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Bericht Zu den Themen Sexualität, Sodomie, Zoophilie · Gesamttext
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 400.06 der Pferdezeitung vom 26.11.06
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Normale Trainigsmethode oder Tierquälerei? Zeichnung des Autors nach Originalfoto (aus Ausg. 390:  Die Schrecken des Pferdesports) · Copyright wie angegeben
Normale Trainigsmethode oder Tierquälerei? Zeichnung des Autors nach Originalfoto (aus Ausg. 390:  Die Schrecken des Pferdesports)

    Sex: Warum das ganze Theater?   
    Freude, Leid und Not: Sex ist lebensnotwendig   
von Copyright wie angegeben  Werner Popken

Teil 1:  Ich liebe mein Pferd
Teil 2:  Zoosadismus und Zoophilie


Zu den Themen Sexualität, Sodomie, Zoophilie


In der letzten Woche habe ich mich um » Aufklärung bemüht. Falls mich irgend jemand mißverstanden haben sollte: Niemand ist legitimiert, Tiere zu quälen, aus welchen Gründen auch immer. Das ergibt sich eindeutig und hinreichend aus dem » Tierschutzgesetz.

Wie dieses Tierschutzgesetz zu interpretieren ist und ob es im einzelnen greift, ist eine andere Frage. Es gibt bekanntlich bereits in Bezug auf den "normalen Gebrauch" der Tiere erhebliche Meinungsverschiedenheiten, und zwar nicht nur hinsichtlich der » Massentierhaltung, sondern auch der Verwendung als » Haustier oder » Sportgerät.

Die » Tierschützer, die sich speziell der Frage "Sex mit Tieren" widmen, wollen jedoch anscheinend polarisieren; ihre Sprache ist aggressiv, ein Verständnis für die angeschuldigten Menschen wird nicht einmal ansatzweise aufgebracht, die Darstellungen der Gegner werden ignoriert oder pauschal beiseitegewischt:

Die "Zoos" - wie sie sich selbst nennen - behaupten von sich, die Tiere als Sexualpartner wirklich zu lieben. Doch in Wirklichkeit werden sie zu "lebenden Objekten" degradiert und dienen einzig und allein der sexuellen Befriedigung.
» Tierquälerei im Netz

Ich will Sie nicht mit dem ganzen Text langweilen, den Sie bei Bedarf selbst nachlesen können. Eine sachliche Kommentierung dieser pauschalen Diffamierungen Satz für Satz finden Sie unter » Das böse Internet. In einem Interview mit dem Schwäbischen Tageblatt erklärt Gabriele Frey, Projektleiterin für "Verschwiegenes Tierleid" beim Verein "Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegener Saar e.V.":

Um der zunehmenden Entwicklung des Tieres als Sexualobjekt und den damit gegebenen Risken für das Wohl des Tieres wirksam zu begegnen, wäre neben der notwendigen Aufklärung durch sachdienliche Information ein generelles gesetzliches Verbot sexuellen Handlungen mit Tieren erforderlich.
» Missbrauch von Tieren - ein Tabu breitet sich aus

Am Rande: Deutsch ist eine schwere Sprache, zu schwer für Redakteure: Ein Tabu kann sich nicht ausbreiten. Dieses Interview wurde aus aktuellem Anlaß geführt. Ein Mann war dabei ertappt worden, wie er im Tierpark Wihelma in Stuttgart ein Schwein oder eine Kuh benutzt hatte. Immer dann, wenn ein besonders eklatanter Fall von nicht zu entschuldigendem Fehlverhalten bekannt wird, werden Forderungen nach Strafverschärfung laut. Dabei ist es unerheblich, um welches Delikt es sich handelt. Die Strafgesetzgebung geht jedoch seit langem davon aus, daß Strafen nicht die einzige Reaktion des Staates sein können und diese das eigentliche Problem im Grunde nicht lösen.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob die Verurteilung abweichenden Verhaltens gesondert verfolgt werden muß. Die Tierschützer unterstellen, daß die Tiere leiden. Sollte das der Fall sein, würde das Tierschutzgesetz allein greifen. Bei Übergriffen auf fremdem Gelände kommt das Delikt des Hausfriedensbruchs hinzu. Grundsätzlich wird unterstellt, daß den Tieren durch sexuellen Gebrauch körperlicher und seelischer Schaden zugefügt wird.




Tod im Bordell


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Die Stimme des Volkes nennt die Dinge beim Namen:

Was mich auch wundert, warum tun hier viele so als wäre dem Pferd geschadet worden? Nur weil da ein Mann seinen (für Pferdeverhältnisse) winzigen Penis reingesteckt hat? Das ist dem Pferd scheißegal, Tierärzte stecken ihren gesamten Arm rein und ihr regt euch deswegen auf?

Das ist in gar keinem Fall Tierquälerei, dazu müsste das Tier leiden!

Zitat:
Zitat von Zaubergurke
Sorry, ich finde das genauso unlustig, wie ne vergewaltigte Frau. Das ist nämlich das Gleiche.

