Diese Fassung geht anscheinend auf eine andere Fassung zurück, die der amerikanische Literaturhistoriker, Filmregisseur und Ökologie-Aktivist Ted Perry verbreitet hat:
| Wenn der letzte rote Mann mit seiner Wildnis verschwunden und die Erinnerung an ihn nur der Schatten einer Wolke ist, die sich über die Prärie bewegt, werden diese Küsten und Wälder dann noch da sein? Wird vom Geist meines Volkes etwas übrig bleiben? a.a.O. | | |
Das ist nicht ganz so verhunzt wie die sogenannte Weissagung, aber auch nicht ganz richtig. Im übrigen war Seattle, Namensgeber der US-amerikanischen Großstadt Seattle, als Sohn eines Suquamish-Häuptlings, wegen der mütterlichen Erbfolge als Sohn einer Tochter eines Duwamish-Häuptlings gehörte er selbst aber zum Volk der Duwamish. Der erste Teil der sogenannte Weissagung entstammt jedoch einer Legende der » Hopi, die wiederum von amerikanischen Geographen 1962 als Prophezeiung diese Stammes ausgegeben wurde. Noch jemand hat anders behauptet, diese Legende von einer alten » Cree-Frau zu haben. Jo mei!
| Auch dieses möglicherweise indianische Original erwähnt kein Geld und endet auch nicht mit dem Hungertod der Gierschlünde, sondern mit dem Erscheinen einer Armee von Regenbogenkriegern (Rainbow Warriors), die die Welt retten werden – also ganz ähnlich wie die Prophezeiung des Häuptlings Seattle. a.a.O. | | |
Soviel zum Thema Legende, Fälschung und Wahrheit. Aber wir sind ja alle Gutmenschen und glauben gerne, was dem guten Zweck dient; die Ökologie rechtfertigt alles.
Wenn es um die berühmten Pferde der Nez Percé geht, spielt die Tatsache, daß diese ursprünglich von Indianern gezüchtet wurden, eine nicht unerhebliche Rolle. Die deutsche Wikipedia spricht zwar vorsichtig davon, daß deren Entwicklung von den Nez Percé ausgehen soll (» Appaloosa), aber jeder Züchter behandelt diese Behauptung als Tatsache und legt viel Wert auf die entsprechende Indianerromantik:
| Bis zu ihrer Vertreibung im Jahr 1877 züchteten die Nez-Perce Indianer im Nordwesten Amerikas diese Pferde nach strenger Auslese für die Jagd und für kriegerische Auseinandersetzungen. Daraus leiten sich auch die Eigenschaften ab, auf die sie Wert legten: Freundliches Wesen, ruhiges Temperament, Nervenstärke, Mut Ausdauer, Intelligenz und Leichtfuttrigkeit. Eine Besonderheit war ihre Vorliebe für bunte Pferde. » Spezialrassen in OÖ: Der Appaloosa | | |
So einfach ist das: Heutige Zuchtziele werden den Nez Percé untergeschoben, obwohl man so gut wie nichts von ihrer Zuchtpolitik weiß, außer der offensichtlichen Tatsache, daß sie eine Vorliebe für eben diese bunten Pferde hatten, für die sie berühmt geworden sind.
| Im Jahre 1877 wurden die Nez-Perce Indianer gezwungen in Reservate umzusiedeln. Etwa 800 Stammesmitglieder weigerten sich und zogen mit 2000 Appaloosas in Richtung Kanada. Nach 108 Tagen und 2500 Meilen kapitulierten die meisten von ihnen unter dem letzten überlebenden Häuptling Chief Joseph(siehe auch Chief Josef Trail). Die Pferde wurden ihnen weggenommen und in einer großen Auktion an interessierte Farmer versteigert und damit in alle Winde verstreut. [...]
Glücklicherweise waren einige Rancher von den Appaloosas so begeistert, daß sie diese Rasse 1938 unter der Initiative von Claude Thompson, wieder zurück und weiter züchteten. Sie gründeten den Appaloosa Horse Club in Oregon (ApHC), der die Förderung der Zucht und jede Unterstützung der Appaloosarasse zum Ziel hat. » Geschichte | | |
Tatsächlich? Wenn die Auktion 1877 stattfand, werden es wohl nicht dieselben Rancher gewesen sein, die sechzig Jahre später den Appaloosa Horse Club gründeten. Was in diesen vielen Jahren dazwischen passiert ist, weiß niemand. Fest steht, daß die weißen Rancher kein Interesse an den Indianern hatten, im Gegenteil, sie wollten ihr Land und hatten nichts dagegen, wenn die Indianer verreckten. Die Geschichte der systematischen Vernichtung der amerikanischen Ureinwohner muß erst noch geschrieben werden. Erst ganz allmählich stellt man sich den unerfreulichen Tatsachen und arbeitet die Geschichte auf.
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