| Aufgrund der schlechten Leistungen seines Bruders Artaxerxes II. (ab 404 v. Chr.) im Kampf gegen die Freiheitsbestrebungen Ägyptens wollte sein viel fähigerer jüngerer Bruder Kyros die Regierung des Perserreiches übernehmen. Im Einverständnis mit seiner Mutter Parysatis versuchte er es zuerst mit einem Attentat, das aber scheiterte. Daraufhin bewirkte sie seine Versetzung nach Kleinasien, wo er ungefährdet einen Kriegszug gegen den König, seinen Bruder, vorbereiten konnte.
Mit Unterstützung Spartas, dessen Parteigänger er im Peloponnesischen Krieg gewesen war, gewann er ein stattliches Heer griechischer Söldner: 9.600 Hopliten, 2.100 Peltasten (Leichtbewaffnete) und dazu noch einheimische Kontingente.
Im Jahre 401 v. Chr. stieß Kyros bei Kunaxa mit dem Heer seines Bruders zusammen. Trotz seiner militiärischen Überlegenheit fiel Kyros selbst in der Schlacht und sein Offizierscorps wurde in einem Hinterhalt getötet.
Unter der Führung des Atheners Xenophon schlug sich das Heer durch das ganze Perserreich hindurch und erreichte die mit griechischen Städten besetzte Südküste des Schwarzen Meeres. Diese wunderbare Rettung der griechischen Söldner ging durch den privaten Schlachtenbummler und Schriftsteller Xenophon als Zug der Zehntausend (siehe Anabasis) in die Geschichte ein. Diese Unternehmung zeigte den Griechen erstmals, dass das gewaltige Perserreich doch nicht unbesiegbar war. Schließlich schaffte es tatsächlich Alexander der Große in der Nachfolge seines Vater Philipp II., die Perser in einem gewaltigen Feldzug zu bezwingen (Alexanderzug). » Schlacht bei Kunaxa | | |
So schreibt die Wikipedia, aber ist das nicht vielleicht späte Propaganda? Tatsache scheint wohl zu sein, daß der ältere Bruder weichherziger, der jüngere ehrgeiziger war und zudem von seiner Mutter in seiner Rebellion gegen den Bruder unterstützt wurde, und zwar schon bevor dieser den Thron bestiegen hatte (» Artaxerxes II.). Tolle Verhältnisse in dieser Familie:
| Als Dareios 404 v. Chr. starb wurde Arsikes als Artaxerxes II. in Pasargadai zum Großkönig gekrönt. Während der Zeremonie entging er knapp einem Mordanschlag des Kyros, der weiter versuchte, die Macht an sich zu reißen. Artaxerxes sah auf Flehen der Mutter davon ab, Kyros hinzurichten, und schickte ihn zurück nach Lydien. a.a.O. | | |
Die Leistungen des überlebenden Bruders werden neuerdings offenbar wesentlich positiver gesehen (a.a.O.). Im übrigen schien bei den Persern Mord und Totschlag zwischen Geschwistern und Kindern und Eltern nichts Außergewöhnliches zu sein. Schon der Vater der beiden hatte seinen Vater und Halbbruder ermordet (» Dareios II.), und einer seiner Söhne ermordete wiederum seine Brüder, um an die Macht zu gelangen.
Das muß uns aber alles nicht kümmern; wichtig ist: von Pferden ist im Zusammenhang mit den Söldnern nicht die Rede. Und tatsächlich sind es keine Reitertruppen gewesen; sowohl » Hopliten als auch » Peltasten sind Fußtruppen. Auch über die Beziehung des Xenophon zu Reiterei weiß man offenbar nichts Genaues. Von Pferden ist nur mutmaßenderweise Rede:
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