Umgang mit den Füßen Von Owen Marquis MacSwiney of Mashanaglass, zitiert mit freundlichem Genehmigung des Verlages Müller-Rüschlikon, CH-Cham/Zug, aus "» Ausbildung des Pferdes an der Hand", Paul Parey Verlag. Zum Abschluß unserer kleinen Reihe über das Füßegeben ein Zitat aus dem höchst lesenswerten Buch "Ausbildung des Pferdes an der Hand". Nachdem der Autor zunächst beschrieben hat, wie man von Geburt an ein Fohlen an das Füßegeben gewöhnt, schildert er einige Problemfälle. Schließlich beschreibt er ausführlich die Konditionierungsmethode, die bisher in unserem Arsenal fehlt: "Einen unerfahrenen Zweijährigen in dieser Sache auszubilden, kann eine mühsame Angelegenheit werden, und ich hatte am Anfang einige Mühe mit unserem Halbaraber-Pony Leila. Obwohl sie auf ihrem Gestüt gut behandelt worden war, zeigte sie sich sehr schreckhaft, wenn sie mit Unbekanntem konfrontiert wurde. Ponys sind eher eigenwillig und können manchmal richtige Dickschädel sein, so daß sie, bis sie einen richtig kennenlernen, in erster Linie von etwas »überzeugt« und nicht bloß »ausgebildet« werden müssen. Aber glücklicherweise kann man die meisten bestechen, und ich habe dies großzügig praktiziert, um Leila davon zu überzeugen, daß das Füßeaufheben für sie ein lohnendes Unterfangen war. Ich bin dabei folgendermaßen vorgegangen: Ich füllte meine Tasche mit Karottenscheiben oder trockenen Brotbrocken, ging dann zu ihr hin und ließ sie den Hufkratzer untersuchen. Soweit sie ihn beschnuppert hatte, gab ich ihr eine Karottenscheibe. Als ich danach von ihr den Fuß verlangte, und sie ihn auch aufheben ließ, erhielt sie wieder eine Karottenscheibe oder einen Brotwürfel, und dann noch einen, wenn der Huf fertig war. Und dies für alle vier Hufe! Zerrte sie weg oder schlug sie aus - Ponys scheinen gern auszuschlagen - oder schwang sie sich an ihrem Strick herum, wurde sie sofort von meinem Handrücken mit einem scharfen Klaps auf die Schulter oder das Hinterteil, begleitet von einem zornigen »Nein!«, ermahnt. Dann fingen wir wieder von vorn an. Wehrte sie sich immer noch, dann zeigte ich ihr einen Brotwürfel oder eine Karotte, die sie aber unmöglich erreichen konnte, und verlangte wieder den Fuß. Es wirkte fast immer. Anstatt den Huf zu nehmen und daran zu arbeiten, stellte ich ihn sanft ab, gab ihr die Belohnung, verlangte nochmals den Fuß und machte mich dann erst an die Arbeit. Als er fertig war, bekam sie die zweite Belohnung. Nach Beendigung der Arbeit an jedem Huf wurde sie ausgiebig gelobt, und als alle Füße untersucht waren, bekam sie noch eine Extrabelohnung. Was ich oben beschrieben habe, ist die Herausbildung eines reinen, bedingten Reflexes. Es dauerte rund zwei Wochen, bis die Ponystute die Füße willig aufhob, und länger, bevor die Belohnungen allmählich abgebaut werden konnten, bis zu dem Moment, wo sie am Ende des Hufeauskratzens eine Belohnung erhielt. Heute bekommt sie gar keine mehr. Ich habe es mir jedoch zur Gewohnheit gemacht, den Pferden den Hufkratzer zu zeigen, bevor ich mich damit an die Arbeit mache; ich erlaube ihnen, daran zu schnuppern, und zeige ihnen auch alle anderen Dinge, die für Körperpflege und Putzen benutzt werden." (S. 165, 166 der angegebenen Ausgabe)
|