  15.  Wo und wie kann ich Gutes tun?, Die Umsetzung des Philanthropie-Konzepts
      Ausgabe 480 · Teil 2
  16.  Spenden sind Glücksbringer, Kontakte, Schicksale, Initiativen und Integration
      Ausgabe 484 · Teil 3
  17.  Heilung und Linderung, Fallgeschichten und Randbedingungen des Pferdeeinsatzes im Gesundheitswesen
      Ausgabe 485 · Teil 4
  18.  Zwang und Gewalt, Springsport, Stierkampf und Bewußtseinswandel
      Ausgabe 486 · Teil 5
  19.  Immer feste druff, Über Gewalt in der Erziehung beim Menschen und beim Tier
      Ausgabe 487 · Teil 6


Abbildungen

  Werner Popken und wie angegeben



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Rechtsanwalt Eduard Graf von Westphalen († 2009)
 
 
Nachruf auf Eduard Graf von Westphalen


Der Mensch lebt und besteht
nur eine kleine Zeit.
Und alle Welt vergeht mit
ihrer Herrlichkeit.
Es ist nur einer ewig und an
allen Enden,
und wir in seinen Händen.
(Matthias Claudius)


In großer Hochachtung und tiefer Trauer gedenken wir Rechtsanwalt Eduard Graf von Westphalen, dem Gründer von » Pferderecht-Wissen.de.

Eduard Graf von Westphalen ist aufgewachsen auf einem Gutshof in Westfalen. Die Familie war in der Zucht und im Rennsport engagiert. Damit hatte er von frühester Jugend an ein enges Verhältnis zur Pferdezucht und später zum Turniersport - ein Verhältnis zu Pferden, das weit über das rein Rechtliche hinausging. Er war nicht nur ein begeisterter Reiter und Kenner der tierärztlichen Aspekte des Pferderechts sondern auch ein Anhänger alternativer Methoden, wie sie insbesondere unter dem Begriff "Pferdeflüsterer" bekannt geworden sind.

Rechtsanwalt von Westphalen war mehr als 30 Jahre als selbstständiger Anwalt in München tätig und Mitautor umfangreicher Kommentare. Durch viele Vorträge und Publikationen hat er sich nicht nur unter den deutschen Pferderechtlern einen großen Namen gemacht und genoss die Anerkennung und den Respekt seiner Kollegen.

Über Jahrzehnte war Rechtsanwalt von Westphalen in den verschiedensten Stiftungen engagiert, so unter anderem als Gründungsstifter von "ORO VERDE" - Stiftung zur Rettung der Tropenwälder.

Darüber hinaus engagierte er sich nach der Wiedervereinigung für den Gedanken- und Wissensaustausch der Juristen der alten und neuen Bundesländer, indem er die "Leipziger Juristentage" ins Leben rief. Diese Arbeit setzte Rechtsanwalt Graf von Westphalen später als Gründer und Präsident der "Karlsbader Juristentage" fort - einem Forum für aktuelle Rechtsprobleme und Wege ihrer Lösung im Hinblick auf nationale Rechtsordnungen.

Graf von Westphalen war nicht nur ein hervorragender Jurist und Pferderechtler sondern auch ein Mensch, den neben enormer Tatkraft und hohem Engagement Einfühlungsvermögen und menschliche Wärme auszeichneten. Mit seinem Sinn für Humor und einem ausgeprägten Geschichtswissen hat er selbst trockene juristische Themen in seinen Veröffentlichungen informativ und auch für den juristischen Laien verständlich behandelt. Er machte Pferderecht-Wissen.de binnen einen Jahres zu einer der erfolgreichsten Portale rund um das Recht beim Pferdekauf und im Pferdesport.

Das Team und die Autoren von » Pferderecht-Wissen.de

Mit freundlicher Genehmigung von » Prof. Dr. Friedrich Graf von Westphalen, dem Bruder des Verstorbenen


Die Kanzlei Eduard Graf von Westphalen wird fortgeführt von Enzio Graf Rességuier de Miremont.

 

 
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W. Popken im Fenster
Selbstportrait 08/2004
 
 
17.08.2008

Spiegel

Die Entwicklung der laufenden Artikelserie gefällt mir nicht besonders, aber sie ist sehr interessant und führt mich zu Einsichten und Kenntnissen, die ich vielleicht lieber nicht gehabt hätte, die es aber wert sind, festgehalten zu werden.

Am Ende des Hauptartikels glaubte ich, wieder einmal eine Voraussage für die nächste Woche machen zu können, aber ich fürchte, ich werde noch einen Einschub machen müssen.

Nachdem der Artikel fertig war, habe ich nämlich noch ein bißchen recherchiert und bin auf erstaunliche Aussagen gestoßen. Die ins Blickfeld geratene BDSM-Szene bedient sich nämlich nicht nur der in der Pferdewelt gebräuchlichen Marterinstrumente, sie ahmt alle Verhaltensweisen nach und hält auf diese Art und Weise der Pferdewelt einen Spiegel vor! So gesehen erscheinen die Aussagen von Alexander Nevzorov in einem völlig anderen Licht. Aber darüber mehr in der nächsten Woche.



Der große Bogen

Es mag zwar etwas anstrengend und vielleicht auch verwirrend sein, wenn ich so weit abschweife, aber ich verliere meine Gedanken nicht, sie sind noch präsent und ich hoffe, daß ich den Bogen zurückschlagen kann und zu einem befriedigenden Abschluß komme. Ich fing ja mit dem Therapeutischen Reiten an und bemerkte, daß die behinderten Leistungssportler Wert darauf legen, daß sie nicht mit Gewalt arbeiten können.