Geht es dir noch gut??? Wie kannst du sowas vergleichen! Das ist selbstverständlich nicht das Gleiche! Das Pferd hat wahrscheinlich nicht einmal was davon mitbekommen. Du und viele andere haben offensichtlich ein echtes Problem damit, Tiere als das zu sehen was sie sind! Nämlich Tiere! Wenn du sie so sehr vermenschlichst, dann hast du ein ziemliches Problem.
Ein Pferd leidet keine Sekunde (weder psychisch noch physisch) wenn ein Mann sein Ding reinsteckt! Ich will das jetzt nicht entschuldigen, ich finde es ehrlich gesagt sogar krank, aber das ist doch nichts, wofür man ernsthaft bestraft werden sollte!

Wenn ich dieses dumme Geschwätz wegen der "harten Strafen" und dem "der Tod ist die gerechte Strafe für sowas" höre, könnte ich schreien.
» Mann stirbt nach Sex mit Pferd

Die Diskussion bezog sich auf die Meldung » USA: Tod im Sodomie-Bordell - Mann stirbt nach Sex mit Pferd, und wie üblich machten sich die Diskussionsteilnehmer nicht die Mühe, der Sache auf den Grund zu gehen. So wurde stillschweigend zumindest von einigen Teilnehmern angenommen, daß der Mann gestorben sei, weil das Pferd sich gewehrt und ihm eine tödliche Verletzungen zugefügt habe, wobei der mutmaßliche Pferdetritt als Beweis dafür genommen wurde, daß das Pferd gequält wurde.

Diese Meldung ist jedoch nicht offiziell vom Magazin » Stern herausgegeben worden, sondern ein Beitrag eines sogenannten Webreporters, also eines Surfers, der irgend etwas Interessantes im Internet gefunden hat und dieses beim Stern als Forumsbeitrag einstellt. Dabei wird immer die Fundstelle angegeben. In diesem Fall ist es der Bericht » Seattle Times: Enumclaw-area animal-sex case investigated, in dem staatliche Vertreter urteilen, daß keine Straftat vorliegt, weil das Pferd unverletzt ist und Sodomie im Staat Washington nicht strafbar ist.

Allerdings wird unabhängig von diesem Fall ermittelt, ob Hinweise auf Tierquälerei vorliegen, weil möglicherweise auch kleinere Tiere beteiligt waren, bei denen man von Mißbrauch ausgehen muß. Außerdem soll dieser Vorfall zum Anlaß genommen werden, bei nächster Gelegenheit auch im Staat Washington Sodomie unter Strafe zu stellen wie in 33 der 50 Bundesstaaten der USA.

Nun sind die USA in vielerlei Hinsicht kein Vorbild; siehe z. B. aus der Serie "stimmt's?" der "Zeit": » Oralverkehr ist in einigen Staaten der USA vom Gesetz verboten. Die Wikipedia sieht den betreffenden Sachverhalt so:

Oralsex gehört zu den verbreitetsten Sexualpraktiken neben dem vaginalen Verkehr und wurde zu allen Zeiten praktiziert. Da es nicht zur Penetration kommt, wird Oralverkehr teilweise nicht als "richtiger Sex" empfunden. In der so genannten Lewinsky-Affäre behauptete US-Präsident Bill Clinton, keine sexuelle Beziehung mit Monica Lewinsky gehabt zu haben, da es nur zum Oralverkehr gekommen sei. In der aktuellen deutschen Rechtsprechung wird Oralverkehr nicht als Beischlaf gewertet, siehe Juristische Terminologie des Geschlechtsverkehrs.
» Oralverkehr

Die beiden Rezensionen » "Kinsey", ein neuer Film, der die Amerikaner empört und » Gruppensex auf dem Dachboden und Gartenarbeit im Lendenschurz der renommierten » Ärztezeitung zeigen, wie repressiv das Klima in den USA gerade unter Bush wieder geworden ist. Deshalb an dieser Stelle ein paar Zitate der Gegenseite, die gerade durch den Bezug auf allgemein anerkannte menschliche Sexualität nachdenklich machen sollte:



Zoo-FAQ


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2.6 Pferdeschänder
Eine Person, die eine psychische, und unter Umständen auch physische Befriedigung darin findet, Pferde zu mißhandeln.Deren Quälereien haben meist eine starke sexuelle Betonung. Sie verletzen das Tier meistens an seinem Geschlechtsteil und vergewaltigen es in einigen Fällen oder versuchen dies zu tun. Siehe auch 2.4.
In einigen Fällen, wo der Täter gefaßt wurde, stand nach dessen Aussage das Tier an der Stelle eines Menschen, für welchen die Qualen zugedacht wurden.
Diese Gewalthandlungen haben mit Zoophilie nichts zu tun.
» Begriffserklärung

3.14 Sind Zoophile nicht kranke Spinner?
Nein! Zoosexuelle (=Zoophile) kommen aus ALLEN Schichten der Bevölkerung. Busfahrer, Akademiker, KFZ-Mechaniker oder Arzthelferin können diese Neigung haben. Es sind ganz normale, produktive Mitmenschen die im Alltag nicht auffallen.

