
| | | Heidi Keppel | | | | | Hufe Teil 19 Von › Heidi Keppel
Die Ringbein- bzw. Schalenbildung, die ich schon in meinem letzten Tipp angesprochen habe, ist eine Knochenneubildung, die an zwei verschiedenen Stellen der Pferdebeine auftreten kann. Die so genannte hohe Schale findet man am unteren Ende des Fesselbeines sowie am oberen Ende des Kronbeines, während bei der tiefen Schale das untere Ende des Kronbeines und das obere Ende des Hufbeines betroffen sind. Die Knochenzubildungen können sich entweder nur außen im Bereich der jeweiligen Knochen oder auch direkt an den Gelenkflächen entwickeln.
Als Ursache für diese Erkrankung kommen verschiedene Faktoren in Frage, meist können aber regelmäßige starke Erschütterungen, die zu Bänderzerrungen, Bänderrissen und damit zu Knochenhautentzündungen führen, dafür verantwortlich gemacht werden. Allerdings spielen oftmals auch Fehlstellungen aller Art, die die Bänder, Sehnen und Gelenke einseitig belasten, eine wichtige Rolle für die Entstehung derartiger Veränderungen, und ebenso können tief gehende Verletzungen (z.B. durch Stacheldraht) die Auslöser dafür sein.
Sehr häufig tritt die hohe Schale bei schweren Arbeits- und Zugpferden auf, während Pferde mit hohen Trachten und kurzen Zehen, die sich eher mit kurzen Schritten fortbewegen, zur tiefen Schale neigen. Die hohe Schale, die direkt das Gelenk betrifft, ist wiederum vermehrt bei Western- oder anderen Sportpferden vertreten, von denen schnelle Arbeit mit rasanten Stopps und engen Wendungen verlangt wird.
Solange sich Ringbeine ausschließlich am Knochen befinden, kann die Erkrankung durchaus weitgehend symptomlos und ohne Schmerzen ablaufen. Sobald aber eine Gelenksbeteiligung vorhanden ist, stellt sich zumindest im Anfangsstadium mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit in diesem Bereich eine akute Entzündung und damit einhergehend eine mehr oder weniger starke Lahmheit ein. In solchen Fällen sind von außen meist Schwellungen und erhöhte Temperatur feststellbar, welche sich durch Ruhigstellung aber häufig rasch bessern. Bei Unklarheiten und chronischen Beschwerden bringen Röntgenbilder eine sichere Diagnose.
Schulmedizinisch wird die Schale mit stützenden Verbänden oder operativ behandelt, alternativ lässt sich eine homöopathische Behandlung empfehlen, welche größtenteils mit der bereits in meinem letzten Tipp beschriebenen Therapie der Hufknorpelverknöcherung identisch ist. Erfolg versprechend ist oftmals auch eine Behandlung mit passenden Typ- bzw. Konstitutionsmitteln, die allerdings nur unter der fachmännischen Anleitung eines Tierheilpraktikers oder eines homöopathisch geschulten Tierarztes durchgeführt werden sollte.
Eine Arznei, mit der ich diesbezüglich bereits beste Erfahrungen gesammelt habe, ist beispielsweise Rhus toxicodendron D12, welches 2mal täglich verabreicht werden sollte (jeweils 10-15 Tropfen oder Globuli bzw. 2-3 Tabletten). Wenn die Symptomatik passt – Verschlimmerung durch Kälte, Nässe und lange Ruhezeiten, Besserung durch Wärme und leichte Bewegung – kann mit diesem Mittel auch noch bei starker Knochenzubildung eine Heilung erzielt werden. Allerdings kann dafür eine längerfristige Behandlung über mehrere Wochen bzw. Monate erforderlich sein.
Weitere geeignete Homöopathika, die außerdem bei der Therapie von Arthrosen und Überbeinen zum Einsatz kommen, werde ich Ihnen dann nächste Woche vorstellen.
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