Abgesehen von anderen Einsichten, Haltungen und Wertungen behinderter Menschen, die den Normalos etwas zu geben haben, warf diese Feststellung die Frage auf, inwieweit in der Ausbildung und Kommunikation mit Pferden auf Gewalt verzichtet werden kann. Es gibt ja durchaus Leute, die der Ansicht sind, daß einer gewaltfreien Vorführung immer eine gewalttätige Ausbildung vorausgegangen sein muß. Das führte nun wiederum zur Untersuchung der Rolle der Gewalt in der Erziehung, und zwar beim Menschen und beim Tier. Obwohl man heute weitgehend der Meinung ist, daß Gewalt in der Erziehung nichts zu suchen hat, gibt es einerseits Menschen, die sich nach Schmerz und Demütigung sehnen, andererseits wird auch hier ein deutlicher Unterschied zwischen Tieren und Menschen gemacht.



Ausland

Die Globalisierung ist im Grunde nichts Neues - es war schon immer gut, über den Gartenzaun zu schauen und insbesondere fremde Länder und fremde Kulturen zu erkunden. Zum einen bekommt man dann einen ganz anderen Blick auf das Eigene, zum anderen lernt man Neues kennen und kann damit die Heimat befruchten.

Mir fällt auf, daß die Barhufbewegung in den USA am innovativsten und schlagkräftigsten zu sein scheint, während die Gewaltdebatte anscheinend vor allen Dingen in Rußland vorangetrieben wird. Zwar beruft man sich dort auf den englisch-amerikanischen Veterinär Prof. Dr. Robert Cook (siehe auch Rezension  Eisen im Pferdemaul), geht das Thema aber auf zweierlei Arten an: durch Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit und durch den Nachweis, daß es auch ohne Gewalt geht.

Herr Nevzorov ist nicht irgendwer; der Mann hat sich als Journalist zweimal als Geisel eintauschen lassen und damit Mut und Unerschrockenheit bewiesen. Wenn der was in Angriff nimmt, ist es ihm bitterernst damit, und er zieht die Sache durch. Man darf gespannt sein, was aus dieser Richtung noch zu hören sein wird und wann die Impulse von dort auf die Welt überschwappen.



Warum?

Als untergründige Frage steht seit ein paar Ausgaben im Raum, warum die Menschen so sind, wie sie sind, warum sie das tun, was sie tun, worum es eigentlich geht. Diese Frage ist natürlich sehr ambitioniert, aber ich hoffe, daß ich darauf auch eine Antwort geben kann. Irgendwie, so meinte die Existenzphilosophie, sind wir ja alle in diese Welt geworfen, ohne darum gebeten zu haben, und müssen nun irgendwie damit klarkommen.

Jeder ist der Mittelpunkt der Welt und gefangen in seinem Körper, er kann nicht aus seiner Haut, er kann nicht wirklich wissen, wie es anderen geht, wie die sich fühlen, was die antreibt. Vor 35 Jahren habe ich einmal ein populärwissenschaftliches Büchlein einer englischen Journalistin über Verhaltensforschung gelesen. Darin führte sie als Argument gegen die These, daß der Mensch, zumindest der männliche, grundsätzlich aggressiv und im Grunde ein Krieger, wenn nicht sogar ein Killer sei, eine Beobachtung an, die jeder machen kann, der wie sie Zeit an einem öffentlichen Sandkasten verbracht hat.

Die häufigste Beobachtung dort ist nämlich, und jeder kann das im Grunde überall nachvollziehen, denn sie beschränkt sich natürlich nicht auf den Sandkasten, daß kleine Kinder ungeachtet ihres Geschlechts immer wieder um Aufmerksamkeit heischen: "Mamie, schau mal, was ich kann, was ich gemacht habe!" Das leuchtet unmittelbar ein. "Ich, ich, ich!" Das ist es, was vollautomatisch aus jedem ununterbrochen herauskommt. Was bedeutet das? Kann das böse sein?

Ich lebe seit einiger Zeit an einer sehr lauten Straße. Es fällt mir auf, daß die Straßengeräusche immer lauter werden. Die Motorräder werden immer lauter, die knatternden Quads immer beliebter, die kaputten Auspuffe der Autos werden nicht mehr repariert und dafür das Gaspedal desto genußvoller durchgedrückt, nicht zu vergessen die stampfende Musik aus den kleinen Blechschachteln, die drei Straßen weiter immer noch gehört werden kann. Die Botschaft ist klar und unüberhörbar: "Ich mache Lärm, also bin ich."

 
Chefredakteur und Herausgeber
 
 




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Rezension: Gymnastizierende Arbeit an der Hand


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Hilberger, Oliver

Gymnastizierende Arbeit an der Hand
Schritt für Schritt zu Losgelassenheit und Selbstvertrauen

17 cm x 24 cm, broschiert, farb. Abb , 160 Seiten
Brunsbeck, 2008 · Cadmos Verlag
ISBN 978-3-86127-449-0


19,90 EUR ·  Bestellen

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Der Verlag sagt über das Buch:

Die Arbeit an der Hand in ihrer klassischen Form, wie sie heute noch zum Beispiel in der Wiener Hofreitschule praktiziert wird, ist im Alltag vieler Dressurreiter leider stark in den Hintergrund geraten und wird nicht selten als unnötig abgetan. Dabei wird übersehen, wie wertvoll diese Arbeit vom Boden aus als Alternative und als Ergänzung für die Arbeit unter dem Sattel ist und zwar nicht nur in hohen Lektionen, sondern auch im Bereich der Basisübungen, die von fast allen Reitern und Pferden gut erlernt werden können. Das gilt für Pferde, die aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend keinen Sattel tragen können, ebenso wie für Pferde, die sich schwer unter dem Reiter gymnastizieren lassen und Schwierigkeiten haben, ihr Gleichgewicht zu finden.