Den sexuellen Kontakt eines Menschen mit einem Tier - im Gegensatz zu sexuellem Kontakt zwischen Menschen - als "Störung", "abnormal", "ungesund" usw. zu diskriminieren, ist nichts weiter als eine DEFINITION. Jeder einzelne Aspekt, aus dem das gegenüber Sex zwischen Menschen abgewertet wird, kommt dort ebenfalls vor, OHNE aber zwangsläufig zu einer entsprechenden Abwertung zu führen: z.B. kann auch Sex zwischen homosexuellen Menschen nicht zur Fortpflanzung führen, ist aber aus heutiger Sicht trotzdem nicht mehr pervers; auch Sex zwischen Menschen, die aus unterschiedlichen Kulturen stammen und unterschiedliche Sprachen sprechen, kann (in aller Regel) nicht zu einer weitergehenden Beziehung im menschlichen Sinne führen, ist aber trotzdem nicht pervers; auch Sex zwischen hierarchisch ungleichen erwachsenen Menschen (versus Sex mit einem ausgewachsenen Tier) wird zweifellos durch die hierarchische Stellung mit geprägt, ist aber trotzden nicht pervers.

In der bis heute keineswegs empirisch belegbaren Annahme, daß eine zoophile Neigung "frühkindliche" (traumatische!) Ursachen habe und durch eine Psychoanalyse aufgearbeitet werden könne und solle, steckt eben diese ungerechtfertigte negative Wertung: denn kein Mensch kommt vergleichsweise auf die Idee, "normale" menschliche Heterosexualität als Folge eines frühkindlichen Traumas zu sehen und durch eine Psychoanalyse bearbeiten zu wollen. Die Abwertung steckt bereits implizit in der psychoanalytischen Fragestellung.

3.22 Zoophilie ist Pervers.
Es ist schlichtweg falsch nur von Perversität zu sprechen. Wie bei den anderen Abarten des Sexualverhaltens, so ist auch bei der Sexualität mit Tieren zwischen der Ausübung des Geschlechtsverkehrs mit einem Tier aus krankhaften Motiven und andererseits solchen Verhaltensweisen zu unterscheiden, in denen das Tier zur Steigerung sexueller Erregung in bestimmte Akte einbezogen wird.

(Siehe auch 3.18 u. 3.13) Zudem gilt es zu beachten das dem Menschen anerzogen wird was er als Pervers betrachtet oder auch nicht und das ist von Religion zu Religion, von Kultur zu Kultur verschieden, ja teilweise auch entgegengesetzt zu dem wie es in unserer Kultur im allgemeinen gehandhabt wird. Vieles das in unserer Religon und Kultur als gut, nur so als richtig gilt wird in anderen als höchst pervers und unmoralisch angesehen.

Zitat aus einem Buch von G.Schmidt, Sexualwissenschaftler der Psychiatrie und Nervenklinik:
"Perversionen sind nicht einfach ungewöhnliche Vorlieben, zum Beispiel die Vorliebe für Kinder bei Pädophilen, die Vorliebe für Leder, Dessous oder Stiefel bei Fetischisten, die Vorliebe fürs Vorzeigen der männlichen Genitalien bei Exhibitionisten. Die meisten Perversionen sind vielmehr starre Rituale, durch die ein ganzes Interaktions- und Bedingungsgefüge hergestellt werden muß, damit Lust und Orgasmus erlebt werden können."(S.63) Hier wird ebenfalls deutlich daß bei all dem was als Zoophile verstanden wird, also nach Ausgrenzug der Zoosadisten, man hier in keiner weise von Pervers oder einer Perversion gesprochen werden kann. Zoophile haben beim Verhältnis zu ihrem tierischen Partner kein starres Ritual. Will man das ganze Spektrum an Handlungen zwischen Zoophilen und ihren Tieren als starres Ritual einstufen, so würde damit auch das ganze Handlungs- und Interaktionsspektrum zwischen zwei sich liebenden Menschen als Pervers eingestuft werden.
» Argumente pro und kontra

Zum Schmunzeln:

In Clawson, Michigan, USA, existiert ein Gesetz, das es den Bauern erlaubt, mit ihren Schweinen, Kühen, Pferden, Ziegen oder Hühnern Geschlechtsverkehr zu haben. [...]

In Florida scheinen die Menschen ein sehr langweiliges Sexualleben zu haben, denn nur die Missionarstellung ist erlaubt, jede andere sexuelle Stellung ist verboten. Auch darf man keinen Oralverkehr ausüben und die Brüste seiner Frau nicht küssen.
» Unglaublich unsinnige, seltsame, dumme, lustige und interessante Gesetze



Kirche und Bibel


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Die katholische Kirche, die für die Unterdrückung der menschlichen Sexualität berühmt ist, hat ihrerseits immer wieder unter unglaublichen Skandalen zu leiden. Das folgende Zitat ist ein Beispiel für unser Thema; sämtliche aufgeführten Vorfälle werden mit Quellenangabe belegt und dürfen daher als glaubhaft gelten.

