Druckversion     Drucken     Vollversion
   Magazin 
    › Pferdemarkt    › Anzeigenmarkt    › Messe

 Archiv

 Pferd verkaufen

 Anzeige aufgeben

 Mediadaten

  Hilfe-FAQ  

   


 
Bericht Zum Thema Hufpflege · Die Lehrmeinung als Wurzel von Übeln
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 355.06 der Pferdezeitung vom 15.01.06
 Menü Archiv  Krieg der ...  Ankunft und Vorstellung  Statistik und offizielle ...  Start mit Schwung
 Die Summe der Teile und ...
 Die Lehrmeinung als ... 
  Feldenkrais  Gift: Einblatt  Editorial: 10 Euro
 Rezension: Pferdehufe ...  Tip: Zucht mit ...  Poster: Chinoiserien  Cartoon: EU, EU, EU - On ...   Pferdekutschen
 Leserbriefe   Angebot der Woche   Platz-Max  Gesuche  Angebote
 Pferdemarkt   Equistro  Termine  Mitteilungen  FN-Presseticker
 Leserresonanz
Inhaltsmenü
Inhaltsmenü
Inhaltsmenü
Inhaltsmenü
  Gesamttext   Vollversion   Lesezeichen   Pferdefreund   Newsletter 


freundlich · Copyright wie angegeben
freundlich
abwehrend · Copyright wie angegeben
abwehrend
Lehrbücher sind praktisch: Mit ihnen kann Mensch sich bilden und er hat immer eine Argumentationshilfe gegen Zweifler, sofern die Bücher hinreichend lang als Standard dienen und die richtigen Kapazitäten sie geschrieben haben. Am sichersten ist der Standard bei Lehrmaterial aus Universitäten, den trauen sich die Wenigsten in Frage zu stellen, schließlich haben sich hier Generationen von Forschern verewigt.

Auch Frau Dr. Strasser hat sich offensichtlich in ihren ersten Jahren auf die Lehrmeinung verlassen, zu sehen im Band I ihrer Reihe "Gesunde Hufe ohne Beschlag". Das Schema der Sohlenfläche auf Seite 44 und die Zeichnungen zum Thema Bewegungszonen auf Seite 49 zeigen dies. Aber genauso offensichtlich ist sie auf Widersprüche gestoßen, als sie weiter am Thema Pferdehufe arbeitete. Das ist in späteren Büchern und Hufkurs zu sehen, wo sie die Lehrmeinung als Trugschluß entlarvt.

Mit Widersprüchen kann der Mensch in mehrerlei Form umgehen:

  • Die selbst gefundenen Zusammenhänge oder Erkenntnisse in Frage stellen und dann zu ignorieren - nach dem Motto: Was nach dem gesammelten Wissen von Generationen nicht sein kann, darf auch nicht sein.
  • Wenn möglich und vertretbar, eine griffige, möglichst für Laien unverständliche Bezeichnung für Ungereimtheiten zu erfinden und das Phänomen als Fehlentwicklung oder Schwäche der Natur im Sinne der Lehrmeinung darzustellen. Dieser Fehlentwicklung kann der Mensch dann durch gezielte Behandlung gegensteuern. Beispiel: Entlastung durch steiler stellen.
  • Oder versuchen, mit einem ganz neuen Ansatz an die Sache heranzugehen und zu schauen, ob sich nicht in den vorausgesetzten Annahmen ein Fehler eingeschlichen hat. Damit schafft man sich im ersten Schritt keine Freunde, kommt aber vielleicht auf echte Erkenntnisse.
Offensichtlich war bei Frau Dr. Straßer, wie bei Bracy Clark schon vor 175 Jahren, letzteres der Fall. Waren doch die Zeichnungen von Hufen und Schlußfolgerungen in der etablierten Lehrmeinung durchaus "richtig" - wenn man einem sein Leben lang beschlagenen und als gesund beurteilten Pferd die Eisen herunterreißt und den Huf wissenschaftlich untersucht. Da hat man den Zwanghuf vor sich, der in Lehrbüchern, auch denen für Hufschmiede, zu finden ist.

Wenn ich also lerne, daß Eisen ein von uns Menschen gut gemeinter Schutz für die Hufe sind und alle, die für mich als kompetent gelten, auch dieser Meinung sind, warum sollte ich da das Graben anfangen? Wenn alle Reitpferde, die ich kenne, mit Eisen und richtiger Tierarzt-Betreuung ohne für mich sichtbare Probleme laufen, warum soll ich das Ganze in Frage stellen? Es war doch immer schon so!?

