| |  | | Wie behandelt man sein Pferd? |  |  |  |
| | | Ich bekam zufällig mit, wie Linda Tellington-Jones dem staunenden Publikum erklärte, daß man sein Pferd keineswegs unwillig und übel behandeln, sondern statt dessen lieber absteigen und die Ohren massieren solle. Reiterinnen aus der Schweiz ritten im Verband und schwenkten Schweizer Fahnen und Regenschirme, einer zeigte im spanischen Kostüm, was die Spanier so alles drauf haben, betreut von einem Händler, bei dem man die gesamte spanische Ausrüstung erwerben kann. Die Equitana wirbt aber auch und besonders mit Prominenten, und einen dieser prominenten Pferdeleute habe ich zufällig erlebt: Peter Kreinberg, der im Auftrag des Hannoveraner Verbands dessen Pferde für den Freizeitreiter schmackhaft machen soll. Leider lief alles schief. Das Headset wollte nicht arbeiten. Unverdrossen sprach Peter Kreinberg vor sich hin, aber niemand verstand etwas. Hilflos erklärte die Sprecherin, daß das Pferd erst vor etwa einer Woche an Peter Kreinberg übergeben worden ist. Kein Wunder, daß man nichts Spektakuläres zu sehen bekam. Allerdings fiel die Plane auf, die eigens ausgebreitet wurde. Man vermutete schon, daß hier eine Desensibilisierung vorgeführt werden sollte. Um so größer die Überraschung, daß die Stute die Plane voller Interesse beschnupperte und überquerte. Die Erklärung kam später. Zunächst behalf man sich mit einem Funkmikrofon. So konnte man Kreinberg zwar hören, dieser hatte jedoch nur noch eine Hand frei. Immerhin konnte er erklären, daß die Stute die Plane als Zufluchtsort ansieht, was das ungewöhnliche Verhalten erklärte, und er erläuterte auch, wie er das hinbekommen hatte. Sie bekam nämlich immer dann Druck, wenn sie sich von der Planer wegbewegte, und wurde in Ruhe gelassen, wenn sie auf der Plane war. Wer hätte das gedacht? Ob das im Sinne der Erfinder war? Inzwischen hatte sich die Stute ziemlich aufgeregt. Peter Kreinberg war ihr ziemlich egal, aber da sich Pferde mittels einer Leine und eines Kopfstückes ziemlich gut dirigieren lassen, artete die Angelegenheit nicht allzu sehr aus. Kreinberg behielt als Profi immer die Ruhe. Und irgendwann konnte er das Mikrofon wieder abgeben, weil das Headset schließlich doch funktionierte - allerdings viel zu laut, aber seine Bitte um Dämpfung wurde überhört. Es wurde auch höchste Zeit, denn sonst wäre die Vorführung doch zu peinlich geworden. Man mußte sich wundern, daß die Stute das alles so mitmachte - es hätte schlimmer kommen können. Ein Quarter Horse hätte vergleichsweise bestimmt wie eine Schlaftablette gewirkt. Vielleicht besucht man die Equitana an einem bestimmten Tag, weil dort eine besondere Veranstaltung stattfindet, etwa die Honda Dressurkür Klasse S für gekörte Hengste am heutigen Sonntag, die beiden Wettbewerbe USG Fahrsport Cup und Kühnle-Kutschen-Kinder-Cup am Dienstag, die USG-Indoor-Vielseitigkeit am Mittwoch, die Cups der Westernreiter am Donnerstag, am Freitag die Dressurkür der Klasse L am Kinder- und Jugendtag oder der Barockpferde-Cup am Samstag. Die Abendveranstaltungen, nämlich "HENGSTE 2007" am heutigen Sonntag und die HOP-TOP-Show am vergangenen Samstag, kommenden Mittwoch, Freitag und Samstag, zählen als Sonderveranstaltungen und kosten extra. Karten für die HOP-TOP-Show kosten zwischen 43 und 73 EUR.
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