Priester stirbt bei Sex mit Pferd
Washington – Priester Gerald Pointer (48) ließ sich in einem Stall bei Seattle (USA) von einem Hengst besteigen. Der Gottesmann erlitt dabei einen Dickdarmriss, starb an den Folgen. Der Priester ließ den Tiersex von LKW-Fahrer James Tait (54) filmen. Dem Mann drohen jetzt 5000 Dollar Geldstrafe. Tiersex ist im Bundesstaat Washington nicht verboten.
Quelle: BILD, 24.10.05
» Kirche: Sex-Skandale ohne Ende

Die Sexualität ist offenbar ein furchtbarer Teufel. Schon die Bibel wetterte gegen Sodomie und beweist damit, daß das Verhalten als solches gewissermaßen natürlich vorkommt, und zwar vermutlich nicht allzu selten, denn sonst hätte man nicht zu drastische Strafen greifen müssen:

Kein Mensch darf dem Vieh beiwohnen.

2.Buch Mose, Kapitel 22, Todeswürdige Vergehen

Vers 18.
Lu: Wer einem Vieh beiwohnt, der soll des Todes sterben.
Ef: Jeder, der bei einem Tier liegt, muß getötet werden.

3.Buch Moses, Kapitel 18, Verbot geschlechtlicher Verirrungen
Vers 23.
Lu: Du sollst auch bei keinem Tier liegen, daß du an ihm unrein werdest. Und keine Frau soll mit einem Tier Umgang haben; es ist ein schändlicher Frevel.
Ef: Und bei keinem Vieh sollst du liegen, so daß du dich an ihm unrein machst. Und eine Frau soll sich nicht vor ein Vieh hinstellen, damit es sie begattet: es ist eine schändliche Befleckung.

3.Buch Moses, Kapitel 20, Strafbestimmungen für schwere Sünden
Vers 15.
Lu: Wenn jemand bei einem Tiere liegt, der soll des Todes sterben, und auch das Tier soll man töten.
Ef: Und wenn ein Mann bei einem Vieh liegt, soll er unbedingt getötet werden, und das Vieh sollt ihr umbringen.

Vers 16.
Lu: Wenn eine Frau sich irgendeinem Tier naht, um mit ihm Umgang zu haben, so sollst du sie töten und das Tier auch. Des Todes sollen sie sterben; ihre Blutschuld komme über sie.
Ef: Und wenn eine Frau sich irgendeinem Vieh nähert, damit es sie begatte, dann sollst du die Frau und das Vieh umbringen. Sie müssen getötet werden, ihr Blut ist auf ihnen.

5.Buch Moses, Kapitel 27, Die zwölf Fluchworte
Vers 21.
Lu: Verflucht sei, wer bei irgendeinem Tier liegt!
Ef: Verflucht sei, wer bei irgendeinem Tier liegt! Und das ganze Volk sage: Amen!

Nur Artengleiche dürfen miteinander.

3.Buch Moses, Kapitel 19, Gesetze zur Heiligung des täglichen Lebens

Vers 19.
Lu: Meine Satzungen sollt ihr halten: Laß nicht zweierlei Art unter deinem Vieh sich paaren und besäe dein Feld nicht mit zweierlei Samen und lege kein Kleid an, das aus zweierlei Faden gewebt ist.
Ef: Meine Ordnungen sollt ihr halten. Dein Vieh von zweierlei [Art] sollst du sich nicht begatten lassen; dein Feld sollst du nicht mit zweierlei [Samen] besäen, und ein Kleid, aus zweierlei Stoff gewebt, soll nicht auf dich kommen.

5.Buch Mose, Kapitel 22, Anweisung zum Schutz von Mensch und Tier
Vers 9:
Lu: Du sollst deinen Weinberg nicht mit Zweierlei bepflanzen, damit dem Heiligtum nicht das Ganze verfalle: der Same, den du gesät hast, und der Ertrag des Weinbergs.
Ef: Du sollst deinen Weinberg nicht mit zweierlei [Samen] besäen, damit nicht das Ganze dem Heiligtum verfällt, der Same, den du gesät hast, und der Ertrag des Weinberges.
Vers 10:
Lu: Du sollst nicht ackern zugleich mit einem Rind und einem Esel.
Ef: Du sollst nicht mit einem Rind und einem Esel zusammen pflügen.
Vers 11
Lu: Du sollst nicht anziehen ein Kleid, das aus Wolle und Leinen zugleich gemacht ist.
Ef: Du sollst nicht Gewebe von verschiedenartigem Stoff anziehen, Wolle und Leinen zusammen.
Luther Bibelübersetzung "Lu:", Elberfelder Bibel "Ef:", » Zoophilie und die Bibel

Dort auch weitere Angaben zur Ausgrenzung von Behinderten, Verletzten und Kranken. Das ist die Grundlage der christlichen Kultur und deshalb bei uns im Westen gewissermaßen in der Wolle eingefärbt. Die dadurch hervorgerufene Schwarzweiß-Malerei, die wir auch in den zitierten Äußerungen der Tierschützer finden, ist meines Erachtens jedoch unzulässig. Vermutlich ist das auch den Tierschützern klar und verstärkt noch die argumentative Wut.



Emotionen


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Deshalb stellt sich mir die Frage, warum hier die Emotionen so aufgebauscht werden. Immerhin werden Politiker durch Kampagnen erfolgreich unter Druck gesetzt, und zwar sowohl im europäischen Ausland (» Aktives Ausland) als auch auf Bundesebene (» BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und in den deutschen Bundesländern:

Pressemitteilung vom 10.02.05

Schluss mit Sexobjekt Tier!