Irgendwann muß es mit den Eisen aber angefangen haben. Die für mich schlüssige Erklärung ist diese: Immer dann, wenn der Mensch seine Pferde aus welchem Grund auch immer einsperren mußte, diese also in größerer Zahl auf engem Raum ohne Bewegungsmöglichkeit längere Zeit herumstanden, dann wurden die Hufe zwangsläufig schlecht. Zum Beispiel in den Burgen den Mittelalters, wo sie im Ammoniaksumpf ihrer Ställe stehen mußten, weil sie außerhalb der Burg geklaut worden wären. Oder in penibel sauberen Kasernen, wo die Hufe im Stall austrockneten, die Pferde aber sofort einsatzbereit waren. Mit schlecht gewordenen Hufen, die sich zu schnell abnutzten, läßt sich nicht gut reiten und schon gar kein Krieg führen, also kamen Eisen drauf und das Symptom war beseitigt. Wenn dann noch die Komponente Statussymbol dazukommt - Beschlag konnte sich früher nicht jeder leisten - dann ist das Beschlagen irgendwann der Normalzustand.

Warum gab's die Probleme von heute dann nicht schon früher? Ich glaube, daß in Zeiten vor der Motorisierung die Menschen mehr Ahnung von Pferden haben mußten, weil sie auf sie zum Leben und Arbeiten angewiesen waren. Außerdem haben sie schon aus Kostengründen später mit Beschlagen angefangen. Heute kann im Extremfall der solvente Familienvater ohne die geringste Ahnung von der Sache seinem pferdebegeisterten Töchterchen ein Pferd kaufen, es in einen Pensionsstall stellen und muß sich weiter nicht darum kümmern, solange er die Boxenmiete zahlt. Die heutigen Pferde haben also nur noch selten genug Arbeit, sondern stehen meist zur Freizeitgestaltung ihrer Besitzer bereit - ob jetzt in der Box oder auf der Weide. Genug der Philosophie. Zurück zum Hufkurs.

Revision eines gesamten Systems

Das Thema Pferd und seine Gesundheit wurde von Frau Dr. Strasser also auf eine ganz neue, nein, ganz alte Basis gestellt. Diese Basis wird nicht mehr aus historisch gewachsenen Umständen der menschlichen Zivilisation gebildet, sondern durch die anatomischen Tatsachen bei Pferden, die in Freiheit leben und das ganze Jahr keinen Schmied oder Hufpfleger sehen. Nicht einmal der Einwand "es sind schließlich Wildpferde, die mit unseren domestizierten Rassen nichts zu tun haben" zählt: Es gibt da z.B. die Mustangs, in jüngerer Geschichte verwilderte Hauspferde, die nun wirklich keine "Primitivrassen" als jüngere Vorfahren haben, oder die verwilderte Herde Vollblüter in Afrika.

Zu dieser neuen alten Basis gehört nicht nur die Anatomie der Beine und Hufe, sondern auch die Lebensumstände der (ver)wild(erten) Pferde, wie sie überleben und wodurch sie gesund bleiben. So wurde am zweiten Tag des Seminars alles unter die Lupe genommen, was zu einer ganzheitlichen Betrachtung notwendig ist: Die Umweltbedingungen, das Sozialverhalten von Pferden, auch im Bezug auf uns Pferdeleute, unsere Einflüsse durch Ernährung, Reitweisen und Haltung.

Das und mehr gibt's in der nächsten Ausgabe.



Quellen / Verweise


  1. » Verband der Hufpfleger und Hufheilpraktiker nach Dr. Straßer e.V.
  2. » Hohes Venn
  3. » Hellenthal
  4. » Aachen
  5. » Huftherapie- und Trainingszentrum für Pferde
  6. » Institut für Hufgesundheit und ganzheitliche Pferdebehandlung
  7. » Ethische Grundsätze
  8. » Bodennutzung und Viehbestände der Betriebe - Agrarstrukturerhebung 2003 Fachserie 3 Reihe 1.1.1 - 2003
  9. » "Horsing Around" with Evolution
  10. » Die Geschichte des Pferdes
  11. » Evolution der Pferde
  12. » Physiologie
  13. » Dynamik
  14. » Kausalität
  15. Hiltrud Straßer, Handbuch der Huforthopädie, 2002, Bild 7 - Seite 131, Abb. VI-5, vergrößerte Beschriftung nachträglich eingefügt
  16. Fotografien der Präsentationen
  17.  Hufeisen - Glücksbringer ++auf Pferdehufen, Prolog - Odyssee eines engagierten Pferdebesitzers
      Ausgabe 354 · Teil 1



