Komplexere Lebewesen zeichnen sich aber alle dadurch aus, daß sie sich geschlechtlich vermehren. Die Sexualität ist also ein wesentlicher Bestandteil höheren Lebens, das sich andernfalls vermutlich nicht hätte entwickeln können.
| Evolution der Sexualität
Die Herausbildung der Sexualität ist einer der Hauptfaktoren und gleichzeitig das Ergebnis der biologischen Evolution. Die Entstehung von genetisch unterschiedlichen Geschlechtern und Paarungstypen gilt als Ausgangspunkt für die Entwicklung höherer Lebewesen aus ursprünglich geschlechtslosen Einzellern, die sich nur asexuell (vegetativ) fortpflanzen.
Genetische Grundlagen
Die Sexualität hat sich vermutlich erst vor ca. 600 Millionen Jahren im Neoproterozoikum etabliert. Vermochten sich die Lebewesen anfangs nur durch einfache Zellteilung unter Vermehrung fortzupflanzen, was fast ausschließlich zu genetisch identischen Nachkommen führte, ist am Ende dieses Evolutionsschrittes die Fortpflanzung mit einer Vereinigung und Neuaufteilung der Genome zweier Individuen verbunden, was zu genetisch verschiedenen Nachkommen führt. Dadurch wird die Variabilität der Individuen einer Population und damit deren Fähigkeit zur Anpassung erhöht. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei verschiedene Genome vereinigt werden, wird dadurch erhöht, dass es mindestens zwei verschiedene Paarungstypen gibt und nur die Genome zweier verschiedener Paarungstypen vereinigt werden können. Die Vereinigung von identischen Genomen wird so verhindert. Bei den meisten Lebewesen kommen nur jeweils zwei Paarungstypen vor, die im Fall der Oogamie als Geschlechter mit männlich und weiblich bezeichnet werden. [...]
Die Entwicklung eines durch Hormone gesteuerten Systems war ein weiterer Schritt zur Herausbildung sexueller Verhaltensweisen. Neben der Fortpflanzung mittels Austausch von Erbinformationen hat geschlechtlicher Verkehr bei höheren Organismen teils auch eine soziale Bedeutung, insbesondere bei den Primaten (wie dem Menschen und den Zwergschimpansen). [...]
Menschliche Sexualität
Beim Menschen scheint die Sexualität im Gegensatz zu fast allen Tieren kein reines Instinktverhalten zu sein, sondern auch bewussten Entscheidungsprozessen zu unterliegen. Menschen drücken ihre sexuelle Anziehung zum Anderen durch unterschiedliche Formen und Aspekte aus: Zärtlichkeiten, Worte, verschiedene sexuelle Praktiken, durch besitzergreifendes Verhalten. Die Sexualität des Menschen beeinflusst seine Psyche, seine persönliche Entwicklung, die Formen seines Zusammenlebens sowie - auch beeinflusst von der Sexualmoral - die gesamte Sozialstruktur, also die Kultur und Gesellschaft, in der er lebt. Da zwischen der Sexualität des Mannes und der Sexualität der Frau teils erhebliche Unterschiede bestehen, führt diese Diskrepanz bei der Heterosexualität zu mannigfaltigen Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den Geschlechtern. Folgen mangelnder Anpassung auf beiden Seiten können sich auch in sexuellen Funktionsstörungen bei Frau und Mann niederschlagen.
Außer der am weitesten verbreiteten Ausrichtung des Sexualverhaltens, der Heterosexualität, weist das Sexualverhalten des Menschen weitere sexuelle Orientierungen auf. Dazu gehören zum Beispiel die Homosexualität, d.h. die Ausrichtung des Sexualtriebs auf das eigene Geschlecht, die Bisexualität, die sich auf beide Geschlechter richtet, die Asexualität, wo kein Verlangen nach Sex - weder mit dem männlichen noch weiblichen Geschlecht - besteht, oder auch die fetischistische Sexualität, die sich auf unbelebte Gegenstände oder bestimmte Handlungen richtet. Früher teilweise tabuisiert und verboten, gewinnen diese Ausrichtungen heute in aufgeklärten Gesellschaften zunehmend an Akzeptanz und sind in vielen Ländern heute gesetzlich legal. » Sexualität | | |
"Die Sexualität" gibt es also nicht, sondern nur verschiedene Ausformungen, die noch dazu zwischen den beteiligten Partnern ausgelotet werden müssen. Der lange Weg der gesellschaftlichen Erkenntnis bis hierhin wird erst deutlich, wenn man den Blick zurückrichtet.
Noch Anfang der siebziger Jahre wurde in populärwissenschaftlichen Abhandlungen darüber spekuliert, ob weibliche Tiere überhaupt Spaß an der Sexualität haben können - weil man das zum Beispiel bei Kühen nicht unmittelbar feststellen konnte. Diese Diskussion war wichtig, weil man von den Kühen auf die Frauen schloß. Damals war man nämlich noch sehr ratlos in Bezug auf die sexuellen Reaktionen der Frauen und meinte, unter Rückgriff auf die Säugetiere für diese sprechen zu können.
Man hält so etwas heute nicht für möglich, aber ich habe das kleine Büchlein noch vor Augen, in dem solches stand - es entstammte einer populärwissenschaftlichen Reihe aus dem dtv-Verlag. Anscheinend hat man die Frauen nicht gefragt, oder vielmehr wußten diese es selber nicht oder äußerten sich lieber nicht. Ich kann mich auch noch gut erinnern, welchen Aufruhr die Behauptung auslöste, daß Frauen nicht nur überhaupt, sondern sogar mehrfach Orgasmen erleben können. Heute weiß das jede und jeder und kann versuchen, diese Möglichkeiten auch zu verwirklichen.
Sorry, in der nächsten Woche geht es weiter, aber dann ist wirklich Schluß!
Quellen / Verweise
- » Aufklärung
- » Tierschutzgesetz
- » Massentierhaltung
- » Haustier
- » Sportgerät
- » Tierschützer
- » Tierquälerei im Netz
- » Das böse Internet
- » Missbrauch von Tieren - ein Tabu breitet sich aus
- » Mann stirbt nach Sex mit Pferd
- » USA: Tod im Sodomie-Bordell - Mann stirbt nach Sex mit Pferd
- » Stern
- » Seattle Times: Enumclaw-area animal-sex case investigated
- » Oralverkehr ist in einigen Staaten der USA vom Gesetz verboten
- » Oralverkehr
- » "Kinsey", ein neuer Film, der die Amerikaner empört
- » Gruppensex auf dem Dachboden und Gartenarbeit im Lendenschurz
- » Ärztezeitung
- » Begriffserklärung
- » Argumente pro und kontra
- » Unglaublich unsinnige, seltsame, dumme, lustige und interessante Gesetze
- » Kirche: Sex-Skandale ohne Ende
- » Zoophilie und die Bibel
- » Aktives Ausland
- » BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
- » Tierschutzbündnis Schleswig-Holstein
- » Sexualität
- » Leben
- » Evolution
- » Organismus
- » Viroid
- » Viren
- » Lebewesen
- » Schleimpilze
- » SchleimpilzroboterSchleimpilzroboter
- » Der Schleimpilz kennt den Weg
- Ich liebe mein Pferd, Sex mit Tieren - Quälerei oder bald Normalität?
Ausgabe 398 · Teil 1 - Zoosadismus und Zoophilie, Missbrauch, Gewalt, Tierschützer, Terroristen, Ripper und Liebhaber
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Fotos
Werner Popken, falls nicht anders angegeben
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