"Wir sind sehr betroffen, wie stark sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren in unserer Gesellschaft verbreitet sind, und dass dies grundsätzlich erlaubt ist.

Davon sind nicht nur Tiere, sondern auch Menschen – besonders Jugendliche und Kinder – betroffen. Deshalb hat das Tierschutzbündnis Schleswig-Holstein eine Initiative ergriffen. Sie richtet sich zunächst an alle, die mit der Erziehung oder Beaufsichtigung von Jugendlichen und Kindern zu tun haben und damit zu ihrem Schutz verpflichtet. Sie fordert zum Schutz von Mensch und Tier das Verbot sexueller Handlungen mit Tieren."


Das erklärte für das Tierschutzbündnis Bianka Nagorny vom Verband "Menschen für Tierrechte e.V. – Tierversuchsgegner Schleswig-Holstein".

Als einen "Wahlprüfstein" hatte das Tierschutzbündnis die Frage nach dem Sodomieverbot aufgenommen. Alle der im schleswig-holsteinischen Landtag vertretenen Parteien haben nun dem beabsichtigten Verbot zugestimmt. Über die Landtagswahl hinaus wird das Tierschutzbündnis den Bund, die Länder und die im Bundestag vertretenen Parteien zum gesetzgeberischen Handeln auffordern. [...]

Das Tierschutzbündnis Schleswig-Holstein ist ein Zusammenschluss von z.Z. 14 Tierschutzverbänden.
» Tierschutzbündnis Schleswig-Holstein

Die Emotionalisierung deutet darauf hin, daß hier eigentlich andere Probleme zugrundeliegen. Denn Fakten gibt es kaum. Das wird immer wieder betont. Also muß man sich fragen, was hier wirklich gespielt wird.

Welches Problem liegt nun bei unserem Thema vor? Die Antwort ist meines Erachtens einfach und naheliegend und ergibt sich auch schon aus der Auswahl meiner Texte: Es handelt sich um die » Sexualität an sich, die den überwiegenden Teil des » Lebens kennzeichnet. Nicht nur wir Menschen sind sexuelle Wesen, sondern auch die Haustiere, überhaupt alle höheren und komplexeren Lebewesen. Und diese Sexualität ist eine Bürde, ein Problem, eine Last und manchmal auch Lust.

Die Diffamierung zielt nach meiner Einschätzung auch auf die Sexualität selbst. Die Sexualität ist nämlich außerorderntlich suspekt. Manchmal hat man den Eindruck, alles drehe sich um sie, dann wiederum scheint es, als sei sie die Ursache alles Leidens und aller Not auf dieser Welt. Dabei ist die Sexualität ein Bestandteil des Lebens und höchst vielfältig. In den letzten fünfzig Jahren hat man im Westen gewaltige Fortschritte darin gemacht, diese Sexualität genauer kennenzulernen.

Die Wissenschaftler gehen einhellig heute davon aus, daß wir das Ergebnis einer wie auch immer geartete » Evolution sind. Die Einzelheiten sind immer noch nicht klar, werden aber durch ständige Forschung zunehmend deutlicher. So hat es anscheinend auf dieser Erde einmal eine Zeit gegeben, als von Leben noch keine Rede sein konnte. Und dann traten Strukturen auf den Plan, die man als lebendig bezeichnen mußte.

Noch heute gibt es diese Grauzone von » Organismen, von denen man nicht genau weiß, ob sie nun als lebendig zu bezeichnen sind oder nicht (» Viroid, » Viren). Von vielen Erscheinungen kann man aber eindeutig behaupten, daß es sich um » Lebewesen handelt. Lebewesen sterben, das ist zumindest bei komplexeren Lebewesen anscheinend notwendig. Es gibt lebendige Strukturen, bei denen man sich nicht sicher ist, was da als Organismus zu bezeichnen ist, ob solche Organismen sterben oder ob man hier überhaupt solche Kategorien anwenden kann (» Schleimpilze). Und selbst solche primitiven Organismen besitzen eine Intelligenz, die Rätsel aufgibt und Computern überlegen ist (» Schleimpilzroboter, » Der Schleimpilz kennt den Weg).



Lebensgrundlage


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Komplexere Lebewesen zeichnen sich aber alle dadurch aus, daß sie sich geschlechtlich vermehren. Die Sexualität ist also ein wesentlicher Bestandteil höheren Lebens, das sich andernfalls vermutlich nicht hätte entwickeln können.

Evolution der Sexualität

Die Herausbildung der Sexualität ist einer der Hauptfaktoren und gleichzeitig das Ergebnis der biologischen Evolution. Die Entstehung von genetisch unterschiedlichen Geschlechtern und Paarungstypen gilt als Ausgangspunkt für die Entwicklung höherer Lebewesen aus ursprünglich geschlechtslosen Einzellern, die sich nur asexuell (vegetativ) fortpflanzen.