Reiter profitieren von der Arbeit an der Hand dadurch, dass sie ihre präzise Hilfengebung schulen und unabhängig von den eigenen reiterlichen Fähigkeiten ihr Pferd auf schwierigere Lektionen vorbereiten können. Für beide Partner bietet die klassische Arbeit an der Hand die Möglichkeit, Abwechslung in den Trainingsalltag zu bringen.

Das Buch erläutert systematisch Schritt für Schritt den Weg zur korrekten und spielerisch leichten Ausbildung des Pferdes vom Boden aus. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Beschreibung der Seitengänge, denen für die Gymnastizierung und Vorbereitung auf schwere Lektionen eine zentrale Rolle zukommt. Die Bilder lassen die schriftlichen Erläuterungen hervorragend nachvollziehen und stellen dank besonderer Bildtechnik auch Bewegungsabfolgen anschaulich dar.

Aus dem Inhalt:
- Die Aufgaben der Handarbeit
- Die Ausrüstung
- Basisarbeit
- Das Pferd in Bewegung
- Seitengänge
- Weiterführende Arbeit



Autor

Oliver Hilberger
, Ausbilder aus dem österreichischen Neulengbach (Wienerwald), ist inspiriert von der französischen Reitkunst und sammelte Erfahrungen in der Handarbeit bei Aufenthalten in Frankreich und Spanien. Heute bildet die Arbeit an der Hand neben der Arbeit im Sattel für Pferde unterschiedlichster Rassen einen festen Bestandteil seines Ausbildungskonzepts. Besonderen Wert legt er darauf, die sinnvolle Gymnastizierung des Pferdes für jeden ambitionierten Menschen zugänglich zu machen. Nachvollziehbare und leicht verständliche Anleitungen machen es auch dem Freizeitreiter ohne große Vorbildung möglich, sein Pferd mit der Arbeit an der Hand optimal zu fördern.

Oliver Hilberger hat bisher zahlreiche Artikel in Fachmagazinen veröffentlicht.



Rückentext

Das Praxisbuch für die Arbeit an der Hand: vom Einstieg bis zu den Seitengängen.


Für die Dressurarbeit des Pferdes ist die klassische Arbeit an der Hand ein sehr wertvolles, leider jedoch oft unterschätztes und deshalb viel zu selten angewandtes Mittel, das Abwechslung in den Trainingsalltag bringt und sowohl das Pferd als auch den Menschen vielseitig schult.

Dieses Buch erläutert Schritt für Schritt und mit anschaulichen Bildern den Weg zur korrekten und spielerisch leichten Ausbildung des Pferdes vom Boden aus. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Beschreibung der Seitengänge, denen für die Gymnastizierung und auch zur Vorbereitung auf schwere Lektionen eine zentrale Rolle zukommt.

Aus dem Inhalt:
  • Die Aufgaben der Handarbeit
  • Die Ausrüstung
  • Basisarbeit: Grundposition, Hilfengebung
  • Das Pferd in Bewegung: Stellung, Biegung, Vorwärts, Rückwärts
  • Seitengänge: Schulterherein, Renvers, Travers, Traversale
  • Weiterführende Arbeit




Verlag

» Cadmos



 
W. Popken im Fenster
Selbstportrait 08/2004
 
 
Meine Meinung zu dem Buch:
von   Werner Popken

Selten einmal erfindet jemand etwas neu, was noch dazu auch gut ist und worauf noch niemand vorher gekommen war. Diesen Anspruch hat Oliver Hilberger nicht, und das ist auch gar nicht nötig, denn es gibt so unglaublich Vieles, was bereits entdeckt, erprobt und verfeinert worden ist, das zunächst einmal verstanden und erarbeitet sein will. Möglicherweise stellt sich dann heraus, daß gar nichts Neues erfunden werden muß, weil das Alte bereits zu Wundern führt.

Wenn jemand diese bewährten und hochgerühmten Lektionen durchgearbeitet und genügend Erfahrung gesammelt hat, ergibt sich manchmal eine wunderbare Gelegenheit, die Wirksamkeit und Richtigkeit der gelernten Grundsätze anzuwenden und zu erproben. Dieses ist dem Autor widerfahren.

Auf Seite 157 des Buches stellt er unter dem Titel "Der Hauptdarsteller" einen reinrassigen Vollblutaraber vor, der im Alter von drei Jahren einen Senkrücken entwickelte und mit vier Jahren deswegen und wegen der dadurch verursachten Schmerzen als für die Reiterei ungeeignet keine erfreuliche Zukunft erwarten durfte, zumal da erste medizinische und gymnastizierende Maßnahmen keinen Erfolg zeitigten.

Nachdem er durch Chiropraktik und Akupunktur weitgehend schmerzfrei gestellt wurde, begann der Autor mit ihm zu arbeiten. Bald war er schmerzfrei und konnte nach einigen Monaten sogar unter dem Sattel gymnastiziert werden. Die Senkrücken blieb zwar, wurde aber durch einen starken Bewegungsapparat unterstützt. Zugleich verwandelte sich der Charakter des Pferdes. Er gewann an Selbstbewußtsein und sein Rang in der Herde stieg entsprechend.

Geduld und Zeit - zwei Komponenten, die in seiner Ausbildung unumgänglich waren und noch immer sind - ließen ihn nach und nach den Muskeltonus aufbauen, der ihn befähigt, auch in der Versammlung Fuß zu fassen.