Fotos

© Copyright wie angegeben  Stefan Hölzl






nächster Abschnitt:   Messeseite: Feldenkrais     Gesamttext     Vollversion   nur      Hauptartikel


6   Poster zu Ausgabe 355
  Chinoiserien Krieger und Pferd
  Stolz chinesischer Pferdezucht Naturgetreu in Ton nachgebildet
  Illustration einer Legende Reiter überquert Brücke
  Mähne und Schweif fehlen Schweif durch Tonstummel ersetzt
  Ohne Beine Aber besonders alt und wertvoll
  Tang-Dynastie, 640 n.Chr. 57,8 cm, 32.500,- EUR


AddThis Social Bookmark Button
Bericht Zum Thema Hufpflege · Die Lehrmeinung als Wurzel von Übeln
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 355.06 der Pferdezeitung vom 15.01.06
 Menü Archiv  Krieg der ...  Ankunft und Vorstellung  Statistik und offizielle ...  Start mit Schwung
 Die Summe der Teile und ...
 Die Lehrmeinung als ... 
  Feldenkrais  Gift: Einblatt  Editorial: 10 Euro
 Rezension: Pferdehufe ...  Tip: Zucht mit ...  Poster: Chinoiserien  Cartoon: EU, EU, EU - On ...   Pferdekutschen
 Leserbriefe   Angebot der Woche   Platz-Max  Gesuche  Angebote
 Pferdemarkt   Equistro  Termine  Mitteilungen  FN-Presseticker
 Leserresonanz
Inhaltsmenü
Inhaltsmenü
Inhaltsmenü
Inhaltsmenü
  Gesamttext   Vollversion   Lesezeichen   Pferdefreund   Newsletter 


  Home     Anfang     Menü     Drucken     Empfehlen     als Startseite

   Magazin 
    › Pferdemarkt    › Anzeigenmarkt    › Messe

 Archiv

 Pferd verkaufen

 Anzeige aufgeben

 Mediadaten


 Anfang  Autorenhinweise  Mediadaten  Kontakt   ›Impressum  Konditionen     Leserbrief
Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails zu veröffentlichen. (Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie mit einer Veröffentlichung nicht einverstanden sind)

http://xmesse.de

 
» Workshop OOP
 
 
 

http://www.maxthon.com

 
» Maxthon
 
Die Adresse dieser Seite: pferdezeitung.com/355.06/Die_Lehrmeinung_als_Wurzel_von_Übeln
Es ist jetzt der 22.11.2008, 05:51, GMT +01:00
Konsequent in alter Rechtschreibung - ausgenommen Fremdautoren.
Der Herausgeber ist nicht verantwortlich für Leserbeiträge und die Inhalte externer Internetseiten.
Tip: Deutsch/Englisch-Übersetzung: » dict.cc


Linsenhoff

 

  Ann Kathrin Linsenhoff

 
 
 

Ansorena

 

  Pferdefotograf aus Leidenschaft

 
Zum  Pferd:  Pferde-Messe ·  Pferdemarkt ·  Pferdekauf ·  Pferdeverkauf
Verantw. im Sinne des Pressegesetzes: Dr. Werner Popken
©1999-2006 · ISSN 1437-4528 · Statistik:  Übersicht
0049(0)5744-5115-74   0049(0)5744-5115-75   0049(0)151-2327 3955
ISIS GmbH & Pferdeverlag · Hauptstr. 13 · 32609 Hüllhorst
Germany · HRB 2627 AG Bad Oeynhausen · USt-Id DE811992532


  Westphalen · Spezialist für Pferdekaufrecht
z.B.   Angebot der Woche 04-52: Die neuesten Tricks der Pferdehändler Raffiniert, aber nicht raffiniert genug Teil 4 · ...

  Aus Ausgabe 503 unseres Wochenmagazins: Angebot der Woche 08-47
z.B.   Mähler/08-47: Olympia Pferdeportraits nach Ihrer Fotovorlage Wenn Sie Ihr Pferd von mir portraitieren lassen, ...