Genetische Grundlagen

Die Sexualität hat sich vermutlich erst vor ca. 600 Millionen Jahren im Neoproterozoikum etabliert. Vermochten sich die Lebewesen anfangs nur durch einfache Zellteilung unter Vermehrung fortzupflanzen, was fast ausschließlich zu genetisch identischen Nachkommen führte, ist am Ende dieses Evolutionsschrittes die Fortpflanzung mit einer Vereinigung und Neuaufteilung der Genome zweier Individuen verbunden, was zu genetisch verschiedenen Nachkommen führt. Dadurch wird die Variabilität der Individuen einer Population und damit deren Fähigkeit zur Anpassung erhöht. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei verschiedene Genome vereinigt werden, wird dadurch erhöht, dass es mindestens zwei verschiedene Paarungstypen gibt und nur die Genome zweier verschiedener Paarungstypen vereinigt werden können. Die Vereinigung von identischen Genomen wird so verhindert. Bei den meisten Lebewesen kommen nur jeweils zwei Paarungstypen vor, die im Fall der Oogamie als Geschlechter mit männlich und weiblich bezeichnet werden. [...]

Die Entwicklung eines durch Hormone gesteuerten Systems war ein weiterer Schritt zur Herausbildung sexueller Verhaltensweisen. Neben der Fortpflanzung mittels Austausch von Erbinformationen hat geschlechtlicher Verkehr bei höheren Organismen teils auch eine soziale Bedeutung, insbesondere bei den Primaten (wie dem Menschen und den Zwergschimpansen). [...]

Menschliche Sexualität

Beim Menschen scheint die Sexualität im Gegensatz zu fast allen Tieren kein reines Instinktverhalten zu sein, sondern auch bewussten Entscheidungsprozessen zu unterliegen. Menschen drücken ihre sexuelle Anziehung zum Anderen durch unterschiedliche Formen und Aspekte aus: Zärtlichkeiten, Worte, verschiedene sexuelle Praktiken, durch besitzergreifendes Verhalten. Die Sexualität des Menschen beeinflusst seine Psyche, seine persönliche Entwicklung, die Formen seines Zusammenlebens sowie - auch beeinflusst von der Sexualmoral - die gesamte Sozialstruktur, also die Kultur und Gesellschaft, in der er lebt. Da zwischen der Sexualität des Mannes und der Sexualität der Frau teils erhebliche Unterschiede bestehen, führt diese Diskrepanz bei der Heterosexualität zu mannigfaltigen Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den Geschlechtern. Folgen mangelnder Anpassung auf beiden Seiten können sich auch in sexuellen Funktionsstörungen bei Frau und Mann niederschlagen.

Außer der am weitesten verbreiteten Ausrichtung des Sexualverhaltens, der Heterosexualität, weist das Sexualverhalten des Menschen weitere sexuelle Orientierungen auf. Dazu gehören zum Beispiel die Homosexualität, d.h. die Ausrichtung des Sexualtriebs auf das eigene Geschlecht, die Bisexualität, die sich auf beide Geschlechter richtet, die Asexualität, wo kein Verlangen nach Sex - weder mit dem männlichen noch weiblichen Geschlecht - besteht, oder auch die fetischistische Sexualität, die sich auf unbelebte Gegenstände oder bestimmte Handlungen richtet. Früher teilweise tabuisiert und verboten, gewinnen diese Ausrichtungen heute in aufgeklärten Gesellschaften zunehmend an Akzeptanz und sind in vielen Ländern heute gesetzlich legal.
» Sexualität

"Die Sexualität" gibt es also nicht, sondern nur verschiedene Ausformungen, die noch dazu zwischen den beteiligten Partnern ausgelotet werden müssen. Der lange Weg der gesellschaftlichen Erkenntnis bis hierhin wird erst deutlich, wenn man den Blick zurückrichtet.

Noch Anfang der siebziger Jahre wurde in populärwissenschaftlichen Abhandlungen darüber spekuliert, ob weibliche Tiere überhaupt Spaß an der Sexualität haben können - weil man das zum Beispiel bei Kühen nicht unmittelbar feststellen konnte. Diese Diskussion war wichtig, weil man von den Kühen auf die Frauen schloß. Damals war man nämlich noch sehr ratlos in Bezug auf die sexuellen Reaktionen der Frauen und meinte, unter Rückgriff auf die Säugetiere für diese sprechen zu können.

Man hält so etwas heute nicht für möglich, aber ich habe das kleine Büchlein noch vor Augen, in dem solches stand - es entstammte einer populärwissenschaftlichen Reihe aus dem dtv-Verlag. Anscheinend hat man die Frauen nicht gefragt, oder vielmehr wußten diese es selber nicht oder äußerten sich lieber nicht. Ich kann mich auch noch gut erinnern, welchen Aufruhr die Behauptung auslöste, daß Frauen nicht nur überhaupt, sondern sogar mehrfach Orgasmen erleben können. Heute weiß das jede und jeder und kann versuchen, diese Möglichkeiten auch zu verwirklichen.

Sorry, in der nächsten Woche geht es weiter, aber dann ist wirklich Schluß!



