
| | | Heidi Keppel | | | | | Entwurmung und Impfung von Fohlen und älteren Pferden Teil 13 Von › Heidi Keppel
Wie im vorigen Tipp angekündigt, möchte ich Ihnen diese Woche einen Entwurmungsjahreszeitplan präsentieren, der vor allem bei erwachsenen Pferden sehr empfehlenswert ist. Hierbei wird zugleich auf den Entwicklungszyklus der verschiedenen Parasiten und auf die üblichen Haltungsbedingungen der Pferde mit sommerlichem Weide- bzw. Wiesenkoppelaufenthalt Rücksicht genommen.
Dieser Entwurmungsplan sieht folgendermaßen aus:
| Zeitraum | Behandlung gegen | Mittel | | April/Mai | Rundwürmer | Benzimidazolen, Pyrantel oder Ivermectin | | Juni/Juli | Rundwürmer und Bandwürmer | Equimax bzw. Ivermectin + Praziquantel | | August/September | Rundwürmer | wie im April/Mai, aber möglichst mit einem anderen Präparat | | November/Dezember | Rundwürmer, Bandwürmer und Magendasseln | Equimax bzw. Ivermectin + Praziquantel | Fohlen und Jungpferde benötigen meist eine häufigere Entwurmung, vor allem wenn viele Tiere gemeinsam gehalten werden bzw. zur Weidezeit aus verschiedenen Ställen zusammenkommen. Die erste Entwurmung sollte in der 1.-3. Lebenswoche stattfinden, wobei zu diesem Zeitpunkt noch kein Equimax verwendet werden sollte. Danach sollten gesund wirkende Fohlen aus größeren Beständen alle 4-6 Wochen entwurmt werden.
Befinden sich nur wenige Fohlen in einer regelmäßig entwurmten Herde, kann der Entwurmungszyklus unter Umständen auch auf 8 Wochen ausgedehnt werden. Bei Fohlen mit nachgewiesenem starkem Wurmbefall sollte hingegen alle 2-4 Wochen eine Entwurmung stattfinden. Außerdem sollte regelmäßig durch Kotprobenuntersuchungen die Wirksamkeit der Entwurmungen überprüft werden. Mit diesen Informationen kann dann auch auf bestandsspezifische Infektionen besser eingegangen werden.
Bei Jungpferden bis zum vollendeten 2. Lebensjahr werden Entwurmungen üblicherweise alle 6-8 Wochen und bei Tieren bis zum vollendeten 3. Lebensjahr alle 8 Wochen durchgeführt, doch auch hier sollten – vor allem zur Weidezeit – regelmäßige Untersuchungen klären, ob diese Vorgehensweise ausreicht bzw. nötig ist.
Wenn trotz häufiger Entwurmung ein starker Wurmbefall vorliegt, sollte einerseits überprüft werden, ob bei den Parasiten eine Resistenzbildung stattgefunden hat, und andererseits muss darauf geachtet werden, den Entwicklungszyklus der Parasiten so gut wie möglich zu unterbrechen, um eine Neuinfektion zu vermeiden. Weidehygiene und andere Maßnahmen spielen dabei eine große Rolle, doch davon mehr in meinem nächsten Tipp!
Siehe auch › Autoren-Messeseite
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