Ab diesem Zeitpunkt ging es dann rasend schnell. Malcolm wurde mit jedem Monat selbstsicherer und ausdrucksstärker. Durch die versammelten Übungen an der Hand formte sich seine Oberlinie, seine Muskulatur wurde stärker und stärker, er genoß das Lebensgefühl als selbstbewußtes Pferd an der Hand wie auch unter dem Sattel. Aus dem introvertierten kleinen Araber wurde ein wunderbares, sicheres Pferd, das auch trotz seines Senkrückens in der Hohen Schule seinen Platz gefunden hat.

a.a.O., Seite 159

Der Erfolg der Arbeit mit diesem Pferd hat den Autor motiviert, dieses Buch zu schreiben, damit möglichst viele andere Pferde ebenfalls die Segnungen dieser Methoden erfahren können und Gesundheit und Selbstbewußtsein entwickeln.

In der Einleitung stellt der Autor fest, daß es die Militärreiterei war, die die Arbeit an der Hand verdrängt hat.

Leistungsdruck und Konventionen lassen die Handarbeit heutzutage in einem schlechten Licht erscheinen. Sie wird als Sammelstelle derer abgetan, die nicht reiten können. Ein Pferd wird nur ein solches erkannt, wenn es einen Sattel auf dem Rücken trägt. Fakt ist: Kein Pferd wird mit einem Reiter auf dem Rücken geboren, und kein Mensch kommt als perfekte Reiter zur Welt. Allein deshalb stellt die Handarbeit eine wertvolle Alternative und Ergänzung zum Reiten dar.

Das Repertoire der klassischen Reitkunst hält zwar viele Lektionen und Übungen bereit, doch diese sind für einen Großteil der Reiter meist gar nicht oder erst nach einigen Jahren zugänglich. Viele Pferde können außerdem wegen Krankheit oder aus Altersgründen nicht oder nur eingeschränkt geritten werden und sollen trotzdem schonend gearbeitet werden. Die konventionelle Longenarbeit gerät hierbei sehr schnell an ihre Grenzen, während man mit der Handarbeit gezielt einzelne Muskelgruppen kräftigen und so einen bedeutenden Beitrag zu einer schnelleren Genesung des Pferdes leisten kann.

Und noch etwas: Der Winter stellt Reiter in unseren Breiten hinsichtlich der Arbeit unter dem Sattel oft auf eine harte Probe. Die Böden sind schneebedeckt oder gefroren, und nicht immer steht einer Reithalle zur Verfügung. Doch auch bei guten äußeren Bedingungen verfallen manche Reiter bei der Arbeit mit dem Pferd in eine Monotonie, die irgendwann in unmotiviertes und freudloses Arbeiten oder Ausreiten mündet. Für alle diese Probleme bieten sich mit der Handarbeit eine sinnvolle Lösung.

a.a.O., Seite 11

Dieses Buch ist, wie beim Cadmos-Verlag gewohnt, sorgfältig gearbeitet, enthält reichlich illustrierende Fotos und Zeichnungen und sogar Fotomontagen, die in diesem Zusammenhang neu und ungewöhnlich sind. Das Inhaltsverzeichnis gibt einen sehr guten Überblick:

  • Einleitung
    • Die Verwandlung des eigenen Pferdes
  • Gymnastizierung: Die Hauptaufgabe der Handarbeit
    • Das Spiel mit der Balance
    • Losgelassenheit
    • Muskelaufbau
    • Gleichgewicht
    • Körperbewußtsein
    • Selbstvertrauen
    • Was lernt der Mensch?
  • Die Ausrüstung
    • Der Kappzaum
    • Die Trense
    • Die Gerte
    • Das Lob
  • Basisarbeit
    • Die Grundpositionen
    • Die Trensenführung
    • Die Gertenhaltung
    • Die Hilfengebung
    • Erste Basisübungen auf Trense
      • Aufrichtende Wirkung
      • Senkende Wirkung
      • Biegende Wirkung
    • Erste Basisübungen an Kappzaum
  • Das Pferd in Bewegung
    • Die bevorzugte Seite
    • Weniger ist mehr
    • Klare Regeln beim Führen und Treiben
    • Der Schritt als Basisgangart
    • Das Antreten
    • Die Haltparade
      • Hilfengebung auf Kappzaum
      • Problem: Das Pferd bleibt nicht stehen
    • Das RückwärtsrIchten
    • Routine und Erfahrung
    • Die Hufschlagfiguren im Porträt
      • Ganze Bahn
      • Zirkel
      • Volte
      • Einfache und doppelte Schlangenlinie
      • Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen
      • Halbe Bahn und Karree
      • Durch die Länge der Bahn
      • Verschiedene Möglichkeiten des Handwechsels
    • Stellung, Biegung, Vorwärts
      • Auf dem Zirkel
      • Häufige Fehler des Menschen
      • Die Hilfengebung auf Kappzaum
      • Untertreten auf der Volte
  • Das Schulterherein
    • Die Schlüssellektion
    • Gleichmäßige Biegung?
    • Vorbereitung
    • Ausführung
      • Schulterherein auf vier Hufspuren
    • Das Konterschulterherein
    • Übungsabfolge zur Weiterentwicklung
    • Im Trab
      • Antraben und Durchparieren
  • Der Renvers
    • Vorbereitung
      • Schritt 1: Die Vorhandwendung
      • Schritt 2: Die Erweiterung
      • Schritt 3: Der Renvers auf der Volte
    • Der Renvers geradeaus
  • Der Travers
    • Ausführung
    • Vom Travers auf der Volte zur Schrittpirouette
    • Travers aus dem Schulterherein
  • Die Traversale
    • Das innere Bild
    • Vorbereitung und Ausführung
    • Die Traversale auf Kappzaum
  • Kombinierte Seitengänge
    • Vielfältige Variationen
      • Schlangenlinien durch die Bahn mit Seitengängen
      • Einfache und doppelte Schlangenlinie mit Seitengängen
      • Die Ach mit Seitengängen
      • Schulterherein und Traversale
      • In kombinierte Seitengängen durch den Zirkel wechseln
      • Das Dreieck
      • Die Acht im Quadrat
    • In Seitengängen durch das ganze Viereck
      • Die kombinierten Passaden
  • Weiterführende Arbeit
    • Ausstrahlung und Freude
    • Übergänge
      • Das Antraben im Seitengang
      • Das Parieren im Seitengang
    • Die Schaukel
      • 1. Der gezählte Schritt
      • 2. Das versammelte Halten
      • 3. Rückwärtsrichten
      • Die Ziele
  • Ausblick
    • Wohin geht der Weg?
    • Mit Leidenschaft zu ungeahnten Höhen

