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Bericht Zum Thema Hufpflege · Rezension: Dual-Aktivierung
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  Magazin
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Geitner, Michael

Dual-Aktivierung


160 Seiten, 1 sw-Abbildungen, 150 Farbabbildungen, 4 Zeichnungen, gebunden
Cham, 2005 · Müller Rüschlikon
ISBN 9783275015399


vergriffen, » antiquarisch suchen


Der Verlag sagt über das Buch:

Michael Geitner ist es gelungen, mit einer Fahne, mehreren Kegeln, Blau – Gelben Gassen und den dazu passenden Übungen die Konzentrationsfähigkeit und somit die Leistungsfähigkeit des Pferdes zu steigern und auch Problemen wie Scheuen, Beißen oder Steigen entgegenzuwirken. Bei der Dual-Aktivierung wird das Pferd ständig wechselnden Reizen ausgesetzt, um im Pferdehirn die Rechts-Links-Koordination anzuregen und so die einzelnen Hirnhälften zu aktivieren. Die Methode wurde in Zusammenarbeit mit mehreren namhaften Ausbildern entwickelt und liegt voll im Trend.



Informationen zu Michael Geitner:

Michael Geitner ist Pferdetrainer und bietet u. a. auf seiner eigenen Reitanlage in Bayern Kurse zur Korrektur von Problempferden an. Mit seiner Methode "Be strict" ist er seit Jahren enorm erfolgreich. Er eröffnet damit immer mehr Reitern und Pferdebesitzern ein neues Verständnis für den Umgang und die Arbeit mit Pferden. Seine Bücher "Be strict – Denken wie ein Pferd" und "Be strict – im Sattel" sind Bestseller.



Inhalt des Buches:

Vorwort

Der Urknall
- Wie alles begann
- Auf der Spur von Gelb und Blau
- Der Kampfsport Eskrima
- Lernen von Dick und Doof
- Einer geht noch
- Lösung durch Rechts-Links-Reize
- Was kann die Dual-Aktivierung?
- Die Arbeit mit dem Pferd
- Einwirkung auf den Pferdekörper

Grundlagen der Dual-Aktivierung
- Voraussetzungen fürs Training
- Die Ausrüstung
- Ausrüstung für den Trainer
- Ausrüstung fürs Pferd
- Die Zeit
- Warum Muskeln wachsen
- Muskelwachstum ohne Doping
- Der Trick des Umlastens
- Kampf dem Stress
- Die magischen Zahlen: 10-10-5

Bodenarbeit – Fahnen, Führen und Longieren
- Führen: Ich Geitner, du Freitag
- Die Regeln fürs Zusammensein
- Flucht-Aufe und Sicherheits-Auge
- Training mit der Fahne
- Führen in den Dual-Gassen
- Training an der Longe
- Position
- Schiefe erkennen
- Vom Schritt zum Trab
DIE FIGUREN:
Die Doppel-Gasse
Das Trichterviereck
Die Quadratvolte
Der Fächer
Die engen Gassen
- 1001 Trainingsmöglichkeiten
- Mögliche Probleme
- Fahne fressen
- Verweigern
- Häufige Fehler

Dual Aktivierung geritten
- Die Reittechnik in den Gassen
- Die Arbeit vor der Arbeit
- Die erste Gasse
- Trab und Tempowechsel durch die Gasse
- Es wird schmaler
DIE FIGUREN BEIM REITEN
Das Dreieck
Die Quadratvolte
Die Pylonen-Acht
Das Pylonen-Doppel-S
Die Cavaletti-Gasse
Parallel quer; parallel quer (PQPQ)
Die Lang-Gasse
Die Lombard-Gasse
Das Mikado
Das Kreuz
- Fliegende Galoppwechsel
STIMMEN ZUR DUAL-AKTIVIERUNG
Roger Kupfer; Westerntrainer
Karin Link; Pferdesport-Therapeutin
Desmond O'Brian; Instructor A
Ralf Kornprobst; Pferdewirt
Roland Freund; Military-Reiter
Christiane Brandl; Pferdewirtschaftsmeisterin
Thomas Kranz, Mooshof