Quellen / Verweise


  1. » Aufklärung
  2. » Tierschutzgesetz
  3. » Massentierhaltung
  4. » Haustier
  5. » Sportgerät
  6. » Tierschützer
  7. » Tierquälerei im Netz
  8. » Das böse Internet
  9. » Missbrauch von Tieren - ein Tabu breitet sich aus
  10. » Mann stirbt nach Sex mit Pferd
  11. » USA: Tod im Sodomie-Bordell - Mann stirbt nach Sex mit Pferd
  12. » Stern
  13. » Seattle Times: Enumclaw-area animal-sex case investigated
  14. » Oralverkehr ist in einigen Staaten der USA vom Gesetz verboten
  15. » Oralverkehr
  16. » "Kinsey", ein neuer Film, der die Amerikaner empört
  17. » Gruppensex auf dem Dachboden und Gartenarbeit im Lendenschurz
  18. » Ärztezeitung
  19. » Begriffserklärung
  20. » Argumente pro und kontra
  21. » Unglaublich unsinnige, seltsame, dumme, lustige und interessante Gesetze
  22. » Kirche: Sex-Skandale ohne Ende
  23. » Zoophilie und die Bibel
  24. » Aktives Ausland
  25. » BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
  26. » Tierschutzbündnis Schleswig-Holstein
  27. » Sexualität
  28. » Leben
  29. » Evolution
  30. » Organismus
  31. » Viroid
  32. » Viren
  33. » Lebewesen
  34. » Schleimpilze
  35. » SchleimpilzroboterSchleimpilzroboter
  36. » Der Schleimpilz kennt den Weg
  37.  Ich liebe mein Pferd, Sex mit Tieren - Quälerei oder bald Normalität?
      Ausgabe 398 · Teil 1
  38.  Zoosadismus und Zoophilie, Missbrauch, Gewalt, Tierschützer, Terroristen, Ripper und Liebhaber
      Ausgabe 399 · Teil 2



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W. Popken im Fenster
Selbstportrait 08/2004
 
 
26.11.2006

Emsdetten

Es ist gerade eine Woche her, da erschütterte ein weiterer Amoklauf die Nation und die Welt. Und wieder wurden Rufe nach Verboten laut - wie immer nach solchen Ereignissen. Gleichzeitig traten die Beschöniger auf, die die Realität umschminken möchten. Die offensichtlichen Zusammenhänge werden geleugnet oder kleingeredet.

Es dürfte klar sein, daß mit Verboten wenig erreicht werden kann - Verbote lassen sich kaum durchsetzen und überdies leicht umgehen. Im übrigen - wie sang Wolf Biermann doch so schön? "Was verboten ist, das macht uns gerade scharf."

Er meinte natürlich etwas ganz anderes, und das fanden wir gut. Was jetzt gemeint ist, kann eigentlich niemand gut finden. Die Welt insgesamt verroht und wird ständig brutaler. In jeder Hinsicht - ist Ihnen das noch nicht aufgefallen?



Die neue Brutalität

Auch unsere Autos sehen immer brutaler aus - und das kommt gut an. Sie sehen nicht nur aggressiver aus, sondern sie haben auch entsprechend mehr Power, werden von Jahr zu Jahr stärker. Eine Abrüstung ist völlig unvorstellbar. Vor 30 Jahren war ein Golf mit 110 PS eine Sensation. Heute können Sie einen Passat mit 300 PS kaufen.

Die soziale Wirklichkeit wird auch immer grausamer. Die Arbeitslosen sind neuerdings selbst schuld an ihrem Elend. Und alle gehen davon aus, daß es noch viel mehr werden. Alleine die Deutsche Post wird in den nächsten Jahren weitere zehntausende Mitarbeiter freisetzen. Und diese Menschen, die unverschuldet ins Unglück gestoßen werden, werden bestimmt in den nächsten Jahren noch weiter unter Druck gesetzt werden. Eine entsprechende Wette kann man eigentlich nicht verlieren.



Rettung

Es ist niemand in Sicht, der wüßte, wie man die gesellschaftlichen Probleme in den Griff bekommen könnte. Allenthalben lösen sich bis dato fest geglaubte Werte auf. Nichts scheint mehr Gültigkeit zu haben. Von mir können Sie auch keine Lösung erwarten. Aber Trost.

Es war nämlich schon immer ganz schlimm, und dann tauchte unvermittelt, aber zuverlässig irgend jemand auf und zitierte Hölderlin: "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch." Irgendwie wird die Zukunft immer ganz anderes, als die Gegenwart erwarten läßt. "Man kann gar nicht so kompliziert denken, wie es dann schließlich kommt", soll Willy Brandt gesagt haben. Also: Nur Mut! Es wird schon werden.

 
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Tip: Fohlenkrankheiten III


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Heidi Keppel
 
 
Erkennung und Behandlung von Fohlenkrankheiten
Teil 3
Von   Heidi Keppel

Die erste Krankheit, die dem Fohlen bereits kurz nach der Geburt Probleme bereiten kann, ist das Darmpechverhalten. Als Darmpech oder auch Mekonium wird der Darminhalt des neugeborenen Fohlens bezeichnet, welcher aus abgestorbenen Zellen und Sekreten besteht, die sich im Darm bereits in der Zeit vor der Geburt angesammelt haben und nach der Geburt möglichst innerhalb von 12 Stunden, spätestens aber nach 24 Stunden ausgeschieden werden sollten.

