| |  | | Jagdschloß Lopshorn, historische Postkarte |  |  |  |
| |  | | Ruine Lopshorn im Truppenübungsplatz |  |  |  |
| "Wir hatten ein Gespräch beim Regierungspräsidenten. Die Biologische Station Paderborn, die für den Truppenübungsplatz zuständig ist, Vertreter der Englischen Militärbehörde und der Regierung waren eingeladen. Da war auch die Biologische Station Senne dabei, die ja mit dem Truppenübungsplatz gar nichts zu tun hat. Das Gespräch begann erst hoffnungsvoll, aber dann wurde alles abgesagt. Damit war für mich die Sache gestorben."
So stellt Karl-Ludwig Lackner die Situation damals dar. Über die wahren Gründe der Ablehnung kann er auch heute noch nur spekulieren. Vermutlich wollte man keinen Präzedenzfall schaffen und einen Zugang zum gesperrten Gelände mit möglicherweise unabsehbaren Konsequenzen ermöglichen. Vielleicht kam die Ablehnung auch gar nicht aus den Kreisen des englischen Militärs.
Auf jeden Fall schildert Lackner den Hergang genau umgekehrt wie im Buch dargestellt:
Als die Idee einer Wildbahn durch Karl-Ludwig Lackner an die biologische Station Senne herangetragen wurde, erzeugte sie zunächst ein großes Nachdenken. Einerseits lockte das Abenteuer eines Beweidungsprojektes. Auch konnte sich kaum jemand der Herausforderung verschließen, die alte Rasse der Senner Pferde vor dem Aussterben zu retten. Andererseits weiß man: "Pferde kosten Geld!" Und Geld ist in einem Verein wie der Biologischen Station Senne immer knapp. Im Vertrauen auf Hilfe wurde das Projekt eingerichtet. Rückkehr der Senner Pferde, S. 60 | Die Biologische Station Senne kam seiner Darstellung zufolge auf ihn zu und bot ihm als Ersatz die Moosheide an. So hatte er sich die Wildbahn nicht vorgestellt, aber warum nicht einen Versuch wagen? Für seine Zwecke wäre mit der Bereitstellung der entsprechenden Fläche und der notwendigen Betreuung bereits alles getan gewesen. Diese Art "Ausleihe" hatte er schon viele Jahre mit dem Westfälischen Freilichtmuseum Detmold betrieben.
Die Idee des Projektes, wie er es konzipiert hatte, umfaßte keinesfalls ein Zuchtprogramm. Meine Frage, warum der Verein überhaupt Pferde erworben hat, konnten weder Lackner noch Vogt beantworten. Auch Sielhorst bot mir keine einleuchtende Erklärung. Warum wollte der Verein unbedingt züchten? Aber die Situation ist noch verwirrender. Je genauer ich den Text lese, der von Christel Schroeder und Aloys Sielhorst verfaßt worden ist, desto ungeheuerlicher erscheint er mir:
Als die Idee einer Wildbahn durch Karl-Ludwig Lackner an die Biologische Station Senne herangetragen wurde, erzeugte sie zunächst ein großes Nachdenken. Einerseits lockte das Abenteuer eines Beweidungsprojektes. Auch konnte sich kaum jemand der Herausforderung verschließen, die alte Rasse der Senner Pferde vor dem Aussterben zu retten. Andererseits weiß man: "Pferde kosten Geld!"
Und Geld ist in einem Verein wie der Biologischen Station Senne immer knapp. Im Vertrauen auf Hilfe wurde das Projekt eingerichtet. Rückkehr der Senner Pferde, Seite 60 | Ich verstehe diesen Text so, daß die Verantwortlichen von sich aus niemals tätiggeworden wären und deshalb letztendlich Lackner die Verantwortung zuzuschreiben ist. Man selbst reagierte verantwortlich, indem man nachdachte. Inwiefern man ein Beweidungsprojekt als Abenteuer empfinden kann und sich davon verlocken läßt, kann ich nicht nachvollziehen. Verantwortungsvoll finde ich eine solche Motivation nicht. Immerhin geht es um große Lebewesen, die man keinem Abenteuer aussetzen möchte.
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