Gelb-Blau im Praxistest
- Der erste Eindruck
- Unter dem Sattel
- Prognose und Training
- Flagrantis Trainingsplan
- Arbeit an der Hinterhand
- Zwischen grausam und Fortschritt
- Ein Musterschüler
- Springtraining
- Sechs Wochen später

Trainingspläne für jedes Pferd
EINZELNE PROBLEME LÖSEN
- Trainings-Plan für Korrekturpferde
- Trainingsplan für schiefe Pferde
- Trainingsplan für eine energische Hinterhand
- Trainingsplan für guten Schritt
- Trainingsplan für bessere Koordination
- Trainingsplan für bessere Balance
- Trainingsplan für Pferde mit Tragkraft-Problemen
- Trainingsplan für den Galopp
- Trainingsplan für verladescheue Pferde
DAS GANZE PFERD TRAINIEREN
- Trainingsplan für Remonten
- Trainingsplan für "Spazierreitpferde"
- Trainingsplan für Westernpferde
- Trainingsplan für Schulpferde
- Trainingsplan für Vielseitigkeitspferde
- Trainingsplan für Springpferde
- Trainingsplan für Dressurpferde (E bis A)
- Trainingsplan für Dressurpferde (L)
- Trainingsplan für Dressurpferde (M bis Grand Prix)
- Trainingsplan für Gangpferde
- Trainingsplan für mehr Takt beim Dreigänger
- Trainingsplan für Distanzpferde
- Trainingsplan für Fahrpferde

Danksagung



Rückentext des Buches:

Mit der Dual-Aktivierung bekommen Sie den direkten Draht zum Pferdehirn: Ohne missverständliche Hilfen können Sie Ihrem Pferd erklären, dass es nicht scheuen soll, wie es schneller Dressur-Lektionen lernt, sich ausbalanciert und gerade richtet, beim Schmied stillsteht oder seine Bewegungen besser koordiniert.

Dabei setzt die Dual-Aktivierung auf die Farben, die Pferde am besten sehen: Gelb und Blau. Dual-Aktivierung hilft dem Pferd, Rechts-Links-Reize besser zu verarbeiten. Sie trainiert mit durchdachten Übungen jedes Pferd optimal und zeigt neue Lösungen für alte Probleme.

Dieses Buch bietet die umfassende Anleitung zur Dual-Aktivierung von der Bodenarbeit bis zu Übungen im Sattel. Überzeugen Sie sich vom Kommentar eines Pferdebesitzers: "Die Dual-Aktivierung ist genial einfach – und einfach genial."

Die Dual-Aktivierung

  • fördert die Koordination
  • aktiviert die Hinterhand
  • läßt die Pferde besser untertreten
  • verbessert die Balance
  • trainiert Rücken- und Bauchmuskulatur
  • löst Verhaltensprobleme

Michael Geitner ist Pferdetrainer und bietet auf seiner Reitanlage im bayerischen Rechtmehring Kurse, die jedes Pferd in seiner Rittigkeit und in seinem Verhalten verbessern. Mit seiner Methode "Be strict" eröffnete er Reitern und Pferdebesitzern ein neues Verständnis für den Umgang und die Arbeit mit ihren Vierbeinern. Seine Bücher "Be strict - Denken wie ein Pferd" und "Be strict - im Sattel. Mit Konsequenz zum sicheren Pferd" sind mittlerweile Bestseller. Die Dual-Aktivierung ist die konsequente Weiterentwicklung von "Be strict".