Mir scheint, dieses Buch gehört, wie man so schön sagt, in jede hippologische Bibliothek.


erschienen 17.08.08




Hilberger, Oliver

Gymnastizierende Arbeit an der Hand
Schritt für Schritt zu Losgelassenheit und Selbstvertrauen

17 cm x 24 cm, broschiert, farb. Abb , 160 Seiten
Brunsbeck, 2008 · Cadmos Verlag
ISBN 978-3-86127-449-0


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Tip: Hufe XXV


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Heidi Keppel
 
 
Hufe
Teil 25
Von   Heidi Keppel


In den letzten Wochen habe ich viele wichtige Hufkrankheiten und ihre homöopathischen Behandlungsmöglichkeiten beschrieben und auch deutlich gemacht, wie sich bestimmte Haltungs- und Ernährungsbedingungen auf die Hufqualität auswirken können. Zum Thema Hufe gibt es nun noch zwei wichtige Bereiche, die ich ansprechen möchte, weil sie ebenfalls sehr oft für diverse Hufprobleme verantwortlich gemacht werden können, nämlich die Pflege und die Belastung der Hufe.

Ich habe dieses Themengebiet zwar schon am Rande gestreift, aber nun möchte ich noch ein bisschen ins Detail gehen, da ich immer wieder feststellen muss, dass vielen Menschen das Gespür für die berühmte "Goldene Mitte" fehlt und sie deshalb häufig in der einen oder anderen Richtung zu Übertreibungen neigen. Ganz besonders macht sich dies bei der Hufpflege bemerkbar, die von manchen Pferdebesitzern gänzlich vernachlässigt wird, während andere einen täglichen Kult daraus machen, wobei beide Extreme nicht selten zu einem ähnlichen negativen Ergebnis führen.

Es ist auch nicht immer leicht, eine Empfehlung zur optimalen Hufpflege abzugeben, denn Pferde verschiedener Rassen, die bezüglich ihrer Haltung, Fütterung und reiterlichen Beanspruchung auch noch unter sehr unterschiedlichen Bedingungen leben müssen, haben nun mal auch nicht die gleichen Bedürfnisse in Bezug auf die Hufpflege. Eine individuelle Berücksichtigung aller angeführten Punkte ist für die Wahl der richtigen Pflegemaßnahmen unbedingt erforderlich, wenn man damit seinem Pferd nicht womöglich noch größeren Schaden zufügen will.

Vielfach werden für einen Vergleich Wildpferde herangezogen, die ganz ohne menschliche Pflege und Unterstützung auskommen müssen und trotzdem − oder gerade deswegen − in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle gesunde und belastbare Hufe besitzen, welche auch in unwegsamstem Gelände hervorragende Dienste leisten. Deshalb werden immer öfter Stimmen laut, die jegliche Pflegeprodukte verdammen und eine natürliche Haltung möglichst ohne menschliche Einmischung fordern. Dabei wird aber gerne vergessen, dass domestizierte Pferde eben ein Produkt menschlicher Einmischung sind und durch Menschen ständig auf irgendeine Weise belastet oder in ihrer Lebensweise eingeschränkt werden, was sich letztendlich natürlich auch auf die Hufqualität und die damit verbundene notwendige Hufpflege auswirkt.

Ich will damit keineswegs bestreiten, dass man auch mit wenig Pflegemaßnahmen gesunde Hufe erhalten kann, denn auch ich bin kein Befürworter des andauernden Einölens und Aufpolierens, aber ich habe in unseren Breitengraden noch kein Pferd getroffen, das bei stärkerer reiterlicher Belastung ohne jegliche Hufpflege ausgekommen wäre. Theoretisch wäre das nur möglich, wenn die Pferde unter naturnahen Verhältnissen aufwachsen und dann auch als Reitpferde so weiterleben dürften.

Aber wer hat schon zig Hektar Grund zur Verfügung, um seinen Pferden tagtäglich unterschiedlichste Böden bieten zu können, wo die Hufe einerseits einen natürlichen Abrieb erfahren und andererseits durch regelmäßige Befeuchtung geschmeidig erhalten werden? Und wer kann seine Pferde so halten, dass ihre Hufe fast nie mit dem eigenen Kot oder Urin in Berührung kommen bzw. dass sie nie anderen schädigenden Einflüssen, wie diversen Umweltgiften, ausgesetzt sind?

Ich denke, es gibt hier in Mitteleuropa nicht sehr viele Menschen, die ihren Pferden eine derartige rundherum natürliche und damit gesundheitsfördernde Lebensweise ermöglichen können, und aus diesem Grund sind bei den meisten Pferden sehr wohl mehr oder weniger regelmäßig gewisse Pflegemaßnahmen erforderlich. Unter welchen Umständen das eine oder andere Pflegemittel am besten eingesetzt werden sollte, um die Hufe gesund und leistungsfähig zu erhalten, erfahren Sie dann in meinem nächsten Tipp.





