
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | Meine Meinung zu dem Buch: von › Werner Popken
Wußten Sie, daß es eine Domain › Hufrehe.de gibt? Das Forum dort hat schon 25.000 Beiträge, im Durchschnitt 35 am Tag. Das Thema scheint dringend. Hufrehe wird hier als Stoffwechselkrankheit bezeichnet.
Der Betreiber scheint auch den entsprechenden Beitrag in der Wikipedia verfaßt zu haben (» Hufrehe), denn die Gliederung ist identisch; auf eine Überprüfung im einzelnen habe ich freilich verzichtet.
Den Beitrag der Wikipedia habe ich einigermaßen überflogen. Mir ist dabei ziemlich schlecht geworden. Ich mußte immer an die Pferde denken, die so furchtbare Schmerzen haben. Die fallen nun in die Hände der Fachleute. Denn Fachleute müssen unbedingt her, gleich zwei, nämlich der Tierarzt und der Hufschmied. Ohne Hufschmied kann ein Pferd bekanntlich nicht leben. Die erste Maßnahme besteht dann möglicherweise darin, die Hufeisen abzunehmen. Also hat das Pferd Hufeisen dran, sonst könnte man sie ja nicht abnehmen. Dann kriegt es wieder welche draufgenagelt. Zur Therapie.
Der Tierarzt und der Hufschmied könnten sich in die Wolle kriegen. Wenn ich zwei Hufschmiede bestelle, werden die sich mit Sicherheit streiten. Deshalb wurde mir ja so schlecht. Dieser Text will einerseits glauben machen, daß die Wissenschaft und die Praxis, also die Tierärzte und die Hufschmiede, sowie die diversen Autoren, von denen man von vornherein ja meist nicht weiß, welche Qualifikationen sie haben, die Krankheit vollständig verstanden haben.
Deshalb wird kilometerlang genau beschrieben, was passiert, so daß dem armen Leser (also mir) arg schwindelig wird, hat er doch den Eindruck, daß er all diese medizinischen und technischen Vorgänge aufgrund der Schilderung verstehen können muß. Allerdings verwundert schon, daß die Sache so unglaublich vielfältig ist und die unterschiedlichsten Ursachen zum selben Symptom führen sollen.
Gänzlich unheimlich wurde mir bei der Therapie. Da werden nämlich völlig entgegengesetzte Wege eingeschlagen und die Hypothesen der anderen Richtungen jeweils widerlegt. Was denn nun? Trachten kürzen oder verlängern? Könnte es sein, das hier keiner durchblickt? Könnte es sein, daß alle nur herumprobieren, um nicht zu sagen: herumpfuschen?
Haben Sie sich mal damit beschäftigt, was die Mediziner vor ein paar hundert Jahren behauptet haben? Das waren ja nicht nur irgendwelche Geschichten, die haben Leute behandelt. Zum Beispiel gnadenlos zur Ader gelassen. Wissen Sie, wie man sich fühlt, wenn man einen sehr großen Blutverlust erlitten hat? Das war ärztliche Kunst, da biß die Maus keinen Faden ab! Diesen Fachleuten konnte man nicht beikommen.
Nehmen wir einmal an, mein Pferd hat Hufrehe. Was tue ich da? Soll ich mich jetzt in diese ganzen widersprechenden Theorien einarbeiten und auf eigene Faust herausfinden, wer Recht hat? Unmöglich! Außerdem klingen einige Behandlungsmethoden wirklich sehr übel und ich kann mir nicht vorstellen, daß ich die der Reihe nach ausprobieren möchte. Mit anderen Worten: Dieses Mal hat mich die Wikipedia enttäuscht.
Natürlich wurden alle möglichen Namen gehandelt, die ohnehin im Gespräch sind. Wer ein Buch geschrieben hat, muß ja Experte sein, also kann man ihn zitieren. Und wieder warte ich darauf, daß ein bestimmter Name fällt, der in diesem Zusammenhang unbedingt genannt werden muß, aber er fällt nicht.
