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Curtis: Typischer Nez Percé, 1910 · © 2007
 
» Curtis: Typischer Nez Percé, 1910
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Plateau · © 2007  
Plateau
Nez Percé · © 2007  
Nez Percé
Als die Pferde der Nez Percé im Februar 1806 von » Meriwether Lewis bewundernd beschrieben wurden, waren nur wenige bunt, und ob sie die typische Färbung hatten, für die die Appaloosa berühmt sind, ist offen. Es darf angenommen werden, daß Lewis das beschrieben hätte, eben weil es so überaus ungewöhnlich ist. Daher geht man davon aus, daß es sich eher um gewöhnliche Schecken gehandelt hat. Im September 1805 hatten Lewis und Clark die Nez Percé das erste Mal besucht. Dort bauten sie mit ihrer Hilfe Kanus für die Fahrt zum Pazifik. Vierzehn Tage blieben sie dort; auf dem Rückweg nahmen die beiden unterschiedliche Wege und Lewis besuchte die Nez Percé ein zweites Mal, diesmal für vier Wochen.

Die Nez Percé wohnten, soweit man das aufgrund archäologischer Funde bestimmen kann, seit Tausenden von Jahren in der Gegend, nämlich in kleinen Gruppen an verschiedenen Flußläufen. Jede Gruppe lebte für sich und tat sich für besondere Gelegenheiten auch einmal mit anderen Gruppen zusammen, etwa um zur Büffeljagd zu gehen. Dazu konnte man Pferde natürlich gut gebrauchen; ansonsten lebten sie vom Fischfang und brauchten Pferde eigentlich nicht. Manche Indianer hatten so viele Pferde, daß sie sie gar nicht zählen konnten. Aus der Anzahl der Pferde schloß Lewis, daß sie schon zu Beginn des Jahrhunderts für Jahrzehnte Pferde gehabt haben mußten. Von den Minitari, mit denen sie auf Büffeljagd gingen, hatten sie einige Gewehre bekommen (» THE NEZ PERCÉS).

Um 1800 lebten die Nez Percé in über 70 dauerhaften Dörfern mit je 30-200 Personen. Sie lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Untere (Lower) und Obere (Upper) Nez Percé. Die Einteilung beruht hauptsächlich auf unterschiedlichen Dialekten, aber auch auf kulturelle Eigenheiten. Die Oberen Nez Percé orientieren sich eher am Leben der Plains-Stämme, die Unteren Nez Percé waren deutlichere Vertreter der Plateau-Kultur. Die Nez Percé sind eng verwandt mit den Palouse, Walla Walla, Yakima, Umatilla und Wayampam.
» Nez Percé

Erst rund 70 Jahre später tauchten die Nez Percé wieder in der Weltgeschichte auf; zu diesem Zeitpunkt besaßen sie viele bunte Pferde, und diese hatten bereits die legendäre Färbung. Ob sie anderen Pferden tatsächlich überlegen waren, ist nicht überliefert. Daß die amerikanische Armee ihre Pferde vernichten wollte und zum Großteil vernichtet hat, hat nichts mit der angeblichen Überlegenheit zu tun, sondern gehörte zu den üblichen Strafmaßnahmen.

Erst um 1830, als die Nez Percé verstärkt mit Weißen in Berührung kamen und deren Druck spielten, haben sie sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen, um diesem Druck besser standhalten zu können. Sie wollten mit den neuen Siedlern gut auskommen und haben sich zum Teil sogar durch Missionare der Presbyterianer taufen lassen. 1855, 1863 und 1868 mußten sie den Weißen per Vertrag immer mehr Land überlassen. Ihr Anführer, Hinmaton-yalatkit (Donner-der-über-das-Land-rollt), der als » Chief Joseph in die Geschichte eingegangen ist, kam schließlich zu der Einsicht, daß ein friedliches Zusammenleben mit den Weißen auf die Dauer nicht möglich ist.

Zur Zeit des ersten Kontakt mit den Weißen soll es 6000 Nez Percé gegeben haben. Als der Druck zu groß wurde, waren es nur noch etwa 1200, davon 200 Krieger. Es waren vor allem Krankheiten, die durch die Weißen eingeschleppt wurden und gegen die die Indianer keine Widerstandskraft aufbringen konnten, Masern, Pocken, Grippe, Fleckfieber, Keuchhusten und Typhus, die viele Indianer umbrachten, bevor sie überhaupt Weiße zu Gesicht bekommen hatten.

Der Vertrag von 1868 reduzierte das ihnen vorher zugesicherte Stammesgebiet ganz erheblich; ein Teil der Nez Percé weigerte sich, den Vertrag zu unterzeichnen. Diejenigen, die sich haben bekehren lassen und in der von den Presbyterianern geleiteten Reservation leben, unterzeichnen, die anderen, die "Träumer", halten an ihren alten Vorstellungen fest und gehen davon aus, daß der Jüngste Tag nicht weit ist, die Weißen bald verschwinden und die Lebenden sich mit den Toten in ewige Harmonie vereinen werden.

Von ursprünglich fast 70.000 Quadratkilometern bleiben ihnen weniger als 600 (» Nez Perce). Im Jahre 1877 kommt es zu einer Eskalation, die die Lage unhaltbar werden läßt.






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