
| | | Heidi Keppel | | | | | Entwurmung und Impfung von Fohlen und älteren Pferden Teil 11 Von › Heidi Keppel
Wie vorige Woche angekündigt, will ich Ihnen im dieswöchigen Tipp einzelne Wurmmittel und ihre Wirkstoffe, sowie ihre Wirkungsweise näher vorstellen. Diese Grundkenntnisse sind wichtig, um einen optimalen Entwurmungsplan erstellen zu können. Andernfalls kann es passieren, dass trotz häufiger Entwurmungen der gewünschte Erfolg ausbleibt, da die einzelnen Parasiten einen unterschiedlichen Lebens- und Fortpflanzungszyklus aufweisen und somit nur zu bestimmten Zeiten bzw. in gewissen Intervallen angreifbar sind.
Außerdem ist nicht jeder Wirkstoff in der Lage, alle möglichen Pferdeparasiten abzutöten, also müssen Präparate der unterschiedlichen Wirkstoffgruppen abwechselnd zu bestimmten Zeiten verwendet werden. So wird nicht nur eine umfassende Parasitenbekämpfung ermöglicht, sondern auch die gefürchtete Resistenzbildung der Parasiten weitgehend verhindert.
Folgende Wirkstoffgruppen sind derzeit auf dem Markt am gebräuchlichsten: Benzimidazole, Pyrantel, Makrozyklische Laktone und Praziquantel, sowie seit neuestem auch ein Gemisch aus Makrozyklischen Laktonen und Praziquantel, nämlich das Präparat Equimax.
Benzimidazole wirken gegen die meisten Rundwürmer, allerdings haben unter anderem die kleinen Palisadenwürmer schon hohe Resistenzen gegen diese Mittel entwickelt. Machtlos sind diese Wirkstoffe auch gegen Lungenwürmer, Bandwürmer und Magendasseln, und gegen den Zwergfadenwurm der Fohlen zeigen sie ebenfalls nur eine teilweise zufriedenstellende Wirkung.
Ein Vertreter dieser Wirkstoffgruppe ist Mebendazol, welches z.B. in Telmin enthalten ist. Mebendazol greift in den Glukose-Stoffwechsel der Würmer ein und verursacht deren Absterben. Allgemein ist Telmin gut verträglich und kann auch bei schwachen und massiv befallenen Pferden verwendet werden. Nur Stuten sollten während den ersten Trächtigkeitsmonaten nicht damit behandelt werden, da sich gewisse allergische Reaktionen gegen frei werdende Parasitentoxine auch im Bereich der Plazenta auswirken können.
Ein anderer wichtiger Wirkstoff dieser Gruppe ist Fenbendazol, welcher z.B. in Panacur zu finden ist. Er hemmt verschiedene Stoffwechselvorgänge und die Zellteilung im Wurm, sodass es nach 2-3 Tagen zum Absterben des Parasiten kommt. Auch Wurmeier werden zuverlässig abgetötet. Panacur ist gut verträglich und kann auch bei Stuten ohne Einschränkung in jedem Trächtigkeitsstadium und während der Laktation angewandt werden.
Der Wirkstoff Pyrantel, welcher z.B. im Präparat Strongid-P anzutreffen ist, wirkt ähnlich den Benzimidazolen, also ebenso wenig gegen Zwergfadenwürmer, Lungenwürmer und Magendasseln, wobei allerdings durch eine Verdopplung der üblichen Dosierung eine ganz gute Wirkung gegen Bandwürmer erreicht werden kann. Der Vorteil dieses Wirkstoffs ist ebenfalls die gute Verträglichkeit, welche sogar so weit geht, dass laut Hersteller auch eine 20-fache Überdosierung keine toxische Wirkung zeigt. Somit kann dieses Wurmmittel ohne Einschränkungen an alle Fohlen und auch tragende und säugende Stuten verabreicht werden.
So, damit hätten wir die ersten beiden Wirkstoffgruppen näher besprochen, die übrigen folgen dann nächste Woche.
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