Ich bin aber schon gleich zu Anfang sehr mißtrauisch geworden. Da wird zum Beispiel behauptet:
| Marschrehe oder traumatische Rehe
wird ausgelöst von langem Laufen auf harten Böden, z.B. bei Distanzritten, langen Ausritten, längeren Galloppaden auf hartem Untergrund, beim Durchgehen des Pferdes auf Straße oder Asphalt und längeren Transporten. Dabei kommt es zu schweren Traumen und Erschütterungen. Bei unbeschlagenen Pferden wird auch die Abreibung des Hufrückens bis zur Freilegung des Hufbeines beschrieben. a.a.O. | | |
Donnerwetter! Angeblich soll es doch eine Stoffwechselkrankheit sein! Jetzt kommt es vom Laufen! Ein Lauftier wird vom Laufen krank! Nun könnte man ja annehmen, daß das Laufen auf harten Böden, was den Pferden in der freien Wildbahn bekanntlich keinerlei Probleme bereitet, durch die Eisen, die hierzulande üblich sind, dermaßen erschwert wird, daß dadurch in irgendeiner Weise irgend etwas ausgelöst wird, was den Pferden Beschwer bereitet. Stichwort: Erschütterungen. Aber nein: Bei unbeschlagenen Pferden ist es noch viel schlimmer! Um Gottes willen - sofort die Eisen aufziehen!
Schließlich kommt das Thema Futter. Robustpferde können das gute Futter bei uns nicht vertragen. Man darf die Pferde im Frühjahr nur langsam an die Weide gewöhnen. Und so weiter und so fort, man hat das alles schon gehört. Für jede Meinung gibt es einen Fachmann, den man auch zitieren kann, und zum Schluß ist man verwirrter als zuvor. Die Fachleute bekämpfen einander, und die Wikipedia käut alles wieder. Nun will die Wikipedia nicht die Wahrheit für sich beanspruchen, sie will nur wiedergeben, was allgemein für richtig gehalten wird. Sie will einen neutralen Standpunkt einnehmen. Wir dürfen also annehmen, daß dies dem Stand der Dinge entspricht.
Etwa in der Mitte des Textes findet sich das, wonach ich gesucht hatte:
| Die Barhufbearbeitung nach Strasser Die Hufheilpraktiker bilden sicher eine der umstrittensten Formen der Hufbearbeiter. Da sie der Meinung sind, dass die heutige Hufbearbeitung eine unphysiologische Form des Hufes, und damit Hufprobleme durch zu steil gestellte oder zu steil werden gelassene Hufe und deren Beschlagen verursacht, haben sie eigene anatomische Studien, bevorzugt an den Hufen wildlebender Pferde durchgeführt. a.a.O. | | |
Aha, hier soll also die Barhufbearbeitung nach Strasser neutral geschildert werden. Tatsächlich wird aber als sicher hingestellt, daß diese Methode die am meisten umstrittene ist, womit sie selbstverständlich einen negativen Anstrich bekommt. Diese Leute haben auch nur eine Meinung, und wegen dieser Meinung haben sie eigene anatomische Studien durchgeführt, bevorzugt an den Hufen wildlebender Pferde, was mit unseren Pferden natürlich nichts zu tun hat. Komische Leute, das!
Und jetzt möchte man erfahren, was diese Leute herausgefunden haben. Das erfährt man aber nicht, statt dessen wird in einem Absatz, der genau dreimal so umfangreich ist wie dieser an sich schon diffamierende einleitende Text, "Jochen Biernat und Constance Rasch" zitiert (richtig: Konstanze), damit diese den Ansatz Strasser kritisieren können. Nun frage ich mich: Was treibt den Autor dieser "Aufklärung" dazu, so gegen die Grundsätze der Wikipedia zu arbeiten? Wo sind die Hüter der enzyklopädischen Grundsätze, damit sie hier nach dem Rechten schauen?
