
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | Slalom Von › Werner Popken
 | | | Lorenzo: Slalom sechsspännig |  |  |  |
|  | | | Slalom vierspännig überkreuz |  |  |  |
| | In den letzten beiden Wochen habe ich mich auf das Buch (› Pferdesachen selber machen) bezogen und gezeigt, was man mit alten Kanistern machen kann. Eine weitere Idee hat mir so gut gefallen, daß ich sie Ihnen mit einigen Variationen vorstellen möchte.
Dieses Mal schneiden wir den alten Kanister nicht auf. Wir nehmen ihn so, wie er ist, und nutzen ihn so, wie das üblich ist: wir füllen ihn, und zwar mit Sand. Dadurch wird der Kanister sehr schwer und steht sehr gut. Sollte noch mehr Gewicht gewünscht sein, kann man auch noch Wasser einfüllen.
Wenn man nun eine Stange in diesen Behälter stößt, wird sie nicht so leicht umfallen. Pflanzstangen aus dem Gartenbedarf gibt es in Längen bis fast drei Meter. Besser ist es, die Stange erst in den Kanister zu stellen und dann das Füllmaterial zuzugeben; man muß sich dann nicht so abmühen.
Wenn man die Dinger oft wegräumen muß, kann es natürlich sehr lästig werden, wenn sie so schwer sind. In diesem Falle würde ich allein mit Wasser arbeiten. Da aber die Stangen im Wasser keinen Halt finden, muß man eine Verankerung im Boden konstruieren. Dazu reicht eine Lage Beton aus wenigen Zentimetern Dicke mit einem entsprechenden Loch für die Stange.
Am besten umwickelt man die Stange mit Papier und stellt sie in den feuchten Beton. Nach der Aushärtung kann man dann die Stange abziehen und wieder einstellen. Der Rest wird dann mit Wasser aufgefüllt, um das nötige Gewicht in den Kanister zu bringen. Wenn man die Kanister transportieren muß, kann man die Stangen abziehen und das Wasser ausgießen.
Um Verletzungsgefahren auszuschließen, die von dem Ende der Stange ausgehen könnten, falls einmal eine Stange umfallen sollte, schlagen die Autorinnen vor, einen Tennisball auf das Ende zu setzen und mit Bauschaum zu befestigen.
Die ganze Angelegenheit sieht leider nicht sehr ansprechend aus. Auf der Abendshow der Hansepferd konnte man eine viel dekorativere Lösung sehen. Das Problem besteht jetzt nur darin, Gräser von ausreichender Länge zu finden. Um die Sache transportabel zu machen, würde ich jeweils zwei Bündel an die Stangen halten und mit Strohbinder oder Klettband befestigen. Die Dekoration bekommt dadurch Halt und die unansehnliche Konstruktion verschwindet.
Lorenzo hat übrigens immer zwei dieser "Slalomstangen" in geringem Abstand benutzt - so machen Sie einfach optisch mehr her. Da er die ungarische Post gefahren ist, konnte er sich den Spaß erlauben, je ein Pferd rechts und links am Hindernis vorbeilaufen zu lassen. Die Show lief dermaßen rasant, daß man in Echtzeit gar nicht recht mitbekommen hat, was Lorenzo alles geboten hat. Bei besseren Lichtverhältnissen wäre die Fotoausbeute besser gewesen - so vermitteln wenigstens die Verwischungen einen Eindruck vom Tempo der rasanten Vorstellung.
Natürlich müssen die Slalomhindernisse nicht wirklich hoch sein. Ich erinnere mich an spontane Slalomübungen am Nordseestrand. Weit und breit nur platter Sand, und plötzlich unscheinbare Vegetationsinseln, die zu improvisierten Labyrinthspielen animierten. Das machte nicht nur mir Spaß, sondern auch meinem Pferd - es hatte sehr schnell heraus, was mir vorschwebte, und wir vergnügten uns köstlich, obwohl die "Hindernisse" kaum höher als 20 Zentimeter waren.
Wichtig war, daß das Pferd die Hindernisse als solche akzeptieren konnte. Ein Feldweg mit vielen Pfützen ist in diesem Sinne ein natürlicher Slalomparcours, eine vorzügliche Gelegenheit, die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter zu üben.
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