Pressestimmen

"Das Buch ist ein echter Wissens-Schmöker. Es gibt Denkanstöße, sorgt für Aha-Erlebnisse und verlockt dazu, sofort mit der Arbeit zu beginnen." (Cavallo, 01/2006)



» Müller-Rüschlikon





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W. Popken im Fenster
Selbstportrait 08/2004
 
 
Meine Meinung zu dem Buch:
von   Werner Popken

Michael Geitner weiß, wie man es macht. Er hat sich selbst zum Markenzeichen entwickelt. Wenn man bei Google seinen Namen eingibt, erscheint seine Seite auch ohne Anführungsstriche sofort und zweimal: Zuerst sein Club, und dann er selbst. Insgesamt gibt Google fast eine halbe Million Ergebnisse - und Amazon ist natürlich dabei, sowohl bei der normalen Suche als auch im Anzeigenteil. Peinlich, daß die Werbeabteilung von Amazon ihr eigenes Lager nicht kennt - aber wenn man bei Amazon nach Geitner sucht, findet man sogar vier Bücher.

Klaus Ferdinand Hempfling ist demgegenüber weit abgeschlagen. Dabei galt Hempfling doch immer als derjenige, der virtuos manipulierend mit den Medien umgehen kann, den die Frauen lieben, der alle verrückt macht. Angeblich will Amazon fünf Bücher von ihm haben, aber wenn man die Probe aufs Exempel macht, erlebt man sein blaues Wunder. Neun Suchergebnisse bringt Amazon, acht davon in englischer Sprache, dazu den vergriffenen Kalender auf Deutsch. Wie peinlich! Wie konnte Amazon so groß werden, fragt man sich bei diesen Fehlleistungen?

Befragen wir einmal Google, wie populär Heinz Welz ist: Auch der hat Hempfling weit überrundet, ist aber nur halb so populär wie Geitner, und Amazon weiß überhaupt nicht, was am Lager ist, behauptet aber immerhin schon mal, etwas zu haben. Mich wundert, daß eBay nicht mit von der Partie ist. Sonst behaupten die doch immer, man könne alles, aber auch wirklich alles bei ihnen kaufen. Warum kann man Geitner, Hempfling und Welz nicht bei eBay haben? Natürlich nicht die Personen, die Bücher - was dachten Sie denn?

Meine Abfrage ist natürlich unpräzise und könnte damit extrem verfälschte Resultate liefern. Google findet auch alle Seiten auf denen " Michael Meyer" und "Wilfried Geitner" erwähnt werden - nur so als Beispiel, ich weiß gar nicht, ob es diese Leute gibt. Wenn man wissen will, wie populär diese Autoren sind, muß man die Namen natürlich in Anführungszeichen setzen. Aber auch bei dieser schärferen Probe ergibt sich dasselbe Bild:

Geitner Welz Hempfling

50.300

9.670

28.500


Geitner ist also Platzhirsch, Hempfling liegt klar vor Welz - wäre ja auch verwunderlich, bei dem Wirbel, den er weltweit ausgelöst hat! Google findet übrigens als erste Seite zu Hempfling nicht seine eigene, sondern den Warnungstext zum Pferdeschamanen - nicht schön für Hempfling. Aber vermutlich kümmert ihn das alles nicht mehr. Der war wahrscheinlich nie daran interessiert, die Medien für sich einzusetzen, wie alle vermutet haben, er war einfach nur medienwirksam, schick, attraktiv.

Das kann man von Geitner so nicht behaupten. Er geht gut als Bayer durch und wirkt auch durchaus sympathisch, aber der erhobene Zeigefinger auf einem seiner Bücher wäre mit Hempfling nicht zu machen gewesen - verstehen Sie, wie ich das meine? Heinz Welz ist in Sachen Marketing sicher auch kein Waisenknabe, trotzdem kommt er an Geitner einfach nicht ran. Wie kann man sich das erklären? Eine weitere Suche mit "Claus Penquitt" ergab einen Popularitätslevel von 16.400 und 9 Anzeigen! Interessant! Auch hier: Geitner ist dreimal populärer, obwohl Penquitt schon viel länger im Rennen ist.