Konsequenterweise werden alle Autoren mit ihren Publikationen zitiert, nur nicht Frau Dr. Straßer. Zum Schluß gibt es noch eine Literaturliste, die ich kurzerhand bearbeitet habe, indem ich das hier zu besprechende Buch hinzugefügt habe. Das ist ja wohl das mindeste! Anscheinend gibt es (siehe Frequenz des Forums) einen enormen Leidensdruck, und diejenigen, deren Pferde mit Hufrehe geschlagen sind, sollten wenigstens wissen, daß es dieses Buch gibt. Kaufen und lesen müssen sie es ja nicht, aber sie könnten es tun und sich selbst davon überzeugen, welche Wirkung die Lektüre auf sie hat.
Die Lektüre der Bücher von Frau Dr. Straßer hat auf mich immer eine sehr beruhigende und heilsame Wirkung. Sie schreibt als Wissenschaftlerin, zurückhaltend, fundiert, argumentativ, überlegt, logisch. Selbstverständlich kann ich nicht beurteilen, ob das, was sie schreibt, korrekt ist. Wie könnte ich das? Ich habe noch nie ein Pferd mit Hufrehe gehabt, sie aber schon jede Menge. Ich habe mich lediglich als Halter mit Pferden beschäftigt, sie ist Tierärztin.
Sie schreibt aber ein Buch, das heißt: sie hat etwas zu sagen, sie möchte es den Lesern vermitteln, und ich möchte etwas lernen. Beides gelingt. Ich zitiere aus dem Vorwort:
| Es ist möglich, Hofbeinrotation und Hufbeindurchbruch oder andere Probleme dauerhaft und endgültig zu heilen, wenn die Gesetze der Physik und die bekannten Eigenschaften und Fähigkeiten der beteiligten Gewebe berücksichtigt werden.
Im deutschen wie im englischen Sprachraum tauchen immer neue Bücher über Hufrehe beziehungsweise Laminitis auf, die keine neuen Heilungsmethoden vorstellen, sondern nur die schrecklichen Symptome in immer drastischeren Bildern darstellen und beschreiben und die ungeeigneten Behandlungsmethoden erläutern, die das Pferd oft jahrelang quälen und am Ende doch nur die Tötung übrigbleibt.
Die Autorin hofft, mit diesem Buch verantwortungsbewußten Pferdehaltern eine Orientierung geben zu können, wie die Pferde sowohl von dem akuten Leiden befreit und mittels bessere Lebensbedingungen Besonderheiten werden können.
Zum Verständnis dieses Buches über Hufrehe ist es hilfreich, das Buch "Gesunde Hufe ohne Beschlag" der Autorin vorab zu lesen. Darin wird die Anatomie des Hufes und deren Zusammenspiel mit dem Gesamtorganismus beschrieben. a.a.O., Seite 9 | | |
Das klingt hoffnungsvoll. Hier scheint jemand mehr zu wissen als andere Leute. Aber nicht nur mehr, sondern das Richtige. Es geht darum, die Pferde zu heilen. So einfach ist das. Wer heilt, hat recht. Ein geheiltes Pferd braucht leider keinen Tierarzt mehr, das ist nun mal der Grundkonflikt unserer medizinischen Versorgung. Besser wäre es, das Gesundheitswesen würde von Krankheit auf Gesundheit umgestellt werden. Das Honorar fließt, wenn der Patient gesund ist, und versiegt, wenn er krank wird. Das wäre sinnvoll. So regelt man überall die Prozesse, nur nicht im Gesundheitswesen. Man fördert das, was man haben möchte, und bestraft das, was man nicht haben möchte.
