
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | Geschirrschmuck Von › Werner Popken
 | | | Sie wissen, was ich meine...s |  |  |  |
| Im Buch (› Pferdesachen selber machen) hat mir ein weiterer Vorschlag gut gefallen. Sie erinnern sich vielleicht, daß ich im Rahmen der Kunstgalerie über Geschirrschmuck bei den Thrakern geschrieben hatte (› Hochzeit, › Bärenjagd). Dieser Schmuck war so kunstvoll und köstlich, daß ich mich fragte, warum wir uns so etwas heute nicht mehr leisten.
Nun mag das daran liegen, daß auch damals nur die Schwerreichen sich solchen Schmuck leisten konnten und Prunkgeschirre in der heutigen Zeit ebenfalls aufwendig verziert sind. Wir können es nicht wissen, aber denkbar wäre es schon, daß in früheren Zeiten mehr Wert auf kostbare Verarbeitung und Verzierung gelegt wurde.
Denken Sie allein an den Aufwand, der für eine Aussteuer getrieben wurde! Oder die Stickereien, die ja alle von Hand gemacht werden mußten. Das Leben war insgesamt sehr viel mühsamer, aber man hatte auch mehr Zeit und Muße. Wenn man etwas Schönes hergestellt hatte, konnte man sehr lange stolz darauf sein. Und diese Motivation ist nach wie vor gültig, hat nichts von ihrer Überzeugungskraft verloren.
Im Gegenteil: Wieviel Aufwand wird bei der Ausstattung der Autos mit Sonderfelgen getrieben! Dennoch bleibt es Massenware, deren Natur es ist, möglichst oft hergestellt und verkauft zu werden. Wir sind es gar nicht mehr gewohnt, Dinge zu besitzen, die einmalig sind, vielleicht sogar von uns selbst hergestellt.
Für einen solchen einmaligen Trensenschmuck schlagen die Autorinnen zwei Methoden vor, die aber entsprechend abgewandelt werden können, um auch andere Geschirrteile zu verzieren. Zunächst soll eine runde Plakette hergestellt werden, die die Trense schmückt, wie ich das in meiner primitiven Zeichnung angedeutet habe. Für die Verzierung werden keine Vorschläge gemacht, das bleibt Ihrer Fantasie überlassen.
Die eigentliche Konstruktion kann natürlich ebenfalls auf beliebig viele Arten realisiert werden; zwei davon beschreiben die Autorinnen genauer, beide sind leicht nachzuvollziehen.
Methode 1: Nehmen Sie weiche Kunststoffdeckel als Grundlage, stechen dort wie bei einem Knopf Löcher ein, und befestigen Sie diese mit einem tauglichen Faden, Band oder Lederriemen an der Trense. Wenn Sie Kunststoff verwenden, können Sie die Enden anschmoren, sonst sichern Sie diese mit Klebstoff.
Nun schneiden Sie entsprechende Teile aus Leder oder einem anderen weichen Material aus, und schmücken Sie dieses Trägermaterial nach Belieben. Anschließend kleben Sie es auf die Kunststoffdeckel und schlagen die Ränder um, so daß der fertige Schmuck anständig aussieht.
Methode 2: Kaufen Sie Kunststoffmasse, die im Ofen gehärtet werden kann; eine Handelsmarke ist zum Beispiel Fimo. Biegen Sie Draht als Haltelaschen und befestigen Sie die Drahtbügel mit Fimo auf der Unterlage, die Sie ebenfalls als runde Plakette geformt haben.
Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Die Verarbeitung ist ganz ähnlichen wie bei Knetmasse. Backen Sie anschließend nach Vorschrift und lackieren Sie das fertige Stück mit Klarlack.
|