
| | | Heidi Keppel | | | | | Hufe Teil 18 Von › Heidi Keppel
Wie ich bereits in meinem letzten Tipp erwähnt habe, kann eine chronische Entzündung im Bereich der seitlichen Hufknorpel eventuell auch zu deren Verknöcherung führen. Obwohl auch direkte Traumen die Ursache dafür sein können, sind in den meisten Fällen Fehlstellungen oder unsachgemäß durchgeführte Hufbeschläge für diese Erkrankung verantwortlich, welche vor allem an den Vorderbeinen häufig auftritt.
So belastet etwa die bodenenge Stellung besonders den äußeren und die bodenweite Stellung den inneren Hufknorpel, allerdings können durchaus auch jeweils beide Knorpel von der Verknöcherung betroffen sein. Beim Beschlag wiederum führen vor allem hohe Stollen an den Schenkelenden zu einer vermehrten Belastung und Erschütterung in diesem Hufbereich, aber auch Hufeisen, die der Gliedmaßenachse nicht richtig angepasst wurden, können derart verheerende Folgen nachsichziehen.
Solange der Entzündungs- bzw. Umwandlungsprozess voll im Gange ist, kann mehr oder weniger starke Lahmheit bzw. Berührungsempfindlichkeit auftreten, sobald die Verknöcherung aber abgeschlossen ist, sind normalerweise keine Schmerzen mehr zu bemerken. Dafür verlieren die Hufknorpel ihre Elastizität, was auch durch Betasten verhältnismäßig leicht festgestellt werden kann.
Bei stärkerer reiterlicher Belastung kann es aber als weitere Komplikation in Folge zu Brüchen der verknöcherten Hufknorpel kommen, die dann meist einen operativen Eingriff erfordern. Außerdem kann bei extremer Knochenzubildung die Beweglichkeit mechanisch stark behindert und auch schmerzhaft gestört werden, weshalb eine frühzeitige Behandlung sehr empfehlenswert ist.
Im akuten Entzündungs- und Umbaustadium kann das Homöopathikum Ruta D4 oftmals noch das Schlimmste verhindern. Man gibt dieses Mittel 3-4mal täglich (jeweils 10-15 Tropfen oder Globuli bzw. 2-3 Tabletten) für mindestens 1 Woche, um die Entzündung in den Griff zu bekommen. Bisweilen wird bei dieser Arznei auch die Verwendung von Hochpotenzen empfohlen, doch eine derartige Anwendung sollte nur unter Aufsicht eines Tierheilpraktikers oder eines homöopathisch geschulten Tierarztes erfolgen.
Bei bereits bestehender Verknöcherung kann aber meist nur noch Calcium fluoratum helfen, wobei wahlweise die D12 (2mal täglich 10-15 Tropfen oder Globuli bzw. 2-3 Tabletten) oder die D30 (2mal wöchentlich 10 Tropfen oder Globuli bzw. 2 Tabletten) über mehrere Wochen verabreicht wird. Sollte die Verknöcherung nicht mehr rückgängig gemacht werden können, so wird durch dieses Homöopathikum zumindest die Entstehung von weiteren schmerzhaft behindernden Knochenzubildungen (Exostosen) verhindert.
Diese Arzneien kommen übrigens auch bei Ringbeinen zum Einsatz, über die ich dann in meinem nächsten Tipp schreiben möchte.
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