Das nur am Rande. Die Autorin betont, daß ihre Ausführungen auch für Laien verständlich sein sollen. Für mich traf das immer zu. Ich hatte nie Verständnisschwierigkeiten. Im Gegenteil, ich habe die Ausführungen immer genossen. Ich will es Ihnen noch einmal vorführen und nehme dazu einfach die nächste Seite:
| Was versteht man landläufig unter "Hufrehe" oder "Laminitis"?
Hufrehe ist eine der am meisten gefürchteten Krankheiten bei Pferden.
Sie geht mit erheblicher Lahmheit einher. Das Tier ist also nicht reitbar.
Bezeichnenderweise gab es diese Krankheit nicht im Altertum (weder bei den Hethitern noch bei Xenophon erwähnt) und wurde erst nach Einführung von Käfighaltung und Hufbeschlag erwähnt.
Deshalb können wir vermuten, daß es sich um eine "Zivilisationskrankheit" handelt.
Es gibt auch Experten, die behaupten, daß es eine Erb- oder Degenerationskrankheit sei.
Man versteht unter "Hufrehe" eine bestimmte Art von Lahmheit, die ihre Ursache in den Hufen hat.
Natürlich gibt es eine ganze Menge Erkrankungen des Bewegungsapparates, die mit Lahmheit einhergehen, aber nicht als "Hufrehe" zu bezeichnen sind.
Es gibt auch sichtbare Veränderungen an der Hufform, die nicht durch akute Hufrehe initiiert wurden und die zunächst nicht von Lahmheit begleitet sind, aber unausweichlich eines Tages Lahmheiten zur Folge haben werden.
Es ist also nicht so, daß man jede Lahmheit, die ihre Ursache in den Hufen hat, als "Hufrehe" bezeichnet, oder deformierte Hufe als "Rehehufe".
Landläufig verstehen die Pferdehalter darunter eine Art Steifheit, eine verkrampfte Körperhaltung mit vorgestreckten Vorderbeinen, untergeschobenen Hinterbeinen und generelle Bewilligungsunwilligkeit des Tieres (Abbildung 1).
Im englischen Sprachraum spricht man bei der Erkrankung, die wir im Deutschen als "Hufrehe" bezeichnen von "Laminitis", also Entzündung der Lamina, der Lamellenlederhaut, in schweren Fällen von "Founder".
Damit ist die Krankheit mehr eingeschränkt als in der deutschen Sprache, wo "Rehe" von dem altdeutschen Wort "Rähe" = Steifheit, herzuleiten ist. Das zeigt uns auch, daß früher die Hufrehe an beiden Vorderhufen oder allen vier Füßen auftrat, was dann zu steifem Gang geführt hat, während einseitige Hufrehe zu Lahmheit und nicht zu allgemeiner Steifheit führt. a.a.O., Seite 11/12 | | |
Diese Passage ist mit dem Bild illustriert, das auch auf den Titel abgebildet ist (siehe oben/unten). Die Sprache ist klar, sie ist einfach, in jedem Absatz werden nur wenige Schlußfolgerungen gezogen, jeder Satz fügt ein Steinchen hinzu, Absatz für Absatz, Seite für Seite, Kapitel für Kapitel wird der Leser in die Thematik eingeführt, unterstützt von vorzüglichen Fotografien und Zeichnungen.
Mir als nicht betroffenem Laien wird es schnell zu komplex, aber niemals wird mir schlecht, im Gegenteil, ich habe immer das Gefühl, daß hier jemand spricht, der weiß, wovon er redet. Nach dem Vorwort und der allgemeinen Begriffsklärung wird die Entwicklung vom akuten zum chronischen Zustand beschrieben, anschließend die Auswirkungen auf den Gesamtorganismus. Auf Seite 81 beginnt die Diskussion der Ursachen und Vorbeugemöglichkeiten, Seite 109 ist "Maßnahmen und Heilungsaussichten" betitelt und das letzte Kapitel heißt "Stellungnahme zu heute üblichen Praktiken der Rehebehandlung". Es folgt eine Zusammenfassung, ein Nachwort, eine Abbildungsverzeichnis, ein Literaturnachweis und eine Seite über die Autorin.