Das Darmpech ist im Gegensatz zum nachfolgenden eher gelblichen, weichen Milchkot eine dunkelbraune bis schwarze, relativ feste und klebrige Masse, die bisweilen im hinteren Darmabschnitt verklumpen kann und dann eine hartnäckige Verstopfung bildet, welche unbehandelt innerhalb weniger Tage sogar zum Tod des Tieres führen kann. Eine genaue Beobachtung des Fohlens und seines Kotabsatzverhaltens in den ersten Lebensstunden und im Notfall die rasche Verständigung eines Pferdetierarztes sind deshalb enorm wichtig.

Obwohl die Kolostralmilch eine leicht abführende Wirkung besitzt und somit diesem Problem auf natürliche Weise vorbeugt, tritt das Darmpechverhalten relativ häufig auf. Vor allem Hengstfohlen sind davon vermehrt betroffen, da ihr Becken enger gebaut und deshalb weniger leicht durchgängig ist. Auch mangelnde Bewegung begünstigt diese Verstopfung und ebenso kann eine zu geringe Kolostralmilchaufnahme die Ursache für diese Verdauungsstörung sein. Letzteres kann dadurch entstehen, dass ein zu schwaches Fohlen generell zu wenig trinkt, aber es kann z.B. auch daran liegen, dass die Mutterstute schon vor der Geburt einen Teil der wertvollen Kolostralmilch verloren hat.

Als Hauptsymptom zeigen die betroffenen Fohlen anfangs ein kolikartiges Verhalten. Unruhig schlagen die jungen Tiere mit dem Schwänzchen, während sie immer wieder verzweifelt den Kot auszupressen versuchen. Auch ein häufiges Wälzen kann ein Zeichen für diese Erkrankung sein. Wenn sich die Fohlen zwischendurch niederlegen, kann man an ihrer verkrampften Haltung erkennen, dass sie Bauchschmerzen haben. In den ersten Stunden trinken die Fohlen trotzdem oft noch normal, doch schon bald werden sie immer matter und ihr Appetit schwindet. Meist ist der Bauch dann bereits stark aufgebläht.

Am besten lässt man das Darmpech von einem Tierarzt fachkundig entfernen, da jegliche falsche Manipulation am empfindlichen Darm des Fohlens verheerende Folgen haben kann. Ist momentan kein Tierarzt erreichbar, kann man versuchen, die Verstopfung mit einem Einlauf zu lösen. Verwenden kann man dazu warmes Seifenwasser, Paraffinöl oder ev. auch eine auf Körpertemperatur abgekühlte Leinsamenabkochung.

Wichtig ist, dass dabei sehr vorsichtig vorgegangen werden muss, um die Darmschleimhaut nicht zu verletzen, weshalb möglichst auch keine harten Klistierspritzen verwendet werden sollten. Auch Untersuchungen mit dem Finger dürfen nur mit abgeschnittenen und gut berundeten Fingernägeln erfolgen, außerdem sollte der Finger (niemals mehrere verwenden!) vor dem Einführen eingeölt werden, was auch bei der Verwendung von Handschuhen gilt.

Außerdem muss darauf geachtet werden, dass der Einlauf langsam und behutsam erfolgt, damit nicht womöglich ein plötzlicher zu starker Druckanstieg den Darm des Fohlens zerreißt. Aus diesem Grund sollte der Klistierbehälter auch eher tief gehalten werden. Bemerkt man, dass der Widerstand im Darm zu hoch ist, sollte man lieber die Ankunft des Tierarztes abwarten oder sanft versuchen, das Darmpech mit dem Finger zu lösen.

Ist das Darmpech nach dem Einlauf abgegangen (insgesamt beinhaltet der Darm des neugeborenen Fohlens etwa 500-800g Darmpech, welches normalerweise in mehreren kleinen Portionen ausgeschieden wird), sollte sich das Fohlen bald erholen und vor allem keine Kolikerscheinungen mehr zeigen. Zeigt sich danach hingegen keine deutliche Besserung, sollte sich unbedingt ein Tierarzt das Fohlen genauer ansehen, um etwaige Komplikationen rechtzeitig abzuklären.

Auch die Homöopathie kann helfen, den Abgang des Darmpeches zu erleichtern. Allen voran wäre hier Nux vomica D6 zu nennen, das Universalmittel für Magen-Darm-Erkrankungen. Alle 2 Stunden sollten jeweils 5-7 Tropfen oder Globuli davon verabreicht werden. Andere Mittel sollten nur nach Absprache mit einem Tierheilpraktiker oder fachkundigen Tierarzt gegeben werden.

Um ein Darmpechverhalten zu verhindern, wird als vorbeugende Maßnahme auch sehr oft die Verfütterung von Rizinusöl und/oder Paraffinöl empfohlen. Dabei werden etwa 80ml Öl mit derselben Menge frisch gemolkener Stutenmilch (natürlich von der Mutter des Fohlens) vermischt und dem Fohlen mit einer Säuglingsflasche verabreicht. Da das ölige Gemisch dickflüssiger als Milch ist, muss dazu die Öffnung des Schnullers etwas vergrößert werden.

So, damit hätten wir das Thema Darmpechverhalten abgeschlossen, nächste Woche kommt dann die Fohlenlähme dran.




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