Sie mögen diese Betrachtung als unerheblich einschätzen, aber das ist sie nicht. Im Gegenteil, sie ist sehr aussagekräftig, denn diese Werte können nicht manipuliert werden. Sie ergeben sich durch Querverlinkungen und Erwähnungen, geben also sozusagen die Reaktion des Marktes wieder. Der Markt sagt: Geitner ist ein Begriff, mit Geitner setzt man sich auseinander, durch Geitner läßt man sich fördern. Noch ein Versuch: "Monty Roberts" liefert 478.000 Einträge und 4 Anzeigen. Gegen den ist Geitner selber ein Waisenknabe.

Monty Roberts steht durchaus in einer Beziehung zu Geitner, oder besser Geitner zu Roberts. Mir geht das Bild nicht aus dem Kopf, das Michael Geitner direkt hinter Monty Roberts zeigt, als Titelbild der Cavallo. Michael Geitner als deutscher Statthalter von Monty Roberts. Daraus ist bekanntlich nichts geworden, aber die Förderung durch die Cavallo, die ja ihrerseits wiederum mit dem Verlag Müller Rüschlikon verbunden ist, hat sicherlich zur Erfolgsstory von Michael Geitner beigetragen, genauso wie die Entwicklung des Markenzeichens "Be strict", das es wirklich zu einem Markenzeichen gebracht hat, während das "Join up®" von Monty Roberts eher mitleidig belächelt wird. Seine deutscher Statthalterin ist, wenn ich das richtig sehe, bei Funk und Fernsehen sehr beliebt, aber weniger in der Szene. Michael Geitner hat es dort zu Starstatus gebracht mit einem eigenen Fanclub. Auch das nenne ich exzellentes Marketing.

Nun also die Dual-Aktivierung. Wieder so ein Begriff, der ganz wunderbar auf der Zunge zergeht, der sich ganz automatisch im Kopf verankert, der genau das ausdrückt, wofür er steht - einfach genial! Michael Geitner ist in seinem Vorwort ganz offen:

Dual-Aktivierung ist Gehirngymnastik für Pferde. Wer es nicht live gesehen und nicht selber ausprobiert hat, der wird kaum glauben, daß eine Fahne, Pylonen, gelbblaue Schläuche und dazu kombinierte Übungen beim Pferd so viel bewirken. Dabei ist die Dual-Aktivierung nichts Neues: Sie basiert auf Beobachtungen und Trainingstechniken, die schon lange bekannt sind - etwa das Problem der natürlichen Schiefe beim Pferd oder die Erfahrung, daß Pferden grundsätzlich alles von rechts und von links beigebracht werden muß, weil sie es nicht automatisch auf die andere Körperhälfte übertragen. Neu ist aber die Systematik, die hinter diesem Training steckt.

Neu sind auch die verblüffend schnellen Änderungen im Körper und im Verhalten des Pferds; positive Veränderungen, die mich anfangs immer wieder erstaunten.

Nach einer Erprobungsphase stellte ich mit den genannten Hilfsmitteln eine Handvoll Übungen zusammen, die bei Pferden die Konzentration verbessern und sogar bei Problemen wie scheuen, beißen oder steigen helfen.

Aber wie funktioniert der direkte Draht zum Pferdehirn? Grundidee war für mich, die Behauptung zu hinterfragen, daß man mit einem Pferd von beiden Seiten trainieren muß. Mir war aufgefallen, daß Pferde stets eins ihrer Augen bevorzugen. In der Regel ist es das Rechte, mit dem sie alle gefährlichen Situationen einzuschätzen versuchen, auch wenn die Gefahr von rechts kommt. Folglich wird nur die dem rechten Auge zugeordnete linke Gehirnhälfte angesprochen - die linke Gehirnhälfte liegt quasi brach, weil das Pferd nicht mit dem rechten Auge schaut. Deshalb versuchte ich ein Trainingssystem zu entwickeln, welches das Pferd dazu bringt, auch mit seinem ungeübten linken Auge zuschauen, wodurch beide Gehirnhälften stärker aktiviert werden.

