Desto merkwürdiger ist es, daß sich auf den Seiten der Universität keine Spur dieser Konferenz findet. Jedenfalls nicht, wenn man annimmt, daß Google sich dort gut auskennt.
Zunächst habe ich nach "Dr. Hiltrud Strasser" gesucht und nichts gefunden. Dann habe ich nach "Hiltrud Strasser" gesucht: wieder nichts. Dann habe ich auch den Vornamen weggelassen und wurde fündig: etwa 19 von 3310 Fundstellen waren relevant.
Allerdings bezogen sich einige Beiträge auf einen gewissen Joseph, die ich ausschließen konnte. So habe ich die Anzahl der Fundstellen reduziert. Es gibt eine Taubenrasse (Taube = pigeon) mit diesem Namen, es gibt einen Verlag namens "Pantheon", der uns nicht weiterhilft, und es gibt auch einen Otto Strasser, an dem wir nicht interessiert sind. Und damit war die Fundliste wieder leer:
- Es wurden keine mit Ihrer Suchanfrage - "Dr. Hiltrud Strasser" site:tufts.edu - übereinstimmenden Dokumente gefunden.
- Es wurden keine mit Ihrer Suchanfrage - "Hiltrud Strasser" site:tufts.edu - übereinstimmenden Dokumente gefunden.
- Ergebnisse 1 - 19 von ungefähr 3.310 aus tufts.edu für "Strasser"
- Ergebnisse 1 - 8 von ungefähr 2.420 aus tufts.edu für "Strasser" -joseph
- Ergebnisse 1 - 5 von ungefähr 2.420 aus tufts.edu für "Strasser" -joseph -pigeon
- Ergebnisse 1 - 2 von ungefähr 2.410 aus tufts.edu für "Strasser" -joseph -pigeon -pantheon
- Ergebnisse 1 - 3 von ungefähr 2.400 aus tufts.edu für "Strasser" -joseph -pigeon -pantheon -otto
| Warum findet man nichts? Könnte das daran liegen, daß die Ergebnisse dieser Konferenz nicht ganz den Vorstellungen des Initiators entsprachen? Das wäre natürlich sehr unwissenschaftlich. Wenn eine Universität eine Konferenz veranstaltet, selbst wenn sie nicht Veranstalter ist, sondern nur Sponsor, würde ich erwarten, daß diese Konferenz von der Universität auch dokumentiert wird. Über den Umfang kann man dann noch streiten, aber daß diese Konferenz gar nicht auftaucht, stimmt mich doch sehr nachdenklich.
Das erwähnte Magazin hat die Abschlußstatements der Podiumsteilnehmer veröffentlicht (welche Interessen hat jetzt das Magazin?). Heute stoße ich auf eine Mitteilung in demselben Magazin aus dem März 2002, wo das Ziel dieser Konferenz anders beschrieben wird: "Ein Wochenendseminar wird die Risiken und Vorzüge der Barfuß-Hufpflegemethoden vergleichen" (» H & L Online News). Dort wird die Konferenz als Veranstaltung der Fakultät und der Klinik bezeichnet - der Titel der Seite lautet "Tufts Conference". Der Artikel ist mit zwei Fotos mit Dr. Straßer versehen. Die Beteiligung des oben erwähnten Zentrums wird hervorgehoben, weil der Beschlag von Dr. Strasser als überflüssig und schädlich bezeichnet wird und dieser Aspekt für die Arbeit des Zentrums wesentlich ist.
Dann wird auf Warnungen aus England Bezug genommen. Dort mußte ein Pferd durch einen Tierarzt eingeschläfert werden, weil es angeblich durch zu starken Beschnitt seitens eines übereifrigen Hobbyisten und Straßer-Anhängers zu stark leiden mußte. Die Liste der Warner ist beeindruckend:
- International League for the Protection of Horses
Internationalen Liga für den Schutz von Pferden - Farriers Registration Council
Hufschmiede Registratur - Worshipful Company of Farriers
Verehrende Gesellschaft der Hufschmiede - Laminitis Trust
Hufrehe-Gesellschaft - Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals
Königliche Gesellschaft für die Verhinderung von Grausamkeit gegen Tiere Nun wirft man sich also gegenseitig vor, die Pferde zu quälen. Die Tufts University wird als führendes Institut in Bezug auf Fragen der Wohlfahrt von Tieren bezeichnet, ist also berufen, in diesem Streit Stellung zu beziehen. Eine solche Stellungnahme scheint es aber nicht zu geben. Peinlich.
Am Ende findet sich tatsächlich doch noch eine Adresse der Internetpräsenz der Tufts University mit dem Anmeldeformular. Mal sehen, ob der Link noch funktioniert - nein, er wird umgeleitet auf eine allgemeine Ausbildungsseite (» Continuing Education and Special Programs).
Die Sache hat damals also schon ziemlich gekocht, es wurde Zeit, Licht in das Dunkel zu bringen. Gegenseitige Vorwürfe helfen nicht weiter, schon gar nicht, wenn es um Wissenschaft geht, von den Pferden ganz zu schweigen. Wissenschaft zeichnet sich im allgemeinen dadurch aus, daß unterschiedliche Meinungen durch Untersuchungen und Experimente bestätigt oder widerlegt werden. Warum sollte das in der Tiermedizin, speziell bei Pferden, anders sein?
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