
| | | Heidi Keppel | | | | | Erkennung und Behandlung von Erkrankungen des weiblichen Geschlechtsapparates II Von › Heidi Keppel
Nachdem ich vorige Woche die wichtigsten Symptome und Verhaltensstörungen von Stuten, die an Erkrankungen ihres Geschlechtsapparates leiden, näher beschrieben habe, werde ich Ihnen diese Woche und nächste Woche einige homöopathische Arzneien vorstellen, welche dagegen helfen können. Wie auch in anderen bereits besprochenen Bereichen, sollte aber auch hier nach Möglichkeit vor einer Behandlung zusätzlich der Rat eines Tierheilpraktikers oder homöopathisch geschulten Tierarztes eingeholt werden.
Ein Mittel, das wir bereits im Rahmen des Beitrages über Blasenentzündungen kennen gelernt haben, ist Cantharis D6, welches sich besonders zur Behandlung von juckenden Scheidenentzündungen eignet, die mit einem gesteigerten Geschlechtstrieb - der auf dieser Entzündung und nicht auf einer zystischen Entartung der Eierstöcke beruht - und gleichzeitig mit einer akuten Blasenentzündung einhergehen. Die Verabreichung von 10-15 Tropfen 3mal täglich sollte bereits nach wenigen Tagen eine deutliche Besserung der Krankheitssymptome bewirken.
Bei Scheidenentzündungen, die nicht nur eine Rötung und Schwellung der Schleimhaut, sondern auch noch weißlich-gelblichen, wundmachenden Ausfluss aufweisen, der eine Geschwürbildung hervorrufen kann, benötigt man Mercurius solubilis D12 (ev. auch D6 oder D8), welches 2mal täglich (ebenfalls jeweils 10-15 Tropfen) verabreicht werden sollte.
Ist der Ausfluss weißlich-gelblich, aber mild und eher zäh und fadenziehend, so ist Hydrastis D6 (oder auch D4) das Mittel der Wahl, eine Arznei, die auch bei eitrigen und blutigen Gebärmutterentzündungen zum Einsatz kommen kann und in derselben Weise verabreicht wird wie Cantharis.
Bei bakterieller Infektion bzw. hochgradiger Entzündung ist es ratsam, zusätzlich Echinacea D4 (oder D3) zu geben, da dieses abwehrkraftsteigernd und entzündungshemmend wirkt. 3-4mal täglich je 10-15 Tropfen ist die zu empfehlende Dosierung, wobei diese Arznei auch sehr gut mit anderen Fieber- und Infektionsmitteln kombiniert werden kann, falls die Entzündung bereits einen bedrohlichen Zustand erreicht hat.
Allen voran eignet sich dafür Lachesis D10 (oder D8 bzw. D12), welches bei stinkendem, eitrigem Ausfluss und der Gefahr einer Blutvergiftung am besten 3-4mal täglich und in hochakuten Fällen auch stündlich (ebenfalls jeweils 10-15 Tropfen) verabreicht werden kann. Sobald eine Besserung der Krankheitssymptome zu bemerken ist, muss die Einnahmehäufigkeit selbstverständlich wieder verringert oder überhaupt das ganze Mittel abgesetzt werden.
Ähnliches gilt auch für Pyrogenium D15 (od. auch D30), wobei für dieses Homöopathikum vor allem ein aashaft stinkendes Sekret, sowie Fieber in Kombination mit Unruhe und Zittern sprechen. Sehr häufig kann man dabei auch ein eher ungewöhnliches Pulsverhalten beobachten, bei dem hohes Fieber mit langsamem Puls oder mäßiges Fieber mit schnellem Puls einhergeht.
Eine stark reinigende und heilende Wirkung auf die Schleimhaut der Gebärmutter hat auch Aristolochia D12, welches die Durchblutung fördert, sowie die Immunabwehr steigert, indem es die sog. Fresszellen aktiviert, und die Funktionen der Eierstöcke reguliert, indem es die Brunst und die Ovulation in Gang bringt. Damit kann also die Rosse bei Jungstuten verstärkt werden (2mal täglich 15 Tropfen) und somit die Aufnahmebereitschaft verbessert werden. Ein paar Tage vor dem errechneten Geburtstermin gegeben (1mal täglich 15 Tropfen), bewirkt Aristolochia aber auch die Erweiterung des weichen Geburtsweges, was die Geburt natürlich erleichtert. Und letztendlich wird dieses Mittel auch nach Schwergeburten mit Schleimhautverletzungen gegeben (2mal täglich 15 Tropfen), weil dadurch eine bessere Heilung und in Folge auch eine schnellere Deckbereitschaft erreicht wird.
Einen ähnlichen Aufgabenbereich erfüllen allerdings auch noch andere homöopathische Arzneien, doch diese werde ich Ihnen dann nächste Woche vorstellen.
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