| | | Sprung über gekreuzte Stangen |  |  |  |
| Ich weiß nicht, ob Du Cavalettiständer hast, wie ich sie Dir in meinem Brief vom 5. Oktober 2007 als preiswerten Eigenbau beschrieben habe oder ob es Kreuzständer sind. Die auf Kreuzen befestigten Cavalettistangen kannst Du auf drei verschiedene Höhen stellen: | Cavaletti-Einstellungen | | Stange unten | = etwa 20 cm hoch | | Ständer/Kreuz einmal gekippt | = etwa 30 - 35 cm hoch | | Stange oben | = etwa 50 cm hoch | Zum darüber Traben belässt man die Stangen im allgemeinen auf niedrigster Höhe, etwa 15 bis 20 Zentimeter. Achtung: Du musst die Longe, besonders auch später bei einem Sprung, entsprechend hoch führen, damit sie sich nicht an einem Ständer, sei es Kreuz oder Eigenbau, verfängt. Für einen ersten kleinen Sprung, der ja einen gewissen Überraschungseffekt für Dein Pferd hat, lässt Du KORALLE über ein Cavaletti traben und stellst dann nach 4 m Abstand zwei Cavaletti übereinander und, wenn möglich, noch eines mit niedrigerer Stange dicht davor, damit für Dein Pferd der Sprung noch auffälliger und leichter zu taxieren ist. Weniger als 50 Zentimeter hoch sollte der Sprung nicht sein, sonst kann Dein Pferd auch - halb Trab, halb Galopp - darüber hoppeln, statt zu springen. Recht gerne springen Pferde über zwei Stangen, die auf einer Seite an Ständern etwas höher aufgelegt sind und auf der anderen Seite niedriger liegen, sodass sie sich in der Mitte in einer Höhe von ungefähr 40 bis 50 cm kreuzen. Wenn Du noch zwei Stangen auftreiben kannst, die Du für das Springen auf beiden Händen jeweils schräg zum Innenraum als Fang benutzt, und wenn Du bei eventuellem Zögern von Koralle rechtzeitig mit der Longierpeitsche etwas nachhilfst, dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen für den ersten Hopser, außer dass sie danach vielleicht noch fröhlich jodelnd auf eine kleine Reise geht. Fange sie dann freundlich und mit tiefer und ruhiger Stimme wieder ein und lobe sie, als hätte sie grade eine Zweimeter-Mauer übersprungen. Auch direkt nach dem Sprung, fast noch während des Sprungs, ist es wichtig, dass ein lobendes und gleichzeitig beruhigendes ‚Braaav!' Deinem Pferd zeigt, dass es etwas richtig gemacht hat. Ein Stückchen Belohnung wäre dann noch das Optimum, um positive Gefühle bei KORALLE gegenüber dem Springen hervorzurufen. Stelle das Cavaletti so auf, dass der abschließende kleine Sprung etwa in der Mitte einer langen Seite steht, damit Dein Pferd genügend Platz behält, auch im Galopp noch die Ecken abrunden zu können. Wenn möglich, lasse sie bei den ersten Versuchen Richtung Ausgang springen. Später sollst Du von Deinem Pferd diesen kleinen Sprung auf beiden Händen verlangen und das Cavaletti entsprechend umstellen. Denke daran, dass Cavaletti-Arbeit anstrengend für das Pferd ist, vor allem, wenn sie unter dem Reiter geleistet wird und wenn sich noch ein kleiner Sprung anschließt. Lass es mit höchstens fünfzehn, zwanzig Minuten gut sein, selbst wenn es noch nicht so gut geklappt hat. Nachexerzieren würde Dir nicht mehr als Überlastung und eventuelle Abneigung gegen diese Arbeit bei Deinem Pferd einbringen. Es ist auch selbstverständlich, dass der Boden gut ist, nicht zu tief aber auch nicht zu hart. Ideal wäre es, wenn Du außerhalb des Platzes noch genug Platz hättest, um dauerhaft noch vier Stangen zu legen, über die Du Dein Pferd im Schritt vor der Arbeit und nach der Arbeit auf beiden Händen lösen kannst. Die Stangen müssen aber für das Pferd gut zu erkennen sein, hohes Gras zum Beispiel musst Du von Zeit zu Zeit beseitigen und die Stangen kannst Du farblich auffällig machen.
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