Blicken wir noch mal kurz zu dem Ursachen und Vorbeugemöglichkeiten:
| Man kann sich vor einer Gefahr nur dann schützen oder sie verhindern, wenn man sie kennt. Dazu gehört auch das Wissen um deren Entstehung und um die Umstände, die sie entstehen lassen.
Nach Meinung der Autorin ist es nicht das Gras, was die Pferde krank macht! Gras ist für alle Equiden das Grundnahrungsmittel. Es kann nicht sein, daß sie davon krank werden, wenn sie vorher gesund waren! Allerdings kann bei kranken Stoffwechselvorgängen im Körper jede Nahrung zum "Gift" werden, sobald die durch den Darm aufgenommenen Stoffe falsch weiterverarbeitet werden. In dem Falle wäre dann aber nicht das Gras schuld, sondern der Stoffwechsel, das heißt, man müßte entsprechende Untersuchungen einleiten, um die innere Krankheit zu erkennen und nicht sagen: "mein Pferd wird vom Gras krank, also darf es nicht mehr weiden!", sondern muß herausfinden wo im Pferd das Problem steckt, daß es kein Gras mehr ordnungsgemäß verdauen kann!
Natürlich ist es möglich, daß durch bestimmte Giftstoffe im Boden oder Spritzmittel aus den umgebenden Feldern auch das Gras krank machend wird. Dann würden aber alle Tiere, die in dieser Gegend grasen, erkranken und nicht nur ein bestimmtes! Auch würden Pferde giftiges Gras nicht aufnehmen, es sei denn, sie sind völlig ausgehungert. [...]
Sehr selten entsteht Hufrehe durch Vergiftung mit Giftpflanzen oder giftigen Futtermitteln.
Es kann zwar durch Giftaufnahme zu relativ plötzlichen Kapillarerweiterungen und Austritt von Blutserum kommen, das sich zwischen Corium (Huflederhaut) und Lamellenhorn schiebt und dadurch die Verbindung (Aufhängung) löst (Abbildung 58). Es ist aber sehr selten, daß Pferde sich zur Aufnahme von Giftstoffen gezwungen sehen. Sie haben ein sehr gutes Gespür für Inhaltsstoffe in Pflanzen oder Futtermischungen. Nur wenn sie sehr hungrig sind oder dringend einen bestimmten Stoff benötigen, der in geringer Menge in der Futtermischung oder der Pflanze enthalten ist, wird ein Pferd etwas Giftiges aufnehmen.
Man kann allerdings diesen Sinn der Pferde überlisten, indem man Unbekömmliches, Stoffe, die das Pferd nicht von alleine aufnehmen würde, mit sehr schmackhaften Bestandteilen mischt, zum Beispiel mit Alfalfa (Luzerneheu) oder zuckerhaltigen Stoffen, wie Melasse. Es wird dadurch der giftige Anteil regelrecht maskiert und die Pferde nehmen das auf.
Man kann Pferde auf diese Weise auch zur Aufnahme von zu vielen oder schädlichen Mineralien zwingen, wenn irgend jemand die Idee hat, daß die Tiere unter einem Mineralmangel leiden, ohne daß das im Einzelfall nachgewiesen wäre. Besonders fatal erweisen sich Mineralmischungen, weil der Organismus vielleicht nur eines der fünf Mineralien benötigt, die anderen aber zwangsweise dazubekommt und diese dann den gesamten Haushalt des Organismus durcheinanderbringen.
Es kommt leider vor, daß das angebotene Heu durch Pilzsporen vergiftet ist und die Tiere nichts anderes zu essen bekommen, dann zwingt sie der Hunger, dieses giftige Heu zu essen und es kann dabei als Folge zur Vergiftung und zu Hufrehe kommen.