Siehe auch   Autoren-Messeseite


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Ratgeber: Gnadenbrot


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Frank Richter, Rechtsanwalt
 
 
BGH ächtet Handel mit Gnadenbrottieren
Teil 1

Gnadenbrot

Ratgeber von   Frank Richter, Rechtsanwalt

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 13.02.2008, AZ: VIII ZR 208/07, über einen Fall zu entscheiden, wie er leider immer wieder vorkommt. Glücklicherweise konnte hier der wahre Sachverhalt ermittelt werden und so die betrügerische Händlerin überführt werden.

Die Beklagte, eine Pferdehändlerin, kaufte im Januar 2005 von einem Verein, dem Erstverkäufer ein Pferd zum Preis von 750 €. Der Kauf kam aufgrund eines Inserates zustande, in dem der Erstverkäufer darauf hinwies, dass er das aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im Spring- und Voltigiersport einsetzbare und wegen einer akuten Verletzung günstig abzugebende Tier nicht an einen Händler verkaufen wolle. Die Beklagte verschwieg ihre Händlereigenschaft und erweckte gegenüber dem Erstverkäufer den Eindruck, sie werde das Tier gesund pflegen und ihm das Gnadenbrot gewähren. Mit dem Pferd erhielt sie vom Erstverkäufer Röntgenbilder von dessen akuter Verletzung, einem Fesselträgeranriss.

Kurze Zeit später bot die Beklagte das Tier in einem Inserat zum Weiterverkauf an. Darin hieß es: "super leichtrittiges Pferd, großes, sehr gut regulierbares Pferd, Dressur L-Niveau, Springen A mit viel Raumgriff, sicher und viel Mut am Sprung zu einem Kaufpreis von 3.900 €". Aufgrund dieses Inserates erwarb die Klägerin das Pferd für 3.400 €.

Nachdem der Erstverkäufer davon Kenntnis erlangt hatte, focht er den von ihm mit der Beklagten geschlossenen Kaufvertrag wegen arglistiger Täuschung an. Er informierte die Klägerin darüber und trat alle Rechte an dem Pferd, insbesondere Herausgabeansprüche wegen der Anfechtung des Kaufvertrags, an diese ab.

Sodann erklärte die Klägerin ihrerseits die Anfechtung des Kaufvertrags mit der Beklagten wegen "Vorspiegelung falscher Tatsachen unter Verheimlichung einer schweren Vorerkrankung" und weil "das Tier wegen chronischer Lahmheit weiterhin reituntauglich" sei.

Mit ihrer Klage hat die Klägerin die Rückzahlung des von ihr geleisteten Kaufpreises von 3.400 € nebst Zinsen sowie die Herausgabe der Röntgenbilder verlangt, die die Beklagte von dem Erstverkäufer erhalten hatte.

Teil 2 nächste Woche



Kontakt
Enzio Graf Rességuier de Miremont Kanzlei Eduard Graf von Westphalen
Potsdamerstr. 5 80802  München
E-Mail   Enzio Graf Rességuier de Miremont » pferderecht-wissen.de
Tel. 089 / 3063040 Fax 089-30630430

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Werner Popken
 
 
Marketing für Profis


Internetmarketing ist ein eigenes Fachgebiet. Natürlich geht es um das Thema, wie man bestimmte Sachverhalte, Dienstleistungen und Produkten demjenigen nahebringt, der davon profitieren kann. Und natürlich entwickeln sich die Dinge ständig, wie auch in allen anderen Bereichen des Marketing.

So etwas wie "Pferdemarketing" gibt es natürlich nicht, genauso wenig wie es "Automarketing" oder "Biermarketing" gibt. Es geht immer um dieselben Probleme, wobei die Zielgruppen und die Anliegen durchaus unterschiedlich sein können, genauso wie die Mittel des Marketing sehr unterschiedlich sind.

Eines aber ist klar: Alle Bereiche unterscheiden sich voneinander. Das hängt mit den Medien zusammen. Zeitschriften werden anders wahrgenommen und konsumiert als das Fernsehen, das Kino, Plakatwände oder eben das Internet. Letzten Endes muß man immer von ihnen ausgehen, an die man sich wendet. Was also bewegt die Menschen, sich im Internet umzuschauen, wie tun sie das, welche Interessen haben sie, wie kann man ihre Aufmerksamkeit erreichen?

Alle diese Fragen kann man systematisch untersuchen, wissenschaftlich, marktwirtschaftlich, länder- und produktbezogen. Und wie immer bei Marketing sind wir selbst Partei, denn wir sind genauso Verbraucher wie die, die wir erreichen wollen. Wir haben also unsere eigenen Vorlieben und Erfahrungen, wir können bei unseren Untersuchungen bei uns selbst anfangen.

Die Sache wird insofern schwierig, als es "den Benutzer" so nicht gibt. Es gibt "Anfänger" und "Fortgeschrittene", und zwar unabhängig vom Medium. Wer viel Fernsehen konsumiert, wird auf Fernsehwerbung völlig anders reagieren als jemand, der das nur selten tut. Da aber jemand, der in einem Medium einsteigt, naturgemäß zunächst wenig Erfahrung hat, dieses jungfräuliche Stadium aber schnell hinter sich läßt und bald ein erfahrener Benutzer sein wird, tut man besser daran, sich an diejenigen zu halten, die mehr Erfahrungen haben, als an die, die im Grunde noch gar nicht mitreden können.

Meine ersten Erfahrungen im Internet gehen auf das Jahr 1997 zurück. Nach zwei Monaten im deutschen Internet war mir klar, daß hierzulande noch geuebt wurde. Ich wechselte also in das amerikanische Internet. Dort wurden zu dieser Zeit die wesentlichen Konzepte aus gekocht, die heute noch gültig und teilweise der uns immer noch nicht angekommen sind.