An Trainingspferden stellte ich verblüfft fest, daß scheinbar banale Übungen viele Ausbildungsschritte sparen: Statt am Halfter zu rucken, um das Pferd aufmerksam zu machen, wird es nun durch das Bewegen einer Fahne hellwach; der erste Schritt der Aktivierung. Ich setzte die Pferde ständig wechselnden Reizen aus, um im Pferdehirn die Rechts-Links-Koordination anzuregen. Bissigen, aggressiven Korrekturpferden flößt die Fahne genug Respekt ein, um nicht zuzubeißen. Sie achten auf mich und arbeiten fleißig mit. Das Pferd muß dabei ständig vom rechten Auge zum linken und zurück wechseln. Dadurch muß es in schneller Folge Reize mit beiden Gehirnhälften verarbeiten. Diese Aktivierung bringt das Pferd dazu, bewußter zu schauen, Reize gelassener zu verarbeiten und schneller zu lernen.
a.a.O., Seite 8/9

Hätte ich dies in einer Buchhandlung gelesen, wäre die Sache für mich klar: Das Buch muß ich haben, das ist sein Geld wert, mit dieser Technik will ich mich auseinandersetzen. Geitner offenbart sich hier als praktisch arbeitender Wissenschaftler oder wissenschaftlich arbeitender Praktiker, also als jemand, der zugleich wissen und anwenden will, der Fragen stellt und Übungen entwickelt, Experimente gewissermaßen, die dann gleich in Rezepte umgewandelt werden, die man Leuten in die Hand drücken kann, die nicht über die Erfahrung und die Zeit verfügen, die ein Mann wie Michael Geitner mitbringt.

Auf Seite 12 erzählt Geitner, wie er gewissermaßen durch Zufall in diese Richtung gestoßen wurde. Er nennt das Ganze eine "Kettenreaktion ungeahnten Ausmaßes". Sie wurde ausgelöst durch einen Tierarzt, der seine Pferde zur Korrektur ablieferte. In der Folge ergab sich für Geitner der Kontakt zur Wissenschaft und zur Universität München. Die ersten Seiten sind dem Farbsehen und der Unschärfe des Pferdesehens gewidmet. Geitner schlachtet die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft aus und zieht die entsprechenden Konsequenzen für seine Aufgaben. Die blauen und gelben Farben für die Hindernisse helfen den Pferden, sich zu koordinieren, zu konzentrieren und auszubalancieren. Sein Ziel ist dabei durchaus auch die Leistungssteigerung von Sportpferden durch den gezielten Einsatz seiner Technik.

Dazu hat er in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Fachleuten Trainingspläne für die verschiedenen sportlichen Disziplinen entwickelt. Im Nachwort zählt er eine ganze Reihe von Freunden und Kollegen auf, die ihm bei der Entwicklung seines Systems geholfen haben. Eine davon ist Kiki Kaltwasser, die den Text des Buches geschrieben hat - wie bitte? Die Fotos sind von der Cavallo beigesteuert worden. Auch das gehört zum Erfolg: Andere für sich arbeiten zu lassen, selber aber die Meriten einzustreichen. Frau Kaltwasser erscheint nur im Kleingedruckten und im Nachwort. Dabei hat sie doch selbst schon einen Namen.

Allmählich habe ich eine Vermutung, warum Michael Geitner so populär ist. Mir scheint, daß Geitner eine umgängliche Person ist, die wach auf ihre Umwelt reagiert, begeisterungsfähig und lernfähig ist und durch ihre offene Art die Menschen erreichen und für sich einsetzen kann. Nun ist das schon ziemlich viel - aber die Entdeckung der Zusammenhänge und die Entwicklung der Techniken, die in diesem Buch vorgestellt werden, sind natürlich ein Geschenk im Leben eines Menschen, mit dem man nicht rechnen kann. Die Begeisterung über diesen neuen Entwicklungen ist daher verständlich und gibt zu größten Hoffnungen Anlaß.

