
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | 16.12.2007
Xmas
Weihnachten - ein Wort mit einem besonderen Klang. Jedes Jahr wird wieder deutlich, wie gefährdet dieses Wort ist, wie schwer das zu haben ist, wofür es eigentlich steht. Schon im Herbst bevölkern Weihnachtsmänner die Supermärkte und die Klagen über diese verfrühte Geschäftemacherei sind jedes Jahr auch dieselben. Die entlaubten Bäume werden mit Lichterketten geschmückt, und die Umweltschützer regen sich über die Energieverschwendung und die Lichtverschmutzung auf. Recht haben sie!
In diesem Jahr wurden die Weihnachtsbäume noch teurer, weil angeblich China und der Nahe Osten als Massenkäufer aufgetreten sind. Da frage ich mich: Wollen die nun ebenfalls Weihnachten nach deutschem Muster feiern? Das kann doch gar nicht sein! Selbst unsere Nachbarn, die Holländer, bestehen auf ihren eigenen Bräuchen, sehr zu Recht, dabei sind das doch noch Christen, so daß ein weihnachtliches Brauchtum einleuchtet.
In den USA ist der Bezug auf die Religion sogar aus der Bezeichnung verschwunden - Christus ist durch ein X ersetzt worden. Weihnachtliche Umzüge erinnern mehr an Karneval als an das besinnliche Geschehen, das doch eigentlich dem Weihnachtsfest zugrundeliegt. Wie schade!
Advent
Die Adventszeit soll langsam auf das große Fest hinführen. Das ist eigentlich eine wunderbare Steigerung: der erste Advent, der zweite Advent, der dritte Advent, der vierte Advent, und dann ist das große Fest endlich da. Aber wer kann das so erleben? In diesem Jahr habe ich einen Kalender geschenkt bekommen, der mich durch die Adventszeit begleiten soll. Er ist von einer Gruppe Hamburger Christen gemacht worden und etwas unbeholfen, man merkt, daß die auch so ihre Probleme mit Weihnachten und dem Advent und der Religion und dem Christentum haben. Merkwürdig.
Immerhin ist es ja schön, wenn man aufgefordert wird, sich zu besinnen, auf andere zu hören, auch auf sich selbst. Es ist ja das Fest der Liebe, und zur Liebe gehört, daß man sich selbst lieben kann. Das ist vielleicht das schwerste, weil man ja eigentlich immer besser sein möchte, als man ist, und sich daher selbst nicht leiden kann. Wann ist man schon zufrieden mit sich selbst?
Deshalb habe mir die beiden folgenden Gedichte gut gefallen, deren erstes Robert Gernhardt zugeschrieben wird, das zweite soll von Eskimos stammen:
| Im Dunkel sinkt die Helligkeit In Seelenruhe die Schnelligkeit Mein Tagwerk ist vollbracht. Und leise zieht durch mein Gemüt Der schöne Satz vom alten Lied: Was habe ich Nur heute Wieder alles Richtig Gemacht? | | |
Die Zuschreibung möchte ich bezweifeln, denn die ersten fünf Zeilen sind ja nun ausgemacht schlecht, aber dafür gefallen mir die restlichen fünf desto besser. Man muß nämlich nachsichtig mit sich selbst sein, mindestens so nachsichtig wie mit seinen lieben Mitmenschen. Dazu paßt dann der Spruch der Eskimos:
| Mögen alle meine Fehler sich auf ihre Plätze begeben und möglichst wenig Lärm dabei machen. | | |
Und Friede auf Erden
Frommer Wunsch! Von Friede kann ja keine Rede sein. Aber wir sind ja auch nicht auf der Welt, um die Welt zu retten, sondern um unser eigenes Leben in Ordnung zu bringen. Dazu gehört natürlich auch, daß wir mit unseren Tieren vernünftig und liebevoll umgehen. Norbert Balk hat mir soeben unter dem Betreff "Rashid, Nevzorov, Hempfling u.a." einen Link geschickt: » The Path of the Horse (Official Trailer).
Leider habe ich an Videos keine rechte Freude mehr, weil mein gesamtes Sound-System durcheinander ist und ich es trotz vieler Bemühungen nicht reparieren konnte. Ich kann mir diesen Film also nur als Stummfilm anschauen, aber das reicht schon: Die Bilder sind einfach wunderbar und gehen zu Herzen. Es ist nicht der einzige Film zu diesem Thema, aber ich hatte noch keine Zeit, mir die anderen anzuschauen. Vielleicht ist das ein gutes Projekt für die Feiertage. Die Vision des Friedens mit Pferden nimmt Gestalt an!
Der Film soll nächstes Jahr herauskommen und wird von » stormymay.com/ produziert. Anscheinend ist die Finanzierung noch nicht gesichert, es wird jedenfalls zu Spenden aufgerufen. In diesen Firmen kommen neben Rashid, Nevzorov und Hempfling, die mir bereits ein Begriff sind, weitere Pferdeleute vor, die offenbar ebenfalls etwas zu sagen haben: Linda Kohanov, Carolyn Resnick, Kim McElroy. Es ist also etwas in Bewegung, und zwar auf der ganzen Welt!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schon eine Woche vorab schöne und besinnliche Feiertage und gute Erholung vom Streß des Alltags! Die Beziehung des Menschen zu Pferden ist noch längst nicht ausgelotet. Vielleicht machen Sie sich selbst ebenfalls auf den Weg?

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