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Bericht Zum Thema Hufpflege · Tip: Zucht mit Freizeitpferden VII
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Heidi Keppel
 
 
Zucht mit Freizeitpferden
Teil 7
Von   Heidi Keppel

In meinem letzten Tipp habe ich bereits angesprochen, dass eine natürliche und gesunde Haltung für eine trächtige Stute besonders wichtig ist, damit sich das in ihr heranwachsende Fohlen gut entwickeln kann und die Geburt erleichtert wird. Wie allerdings die optimale Haltung aussieht, hängt unter anderem auch von den individuellen Bedürfnissen der Stute und den örtlichen Gegebenheiten ab, und kann deshalb keineswegs nach starren Richtlinien festgelegt werden.

Viel frische Luft und ausreichend freie Bewegungsmöglichkeit sind die wichtigsten Anforderungen, die zum Wohle der Stute und des Fohlens unbedingt erfüllt werden sollten, doch ansonsten können die erforderlichen Haltungsbedingungen durchaus gewaltig variieren. Selbstverständlich gibt es auch viele Stuten, die unter miserablen Umständen gesunde und kräftige Fohlen ohne Probleme gebären und großziehen, aber an solchen Beispielen sollte sich ein echter Pferdefreund schon aus tierschützerischen Gründen nicht orientieren.

Deshalb möchte ich hier auch die reine Stall- oder gar Anbindehaltung nicht erwähnen, denn diese sollte eigentlich keinem Pferd mehr angetan werden und schon gar nicht einer trächtigen oder säugenden Mutterstute. Im Bereich von kombinierter Stall- und Auslaufhaltung oder auch Offenstall- bzw. Weidehaltung gibt es aber verschiedenste Varianten, die für eine trächtige Stute in Frage kommen. Jede dieser Möglichkeiten hat ihre Vor- und Nachteile und eignet sich auch somit nicht für jedes Tier.

Reine Weidehaltung etwa ist zwar auf den ersten Blick betrachtet die natürlichste aller Pferdehaltungsformen, aber sie birgt doch einige Gefahren, die man als Besitzer einer trächtigen Stute nicht unterschätzen sollte. Vor allem auf die Größe und Art des Herdenverbandes sollte unbedingt geachtet werden, wenn man die Stute vor unnötigem Leid bewahren und sie gesund erhalten möchte.

Befinden sich nur wenige und ebenfalls trächtige Stuten gemeinsam in der Herde, so sind keine größeren Schwierigkeiten zu erwarten, werden aber auch nicht trächtige Stuten oder gar Wallache mit Hengstmanieren auf der gleichen Weide gehalten, so kann dies sehr wohl Probleme mit sich bringen, weil diese Tiere oft dazu neigen, trächtige Stuten ständig durch die Gegend zu scheuchen und auch böswillig zu attackieren. Dabei kann dann durchaus die eine oder andere Verletzung entstehen, aber abgesehen davon ist auch die daraus entstehende nervliche Belastung der Stute keineswegs eine ideale Voraussetzung für die optimale Entwicklung des Fötus und für eine problemlose Geburt.

Gerade bei Stuten, die während der Trächtigkeit einem solchen Dauerstress ausgesetzt sind, kommt es sehr häufig zu Schwergeburten, und auch die Fohlen zeigen meist vom ersten Lebenstag an eine übertriebene Ängstlichkeit und Nervosität, weil genau wie bei uns Menschen auch das ungeborene Fohlen bereits von den Gefühlen seiner Mutter mitgeprägt wird. Deshalb sollte einer trächtigen Stute ein möglichst harmonisches und unbeschwertes Leben geboten werden, was bei einer reinen Weidehaltung aber auch aus anderen Gründen oft nicht so leicht realisierbar ist, denn schließlich ist die Stute dabei bezüglich Futter- und Schutzsuche mehr oder weniger auf sich alleine gestellt.

Auf jeden Fall ist es daher sehr wichtig, darauf zu achten, dass die Weide optimale Schutzmöglichkeiten bietet, also idealerweise mehrere geräumige Unterstände (vor allem bei unverträglichen Tieren müssen immer ausreichend Ausweichmöglichkeiten vorhanden sein), und dass das Futterangebot den Anforderungen einer trächtigen Stute gerecht wird. Eine trächtige Stute auf eine ungeschützte und karge Weide zu stellen, hat jedenfalls nichts mit natürlicher, gesunder Haltung zu tun, sondern ist einfach nur eine grobe Vernachlässigung.

Ein ebenfalls wichtiger gesundheitlicher Aspekt, der in diesem Zusammenhang oft übersehen wird, ist die starke Verwurmungs- und Ansteckungsgefahr, der eine trächtige Stute innerhalb einer größeren Herde ausgesetzt ist. Vor allem dann, wenn Pferde unterschiedlichster Altersgruppen und aus den verschiedensten Haltungsformen zusammengewürfelt werden, finden sich meist auch jede Menge Ansteckungsmöglichkeiten, die aber gerade für eine trächtige Stute und ihr ungeborenes Fohlen eine große Gefahr bedeuten können. Schon aus diesem Grund ist es empfehlenswert, trächtige Stuten nur mit solchen Pferden auf eine Weide zu stellen, zu denen sie auch schon in den Wintermonaten davor regelmäßigen Kontakt hatten.

Handelt es sich bei der Stute nicht um ein Robustpferd, sondern um ein eher empfindliches Tier, dann würde ich aber ganz besonders während der Trächtigkeit von der Umstellung auf Weidehaltung eher abraten, da diese in den meisten Fällen mehr körperlichen und seelischen Stress als Nutzen bringt, insbesondere dann, wenn dieses Tier niemals zuvor auf einer Weide war. Die Stute mit dieser vermeintlich optimalen Haltung zwangsbeglücken zu wollen, ist in solchen Fällen nicht unbedingt die beste Idee. Andere Haltungsformen, die der Stute unter anderem mehr Sicherheit bieten, eignen sich da bei weitem besser, doch davon mehr in meinem nächsten Tipp.




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