Man darf gespannt sein, wie man in 10 oder 20 Jahren auf diese Neuerungen zurückblicken wird, wenn die Szene sich lange genug damit auseinandergesetzt hat. Vom Glanz eines Monty Roberts ist nicht mehr viel geblieben, Klaus Ferdinand Hempfling ist extrem gerupft, Heinz Welz hat vermutlich wenig Ambitionen in Bezug auf die Sportszene. Michael Geitner zeigt da wenig Berührungsängste, im Gegenteil, die Empfehlungsschreiben, die in der Mitte des Buches abgedruckt sind, beweisen nicht nur einmal mehr sein Marketingtalent, sondern auch sein Interesse, von diesen Kreisen ernstgenommen zu werden und sie umgekehrt für seine Zwecke einzusetzen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Nicht nur habe ich nichts gegen Marketing, sondern Marketing ist meiner Meinung nach sogar ganz wesentlich. Wenn einer etwas zu sagen hat und keiner will es hören oder hat noch nicht einmal die Gelegenheit, davon Kenntnis zu bekommen, ist niemandem gedient. Wer eine Botschaft hat, muß diese auch verkaufen, sonst ist sie so gut wie nie gewesen. Jedenfalls kurzfristig gesehen. Die Zeit korrigiert nämlich nicht nur Überschätzungen, sondern auch anfänglichen Mißerfolg - sonst wäre ja zum Beispiel aus Vincent van Gogh nie etwas geworden. Was in der Welt ist, wirkt, und die Wirkung kann von niemandem dauerhaft beeinflußt werden. Zwar kann beispielsweise die Cavallo und der Verlag Müller Rüschlikon Geitner stark fördern und damit auch für eine gewisse Zeit gute Erfolge erzielen, zum Beispiel einen großen Bekanntheitsgrad im Internet, wie ich den zu Anfang feststellen konnte. Letzten Endes wird sich aber die Sache selbst bewähren müssen.

Das Fazit dieses Buches ist: Hier wird eine Methode vermittelt, mit der man das, was man möchte, schneller und sicherer und mit größerem Erfolg erreichen kann. Das behaupten viele, das ist geradezu eine Standardbehauptung. In diesem Fall könnte ich mir vorstellen, daß eine kritische Masse sich mit den Methoden schon allein deshalb beschäftigt, weil man etwas kaufen kann: Die Hilfsmittel nämlich, bei Krämer. Man kauft ja so gerne, deshalb gehört zu einem guten System auch ein entsprechendes Paket Verkaufswaren. Und wenn man erstmal die Hilfsmittel hat, macht man auch die Übungen, und wenn man die Übungen macht, wird man Erfolge haben. Dann identifiziert man sich mit dem System, schwärmt davon und betreibt auf diese Weise kostenloses, höchst wirksames Marketing für den Systeminhaber. So läuft das, aber das sind ganz allgemeine Mechanismen, die an der Sache selbst nichts ändern. Für Michael Geitner ist das System verblüffend, und das glaube ich ihm. Also dürfte es für die Käufer genauso funktionieren, denn nichts spricht dagegen, daß sie diese Methode ähnlich gut beherrschen lernen wie er selbst. Und damit das auch gut und sicher so funktioniert, bildet er selber wieder Trainer aus; Kiki Kaltwasser zum Beispiel. So soll und muß es wohl funktionieren.

Übrigens hat das alles auch etwas mit uns Menschen zu tun. Auch wir sind keineswegs symmetrisch und müssen oder sollten dual aktiviert werden. Aber das ist eine andere Geschichte.


erschienen 12.02.06




Geitner, Michael

Dual-Aktivierung


160 Seiten, 1 sw-Abbildungen, 150 Farbabbildungen, 4 Zeichnungen, gebunden
Cham, 2005 · Müller Rüschlikon
ISBN 9783275015399


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