Es wird auch berichtet, daß Pferde "im Vorbeigehen" giftige Pflanzenteile abgerissen und aufgegessen hätten und davon erkrankt sind. Das ist auch ein Zeichen dafür, daß diese Tiere einen großen Mangel an frischen Nahrungsmitteln hatten und das erste Grüne, was ihnen begegnete, aufgenommen haben, ohne zu prüfen, ob es genießbar ist. Andere erfahrene Pferdehalter berichten, daß Pferde zwischen Eibenbüschen, Liguster und Herbstzeitlosen oder Pflanzen wie Fingerhut leben und niemals auf die Idee kamen, davon zu naschen. Sie hatten eben keine Veranlassung, Gift aufzunehmen! Auch wilde Pferde leben zwischen Giftpflanzen! a.a.O., Seite 81/84 | | |
Wer ein Pferd mit entsprechenden Problemen besitzt, wird natürlicherweise nach Informationen greifen. Sollte dieses Buch in seiner Bibliothek fehlen, empfehle ich unbedingt, diese Lücke zu füllen. Etwas Verheißungsvolleres als die Aussicht, das Pferd endgültig heilen zu können, kann es nicht geben. Das Buch soll selbstverständlich nicht den Eindruck hinterlassen, die Lektüre würde das Pferd schon heilen. Die Lektüre kann aber mit Sicherheit dazu beitragen, die Situation besser zu beurteilen und gegebenenfalls jemand zu Rate zu ziehen, der das Pferd wirklich heilen kann.
Daß es solche Leute gibt, zeigt die Existenz dieses Buches. Man kann die Autorin beim Wort nehmen. Sie betreibt eine Klinik und nimmt Pferde stationär auf. Da sie so umstritten ist, kommen im Regelfall nur hoffnungslose Fälle auf sie zu, Fälle, die von allen anderen Experten aufgegeben worden sind. An diesen harten Nüssen hat sich ihre Diagnose und Therapie bewährt.
Wer dieses Buch kauft, sollte eigentlich andere Bücher der Autorin schon gelesen haben, da sie immer wieder auf diese verweist. Sollte man mit diesem Buch beginnen, ist das kein Fehler, denn man wird das Versäumte schnell nachholen wollen. Der nächste logische Schritt wäre vermutlich, ein Seminar zu besuchen, wie das der Autor der gerade laufenden Serie getan hat.
Es geht einfach nichts über ein fundiertes Wissen. Wissen zu erwerben, ist allerdings extrem schwierig, deshalb hat die Menschheit so lange gebraucht, um einigermaßen gesicherte Erkenntnisse über unsere Welt zusammenzutragen. Möglich wurde das durch die wissenschaftliche Methode, die als solche keineswegs offensichtlich ist, denn sonst hätte man in früheren Jahrhunderten die Erkenntnisse, die man heute gewonnen hat, schon haben können. Wissenschaft bedeutet diszipliniertes Arbeiten und die Vermeidung aller bekannten Fallen, die zur Fehlschlüssen führen, und der unbedingte Entschluß, sich nicht selbst belügen zu wollen und dort Wissen vorzutäuschen, wo eigentlich Nichtwissen herrscht.
Dieses mühsam erworbene Wissen muß konserviert und verbreitet werden, und dazu haben sich Bücher als sehr gut geeignet erwiesen. Ein solches Buch ist im Moment im Handel. Mehrfach schon habe ich daraufhingewiesen, daß Bücher nicht beliebig verfügbar sind. Wenn ein Buch vergriffen ist, kann man es möglicherweise antiquarisch erwerben, zu einem geringeren oder aber auch viel höheren Preis. Gute Bücher steigen erheblich im Preis, wenn sie vergriffen sind, denn wer so ein Buch hat, gibt es nicht wieder her. Ergreifen Sie also Ihre Chance, solange das Buch lieferbar ist!
erschienen 05.02.06
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