Insofern unterscheidet sich sein Ansatz ganz deutlich von all denen, die über die Bodenarbeit hinaus kaum etwas anzubieten haben. Zwar behandelt er in diesem Buch fast ausschließlich Methoden der Bodenarbeit, aber aus gutem Grund, denn vom Boden aus kann man viele wichtige Grundlagen leichter legen, was einem nachher vom Sattel aus zugutekommt. Daher nehme ich an, daß dieses Buch einen Nachfolger finden wird, der die Arbeit im Sattel behandelt. Der Autor sitzt jedenfalls schon darin und gestaltet alle seine Übungen im Hinblick auf die Arbeit im Sattel, nicht nur als Selbstzweck. Dabei dürfte man die Arbeit im Sattel vermutlich noch weiter einschränken können. Alexander Kronsteiner redet nie davon, ins Gelände zu reiten, Wanderungen zu unternehmen oder an Turnieren teilzunehmen. Hingegen scheint deutlich der Anspruch der klassischen Reitkunst durch, die bekanntlich als Selbstzweck betrieben wird, bisher jedenfalls. Es geht ihm um die wahre Wonne im Sattel, die sich erst dann einstellt, wenn das Pferd gewissermaßen zum Tänzer geworden ist, durchgeformt, gymnastiziert, ausgebildet. Selbstredend wird sich der Mensch entsprechend entwickeln und ausbilden müssen: | Im Zentrum steht das ICH Im Zentrum stehen wir selbst, symbolisiert durch die Figur in der Mitte des Modells, wo sich alle Elemente berühren. Wir haben die Dinge in der Hand und sind selbst für unsere erreichen Resultate verantwortlich. Das ICH steht für die »Entschlossenheit«. Wir haben auf jedes der vier Elemente Einfluß. Jedem bewußten Einfluß auf unsere Umgebung geht ein fester Entschluß voran. Es muß uns klarwerden, daß unsere Gedanken die uns umgebende Energie lenken. | | Die Welt um uns ist so, wie wir sie denken, daß sie ist! | | | Erkennen wir unsere Verantwortung als »Einflußfaktoren« bereits in unseren Gedanken. Sie sind das wichtigste und alles entscheidende Instrument, das wir besitzen. [...] Horse Sense, Gefühl für Pferde bekommt man nicht zu kaufen. Horse Sense kann man sich nur selbst erarbeiten. Das Gespür entwickelt man am sichersten bei der Arbeit mit dem Pferd vom Boden aus. Die Arbeit an der Hand ist der Schlüssel zum Pferd. Ohne diesen Schlüssel gäbe es keine Reiterei, keine Arbeits-, Sport-, Voltigier- oder Therapiepferde. Wenn wir mit einem Pferd arbeiten, können wir uns der Arbeit vom Boden aus nicht entziehen. Es beginnt beim ersten Halftern eines Fohlens und gipfelt in Lektionen der hohen Schule an der Hand. Dazwischen liegt ein weites Betätigungsfeld für Freizeitreiter und Profis. Sieht man von Zirkuslektionen oder Schaupräsentationen an der Hand ab, so ist die Arbeit vom Boden aus meist »vorbereitende« Arbeit und nicht Selbstzweck. Wir müssen Pferde erziehen um ein sicheres und harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen. Die Bodenarbeit ist eine große Hilfe, unseren Horse Sense zu schulen und Pferde in ihrer Entwicklung zu fördern. a.a.O., Seite 10 | | | Bedenkt man, daß das Buch lediglich 72 Seiten hat und einen großen Bogen schlägt, wo andere Autoren vier Bücher mit jeweils doppeltem Umfang schreiben, wird klar, daß der Inhalt sehr komprimiert und kompakt sein muß. Dies gelingt ihm durch die Verdichtung mit Hilfe seines Gedankenmodells: | Was macht einen guten Horseman aus? Ich meine so ein Mensch hat eine sensible Wahrnehmung, versteht sich die nötige Beachtung zu verschaffen, weiß wie man Vertrauen gewinnt und geht wohlüberlegt in Aktion. Horsemen sind Meister der Kommunikation und besitzen das nötige Gefühl sich gut verständlich zu machen. Das Horse Sense Modell, welche sich aus meiner Arbeit mit Pferden herauskristallisiert hat, beschreibt mit diesen vier Elementen die Grundlage, auf der wir unseren Umgang mit einem Pferd aufbauen können und aus der wir dieses Gefühl entwickeln können. [...] Wer versucht, nach diesem Gedankenmodell mit Pferden zu arbeiten wird bald feststellen, daß es sich in der Kommunikation mit seinen Mitmenschen genauso einfach und erfolgreich anwenden läßt. Wenn wir mit großer Aufmerksamkeit und geschärften Sinnen unsere Arbeit mit Pferden gestalten, so profitiert unsere Persönlichkeit aus unseren Erkenntnissen. Pferde auszubilden ist untrennbar mit unserer persönlichen Weiterentwicklung verbunden. Wenn in diesem Kapitel vom Pferd als Kommunikations- und Interaktionspartner die Rede ist, so ist das dargestellte Modell direkt auf unsere Beziehung zu unseren Mitmenschen übertragbar. Die daraus resultierenden Ergebnisse können uns helfen einen harmonischen Umgang mit anderen zu entwickeln. a.a.O., Seite 6 | | |
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