|  | | Karl-Bernd Käsgen, Eva Hübbe |  |  |  |
| |  | Markus Beerhues, Claudia Bücker Foto: J. Börger / Neustadt/Dosse 2002 |  |  |  |
| Karl-Bernd Käsgen (51 Jahre) aus Nassen betreibt schon seit 1979 den Fahrsport. 1981 erleidet er durch einem Reitunfall seine Querschnittlähmung (Thorax 10 + 11). Da er seinen erlernten Beruf als Kunststofftechniker nicht mehr ausüben kann, konzentriert er sich ganz auf den Behindertenfahrsport, berät andere behinderte Fahrer und Fahrerinnen und trägt von Beginn an die Entwicklung des Behindertenfahrsportes entscheidend mit.
1995 ist er maßgeblich an der Angliederung seines Sportes an das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten beteiligt und übernimmt 2001 für das DKThR das Amt des Landesbeauftragten. Darüber hinaus informiert er sowohl auf der Equitana wie auch auf verschiedenen Reha-Messen über die Möglichkeiten, als Behinderter ein Gespann zu fahren.
Ebenfalls im Jahr 2001 übernimmt er das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden bei der neu gegründeten » Interessengemeinschaft Fahren für Menschen mit Behinderung e.V. Auch sportlich ist er überaus engagiert, er tritt regelmäßig bei Turnieren im Regelsport an und behauptet sich auch dort mit guten Platzierungen.
Als Einziger nahm er bisher an allen internationalen Fahrertreffen und Weltmeisterschaften teil. Bei den Deutschen Meisterschaften 2002 und 2003 wurde er jeweils Vierter. In Edinburgh tritt er mit seinem 11jährigen Oldenburger Concerto Grosso an.
Im Behindertenfahrsport startet er im Grad I (schwerer behindert) und wurde bereits 2x Mannschaftssieger bei den internationalen Fahrturnieren 1994 und 1996, 1998 Vize-Mannschaftsweltmeister, 2000 und 2002 Mannschaftsweltmeister und 2002 Weltmeister in Grad I - und das, obwohl er 2001 seine Stute Gloria durch das junge Pferd Concerto Crosso ersetzte und wegen mehrerer schwerster OP's fast ein halbes Jahr in Krankenhäusern verbrachte.
Beifahrerin Eva Hübbe fuhr schon 1994 mit zum ersten internationalen Fahrertreffen in Großbritannien. Mit ihr errang er bisher alle Titel. Obwohl die 38jährige Laborantin vor ca. 2 Jahren aus privaten und beruflichen Gründen ins 250 km entfernte Saerbeck zog, sind die Beiden immer noch ein eingespieltes Team, das sich beinahe blind versteht. Während der Dressur und dem Kegelfahren ist es ihre Aufgabe, die Bremsen zu bedienen.
Rebecca Bohoslavec ist die Dritte im Bunde. Die 17jährige macht zurzeit eine Ausbildung als Tierpflegerin und ist schon seit ein paar Jahren als Helferin im Stall Käsgen. Sie kümmert sich nicht nur um Concerto Grosso, sondern auch um die 25jährige Zweibrücker Stute Gloria, mit der K.B. Käsgen bis 2001 alle Erfolge erzielte. Bei kleineren Turnieren versucht sie, in die Fußstapfen von Eva Hübbe zu treten, und fährt als Beifahrerin mit.
Markus Beerhues (Querschnittslähmung nach Verkehrsunfall) ist der große Pechvogel dieser WM; eigentlich fest eingeplant, musste er Sielke Harde die Fahrkarte zur WM überlassen. Seinen Westfalen Wimpel plagen seit einiger Zeit Sehnenprobleme - ein zu großer Unsicherheitsfaktor für einen Start in Edinburgh. Dabei hatte sich der 31-jährige Maschinenbautechniker, der bei einem schweren Verkehrsunfall im Jahr 2000 eine Querschnittslähmung (Thorax 7) erlitt, fest vorgenommen, den Mannschaftsweltmeister-Titel, den er im Jahr 2002 mit erringen konnte, zu verteidigen.
So bleibt dem Energiebündel Markus, der es als Spring- und Vielseitigkeitsreiter schon in jungen Jahren Siege in Klasse M erringen konnte, als nächstes Ziel die DM der Fahrer mit Behinderung, die zum zweiten Mal in Greven-Bockholt ausgetragen wird. Da ihn seine ganze Familie und vor allem seine Lebensgefährtin Claudia Bücker mit allen Kräften unterstützt, hoffen wir dort wieder auf ein gesundes Pferd, ein phantastisches Team und einen hochmotivierten Markus Beerhues zu treffen!
Trainer Ulli Hengemühl trainiert das deutsche Team der Fahrer mit Behinderung seit dem Frühjahr 2002. Hauptberuflich leitet er die Anlage des RuF St. Martin Greven-Bockholt. Seine Feuertaufe im Behindertenfahrsport war die WM 2002, ein sportliches Highlight in unserer Chronik.
Equipechef Albert Sahle ist einer der großen Förderer des Behindertenfahrsportes. Seine Idee war es, zusammen mit den Deutschen Meisterschaften der 2-spänner im September 2001 auch die ersten Deutschen Meisterschaften der Fahrer mit Behinderung auszurichten. Als 1. Vorsitzender des RuF St. Martin in Greven-Bockholt und aktiver 2-spänner-Fahrer im Regelsport hat sich der Unternehmer aus Greven einen guten Namen gemacht. Bei dieser WM wird er Jürgen Matthies, der seit 1998 Equipechef der Fahrer mit Behinderung ist, würdig vertreten.
Quellen
Fotos
© Jutta Lehmeyer
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