So haben zum Beispiel alle großen amerikanischen Internetseiten zu Beginn des Jahres 1998 auf grafische Menüs verzichtet, weil diese wesentliche Nachteile, aber kaum Vorteile haben. Genauso hart wurde um die Frage "Frames: ja oder nein?" gekämpft und eindeutig entschieden. Merkwürdigerweise haben die deutschen Designer sich genau andersherum orientiert. Im amerikanischen Internet findet man bei professionellen Seiten so gut wie nie Frames, bei deutschen fast immer - jedenfalls immer dann, wenn der Designer dem Kunden Vorschriften machen kann, weil dieser im Grunde ahnungslos ist.

Die "Angebote der Woche" nutze ich, um immer wieder Aspekte des Marketing im Internet zu diskutieren. Ich hoffe, daß es mir gelingt, die es in einer unterhaltsamen Weise zu tun, die zugleich lehrreich ist. Viel Vergnügen!



Kontakt
Werner Popken ISIS GmbH & Pferdeverlag
Hauptstr. 13 32609 Hüllhorst
E-Mail   Werner Popken » Pferdezeitung.com
Tel. 05744-511 574 Mobil 0151-2327 3955

 

 
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Unser schönes Haus im Grünen · © 2010  
Unser schönes Haus im Grünen
Der festlich gedeckte Speisesaal · © 2010  
Der festlich gedeckte Speisesaal
Brave Pferde in allen Größen · © 2010  
Brave Pferde in allen Größen
Voltigieren in der lichten Halle · © 2010  
Voltigieren in der lichten Halle
Unser Motto: "Reiten bis zum Schlafen gehen"
Bei uns werden eure Träume wahr!
Stellt euch vor: 130 Pferde in allen Größen warten auf euch!

  • Shetlandponys
  • Reitponys
  • Isländer
  • Norweger
  • Haflinger
  • Pintos
  • Appaloosa
  • Palaminos
  • Tinker
  • Knabstrupper
  • Warmblüter aller Rassen
  • Kaltblüter
  • und einige interessante Kreuzungen

Wir aber haben nicht nur Ponys und Pferde für Euch. Bei uns gibt es noch jede Menge Federvieh, viele süße Kätzchen und Hunde und dann sind da noch unsere Maultiere "Muletta" "Jule".


Nun zum Wichtigsten!

Nach Eurer Ankunft suchen wir gemeinsam mit Euch Euer Pflegepferd aus. Dieses Pflegepferd bleibt bis zu Eurer Abreise unter Eurer ganz persönlichen Obhut! Ihr dürft es putzen, satteln (natürlich ist immer jemand da, der Euch hilft und betreut), liebhaben und sooft auf ihm reiten, wie Ihr möchtet. Und dazu gibt es wirklich genügend Gelegenheit. Wir bieten Reitstunden in unseren tollen Reithallen oder auf dem Außenplatz. (selbstverständlich unter Anleitung) Und den ganzen Tag gibt es geführte Ausritte in unser traumhaftes Gelände. (Eure eigenen Ponys oder Pferde könnt Ihr natürlich auch mitbringen).

Kontakt
Familie Vox Reiterhotel Vox
Bockradener Schulstr. 2 49577 Eggermühlen
E-Mail   Familie Vox » www.reiterhotel-vox.de
Tel. 05435/443 Fax 05435/1381

 

 
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Messeseite: Lobback


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Rudolf K. Lobback
ist Peitschenmacher von Beruf.

Noch Anfang der fünfziger Jahre gab es Hunderte von Peitschenfabriken, heute wird meistens Fabrikware geliefert. Nicht so bei Lobback.

Links ein Eindruck von der Peitschenpräsentation auf der Equitana ' 99. Lobback stellt auf großen Messen und Turnieren aus und kommt dort in Kontakt mit Reitern und Fahrern aus aller Herren Länder, vom Amateur bis zum Spitzensportler.

Bei Lobback findet auch der anspruchsvolle Kunde sein Produkt. Rudolf Lobback nimmt sich Zeit für eine ausführliche Beratung. Er kennt sich in den unterschiedlichsten Einsatzbereichen aus und kann die erforderlichen Produkte anbieten.

Aber auch Qualitäten für den täglichen Einsatz in solider Verarbeitung werden im Sortiment nicht vernachlässigt. Bei aller Sorgfalt und Qualitätspflege ist es für Lobback wichtig, ein faires Preis-/Leistungsverhältnis anzubieten.

Kontakt
Rudolf K. Lobback Peitschenhandwerk
OT Prisser, Schmarsauer Str. 45 29451 Dannenberg (Elbe)
E-Mail   Rudolf K. Lobback » Pferdezeitung.com/Lobback
Tel. 0 5861/2564 Fax 0 5861/6827

 

 
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Lobback baut liebevoll Gerten und Peitschen - eine Vorschau
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Leserresonanz


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2 Leserresonanzen zu Ausgabe 490 vom 17.08.08


Leserbrief  2021 zu den Ausgaben  490,  500
27.10.08



Leserbrief

Lieber Herr Dr. Popken,

eben wollte ich kurz vorm Schlafengehen nochmal in Ihre Zeitung gehen und habe zu meiner Freude ein Bild von der 12-jährigen Lea auf ihrer 4-jährigen Trakehnerstute Bea gesehen, stressfrei von ihr selbst eingeritten...

