Natürlich gibt es auch einen Katalog, mit dem man systematisch vorgehen könnte, aber ich habe niemanden gesehen, der einen Katalog benutzt hätte. Das Publikum schien sich mehr oder weniger treiben zu lassen. Man könnte ja eine Entdeckung machen. Loesdau ist sicher keine Entdeckung - dort kann man das ganze Jahr über bequem per Katalog oder Internet einkaufen.
» Waldhausen hatte seine vielen Sättelmodelle hinter Glas versteckt und wollte vermutlich auch nur Flagge zeigen. Kleine und große Sattlermeister boten weniger Modelle, dafür aber mehr direkten Kontakt. Sattelkauf ist bekanntlich ein Thema für sich. Was können zum Beispiel französische Sattler dem deutschen Reiter bieten?
» Devoucoux fiel besonders durch die bunten Sättel auf, die vermutlich weniger ernstgemeint waren und als Blickfang dienen sollten. Aber wer weiß, wenn das Publikum positiv reagiert, wird ein solcher Sattel vielleicht auch regulär angeboten. Im Internet findet sich dergleichen nicht, dafür aber eigenartige Stilblüten:
| Mendia, besonders neuartiger Dressursattel, der den Hilfen Präzision und Leichtigkeit verfeinert, sowie Beständigkeit und Geschmeidigkeit vermittelt. Dank der integrierten Sattelblätter, seines sehr tiefen Sitzes ohne kleine Sattelblätter, verstärkt der Sattel Mendia die Empfindungen des Reiters und präzisiert seine Hilfsanweisungen. Technische Verbindung aus Kalbsleder und Büffel-Nubuk. a.a.O. | | |
Mich interessierte, wie der Aussteller, Jens Prigge, Vertreter für Norddeutschland, arbeitet. Wie findet er seine Kunden? Man glaubt es kaum: Er betreibt kaum Werbung, gibt Seminare, wenn man ihn dazu einlädt, und freut sich, wenn er empfohlen wird. Das Geschäft läuft anscheinend von allein.
Aber dann müßte er ja nicht auf der Equitana sein und einen riesigen Stand bezahlen. Ganz so einfach ist es wohl nicht. Und auch hier soll wohl nicht direkt verkauft werden, denn das ist nicht das Geschäftsprinzip. Die Besonderheit dieses Herstellers ergibt sich online erst nach längerem Suchen:
| Jedes Modell wird auf das Mass des Reiters und des Pferdes genau angepasst und nur auf Bestellung gefertigt. a.a.O. | | |
Jens Prigge sucht Interessenten also auf und bestimmt vor Ort die besonderen Maße, die dann nach Frankreich übermittelt werden, damit dort der gewünschte Sattel speziell angefertigt werden kann. Man bekommt hier also kein Produkt von der Stange. Und da die Firma weltweit vertreten ist und auch in Deutschland verschiedene Repräsentanten hat, muß es dafür einen Markt geben.
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