Zu unseren trailer; die Pferde kauen da auch viel, aber meistens, weil sie gerade eine Belohung bekommen haben, die wir oft geben, wenn ein Pferd etwas toll gemacht hat (die meisten Trakehner können Sie sowieso nicht bestechen). Das nur als Info... Auch das Pferd meines Mannes, die Haute Tension, hat beim Spielen im Film immer mal schnell ein Maulvoll leckeres Frühjahrsgras genommen, das kann man auf der demnächst fertigen DVD, die ich Ihnen dann auch senden werde, auch sehen. Permanentkauen wäre schon wieder verdächtig!

Zu den Bildern, die sind teilweise so shocking, das ich das kaum anschauen konnte, vor allem das Ponygirl.... Aber ich finde es mutig , das und wie sie darüber berichten und den Bogen immer wieder zu unserer Kultur schlagen, denn das Eine gehört zum Anderen. Das kann man nicht getrennt sehen...

Herzliche Grüsse von Sabine Birmann

 mitpferdensein.de


Leserbrief  2028 zu den Ausgaben  479,  480,  484,  485,  486,  487,  490,  491,  492,  493,  496,  497,  498,  499,  500,  503,  504
27.11.08



Temple Grandin & Artikelserie

Hallo Herr Popken,

Sie hatten mal geschrieben "zufriedene Leser schreiben keine Briefe" -da ist wohl was dran, aber manchmal sind Sie so gut, daß ich mich einfach melden muß.

Lieben Dank für die beiden ausführlichen Artikel u.a. zu dem Buch von Temple Grandin. Ich habe es mir direkt letzte Woche besorgt, hatte von der Dame schon vor einiger Zeit mal einen Bericht gesehen & leider den Namen wieder vergessen. Über diese Art Anregungen freue ich mich extrem, also wirklich danke!

Ihre Artikelserie zu den Themenkomplexen "Macht, Gewalt, Sexualität, Miteinander" fand ich sehr beachtens- & nachdenkenswert. Ich hege den Verdacht, daß viele Machtphantasien, egal auf welchem Gebiet, ob in sozioalen Systemen von Menschen, ob im Umgang mit Tieren oder in der Sexualität, durchaus etwas mit unreflektierter Langeweile zu tun haben.

Wer tatsächlich Macht innehat, ist sich - so er sie behalten will oder muß - durchaus darüber im klaren, wieviel Macht auch mit Last & Verantwortung zu tun hat. Ich rede hier nicht von verantwortungslosen Managern, die Millionen verpulvern & ausschließlich am eigenen Wohlleben interessiert sind, ich meine den Großteil an mittelständischen Unternehmen, in denen Führungskräfte, die ihre Aufgabe ernst nehmen, leiden "wie Hund", wenn sie Mitarbeiter entlassen oder Krisengespräche führen müssen. Dieses Leiden finde ich übrigens sinnvoll & verständlich, ich verstehe es als Preis für Macht.

Mit einem Tier ist es nicht anders. Wenn ich die Macht habe, über mein Pferd, meinen Hund zu bestimmen, dann bin ich hier für Leben & Tod verantwortlich, im drastischten Sinne. Angenehm ist das durchaus nicht immer, jeder Tierbesitzer weiß das, der schon mal mit seinem Vierbeiner zur Tierklinik musste oder sich ob einer Tierarztrechnung derbe auf den Hintern gesetzt hat. Ich denke auch immer an eine frühere Reitbeteiligung, das Pferd hatte Spat & MUSSTE bewegt werden, auch wenn ihm das sehr, sehr unangenehm war. Ich habe mit Tränen in den Augen geritten - die Alternative war aber, das Pferd stehenzulassen & dauerhaft Lahmheit & Schmerzen in Kauf zu nehmen. Also habe ich mich gefühlt wie ein Schwein, mich bei jedem Schritt entschuldigt & erst wieder entspannt, wenn das Tier nach 30 Minuten klar ging. Selten hat mir Macht so wenig Spaß gemacht.


Ihre Zweifel, ihr Abwägen der Argumente freuen mich aus tiefstem Herzen so soll es sein! Es geht ja, auch im Journalismus, garnicht so sehr darum, Antworten zu finden, sondern vielmehr darum, Fragen aufzuwerfen & zu verunsichern.

Bitte gerne mehr von diesen ideologisch-kritischen Artikeln! Ich kann mich nicht jede Woche umfänglich dazu äußern, freue mich aber immer wieder, einen solchen Leitartikel zu lesen.

Schade übrigens, daß das Abo-Modell nicht funktioniert hat, ich fand es fair & sinnvoll. Ich habe angefangen, Freunde & Bekannte auf Ihre Seite hinzuweisen & hoffe, dies tun auch andere Leser; vielleicht trägt sich die Seite ja doch noch mal übers Anzeigengeschäft. Ich wünsche es Ihnen & uns Lesern.

Mit herzlichem Gruß,
Susanne



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Bericht Zu den Themen  Gebisse,  Kommunikation,  Tierschutz · Gesamttext
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 490.08 der Pferdezeitung vom 17.08.08
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Verantw. im Sinne des Pressegesetzes: Dr. Werner Popken
©1999-2008 · ISSN 1437-4528 · Statistik:  Übersicht
0049(0)5744-5115-74   0049(0)5744-5115-75   0049(0)151-2327 3955
ISIS Messe & Pferdeverlag · Hauptstr. 13 · 32609 Hüllhorst


  Aus Ausgabe 572 unseres Wochenmagazins: Angebot der Woche 10-11
z.B.   Reiterhotel/10-11: Die Sonne lacht Liebe Eltern, liebe Kinder, liebe Gäste! Schreiben ist eine Kunst, ...

  Ansorena · Fotodesigner
 Roberto Ansorena Pferdefotograf aus Leidenschaft Roberto Ansorena 1962 wurde ich als Sohn deutsch-spanischer Eltern in Eisenach [...]